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Auflösung der Projektgesellschaft „PSW Lippe GmbH“ im Handelsregister eingetragen

Pumpspeicher-Firma ist Geschichte

veröffentlicht am 13.09.2016 um 08:26 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Inzwischen weiß man: Der Güterverkehr legt auch schon bei baubedingten Umleitungen mächtig zu. Und die Stromtrasse soll unter die Erde. Den offiziell schon im Sommer 2015 beerdigten Kraftwerks-Plan können jetzt aber auch die letzten Zweifler abhaken. Denn nun ist die 2013 als Tochter der „Hochtief PPP Solutions GmbH“ gegründete Projektgesellschaft „PSW Lippe GmbH“ Geschichte. „Die Gesellschaft ist aufgelöst“, steht im jüngsten Handelsregistereintrag der Firma beim Amtsgericht Lemgo. Zur Liquidatorin wurde demnach eine Hochtief-Justiziarin bestellt. Der Jurist Peter René Jamin, den die Bürger bei einer denkwürdigen Veranstaltung im Winter 2014 in Elbrinxen erlebt hatten, ist nicht mehr Geschäftsführer. Und der verbliebene Prokurist ist auch offiziell nicht mehr im Amt.

Entdeckt hat den Eintrag Reinhard Ottolin. Der Elbrinxer gehört zur Initiative „Rettet das Mörth“. Die hatte sowohl der Projektgesellschaft als auch dem Kreis Lippe und örtlichen Politikern immer wieder unangenehme Fragen gestellt. Auf die hatten die Projektgegner allerdings längst nicht immer erhellende Antworten erhalten.

„Die Löschung habe ich in der IHK-Zeitung entdeckt“, sagt Reinhard Ottolin. „Dort habe ich in den letzten Monaten immer wieder einmal nachgesehen.“ Das tat er, nachdem ein Hochtief-Sprecher zum Jahrestag des Projektendes auf PN-Anfrage erklärt hatte, die Gesellschaft werde bald aufgelöst (wir berichteten).

Die – wie es scheint – nun wirklich endgültige Beerdigung des Projektplans könnte, neben dem „Rettet das Mörth“-Team, auch andere Bürger aus Lügde und seinen Ortsteilen beruhigen. Denn einige waren dem Projekt früh mit Skepsis begegnet. Zu ihnen zählten die Elbrinxer Uwe und Ilona Kock. Sie hatten ebenfalls viel persönlichen Aufwand betrieben, um mehr über die Kooperation des Kreises Lippe mit Hochtief in Erfahrung zu bringen. Denn im Detmolder Kreishaus unter der damaligen Führung von Landrat Friedel Heuwinkel wurde der Kraftwerks-Bauwunsch des Konzerns im Naturschutzgebiet nach Kräften gefördert.

Mit dem Projektende scheinen beim Kreis allerdings auch die zunächst neugierig erwarteten Ergebnisse der aufwendigen Bio-Kartierung aus dem Blick geraten zu sein.

In der Niederschrift einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verbraucherschutz am 19. August 2015 wird die durchgeführte umfangreiche Untersuchung des Mörths als „in jedem Fall gewinnbringend für den Kreis Lippe“ eingestuft. „Der Kreis ist mit Hochtief im Gespräch, wie beziehungsweise für welchen Zweck die Daten nun genutzt werden können.“ So wird der damals zuständige Beamte Berthold Lockstedt in dem Protokoll in seiner Antwort auf eine Anfrage von Rolf Schnülle (SPD) zitiert.

Als der Politiker Anfang September, mehr als ein Jahr später, nach Rücksprache mit dem „Rettet das Mörth“-Team, erneut wissen wollte, was aus den Kartierungsergebnissen geworden ist, war der Kreisverwaltung offenbar noch nicht bekannt, dass Hochtief der Behörde die Kartierungsresultate unentgeltlich überlassen würde.

Nun firmiert Lockstedt zwar noch als Geschäftsführer der Ende 2011 von einigen Energieversorgern zusammen mit dem Kreis gegründeten „Lippe Energie Verwaltungs GmbH“. Aber er ist seit sechs Wochen im Ruhestand. Dem SPD-Mann Schnülle soll er zuvor gesagt haben, der Kreis Lippe habe keine Rechte an den Kartierungsergebnissen.

„Aber jetzt sollen sie angefordert werden“, sagt Reinhard Ottolin, der die September-Ausschusssitzung besuchte. Das habe Dr. Ute Roeder zugesagt. Sie wolle den Politikern auch darüber berichten.

Was Ottolin verwundert: „Frau Dr. Röder sagte, dass es in den letzten Wochen immer mal wieder Gespräche mit Hochtief über die Auflösung der Gesellschaft gegeben habe.“ Die Kartierungsergebnisse seien dabei jedoch offenbar kein Thema gewesen. Das jedenfalls schließt er aus der Reaktion der „Umwelt und Energie“-Fachbereichsleiterin der Kreisverwaltung. Röder habe die Information über die Bereitschaft des Konzerns zur Herausgabe der Ergebnisse mit „Das ist ja schön“ kommentiert. Sein Eindruck: „Es schien ihr neu zu sein.“



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