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Mit Fachleuten gegen Stromtrasse, Treffen für Güterverkehrs-Gegner und eine Mahnwache in Elbrinxen

Protest auf allen Ebenen

Lügde. Wenn Lügdes Politiker tagen, dann kommen – zumindest am Rande der jeweiligen Fachausschüsse – auch immer wieder die drei großen Problem-Themen auf den Tisch: Güterverkehr, Pumpspeicherkraftwerk (PSW) und Stromtrasse. Damit entspricht Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) dem Wunsch, die Politiker über den jeweils aktuellen Stand zu informieren.

veröffentlicht am 10.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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Maßgeblich Neues konnte Reker am Rande der letzten Sitzung des Hauptausschusses allerdings nicht berichten. Das PSW handelte Lügdes Verwaltungschef gleich eingangs ab, als er über die von der Hochtief-Tochtergesellschaft PSW Lippe GmbH auf deren Internet-Seite gestellte Einladung für den 26. November nach Elbrinxen berichtete (PN vom 5.11.).

Enthielt sich Reker dabei einer Wertung, so wächst unter Naturschützern indes der Unmut über die Veranstaltung. Denn im offiziellen Teil des Abends unter dem Titel „Notwendigkeit von PSW im Rahmen der Energiewende“ soll es bekanntlich nicht um das konkrete Projekt gehen. Vielmehr sollen von der Konzern-Tochter eingeladene Fachleute auf dem Podium das Für und Wider von Pumpspeicherkraftwerken generell beleuchten und diskutieren. Auf Fragen von Bürgern will die PSW Lippe GmbH erst nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung in Einzelgesprächen antworten. Mancher vermutet dahinter die Absicht, kritischen Stimmen nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu bieten. Denn, das hatten die Konzernvertreter schon Mitte 2013 betont: Eines der Kriterien für einen PSW-Standort im naturgeschützten Lügder Mörth wäre die „Unterstützung in Politik und Bevölkerung“.

Doch die scheint zu schwinden – obwohl die meisten Skeptiker auch unter den Politikern ihre Vorbehalte bisher nur hinter vorgehaltener Hand äußern.

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  • Auch in Lügde wirbt die Bürgerinitiative Transit Weserbergland für ihre Pyrmonter Veranstaltung.
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  • Im Vorfeld der Hochtief-Veranstaltung am 26. November soll in Elbrinxen eine Mahnwache gegen den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks im Lügder Natur- und Landschaftsschutzgebiet stattfinden. jl (3)

Möglich allerdings, dass der Widerstand gegen das Kraftwerks-Bauprojekt im Natur- und Landschaftsschutzgebiet bald mehr Gesichter bekommt. Denn die anonymen Betreiber einer eigens gegen das Pumpspeicher-Projekt im Lügder Mörth angelegten Internet-Seite planen für den 26. November um 19 Uhr, also eine halbe Stunde vor Beginn der Hochtief-Veranstaltungs, eine „Aktion Mahnwache“ vor dem „Lippischen Hof“. Im Aufruf dazu heißt es, willkommen seien Bürger, die „sich für den Erhalt der FFH-Gebiete in unserem Raum nach Recht und Gesetz einsetzen möchten“. Mit der Mahnwache wollen die noch immer unbekannten Projektgegner nach eigenem Bekunden ein Zeichen setzen gegen die „Marketingveranstaltung eines Konzerns“ im Innern des Elbrinxer Hotels.

Mit Blick auf das Thema Güterverkehr hat der Widerstand bekanntlich längst konkrete Formen angenommen: Auch in Lügde stehen große Plakate der Bürgerinitiative „Transit Weserbergland“. Für Freitag, 14. November, um 19 Uhr laden sie zu einer Protestveranstaltung in die Mensa des Pyrmonter Schulzentrums ein (wir berichteten). Bekanntlich wendet sich nicht allein die BI gegen eine verstärkte Nutzung der unter anderem durch Lügde führenden Bahnstrecke für den Güterverkehr. In den betroffenen Gemeinden wollen sich auch die meisten Politiker nicht damit abfinden, dass künftig trotz fehlenden Lärmschutzes Tag und Nacht Güterzüge durch die Orte zu rauschen drohen, wie die Gegner fürchten. Allerdings schätzt Bürgermeister Reker das Engagement der Lügder dagegen als nicht allzu groß ein. Im Hauptausschuss sagte er: „Das kommt hier in Lügde nicht so richtig in Gang.“

Zum Thema Stromtrasse erklärte der Rathaus-Chef: „Es scheint so zu sein, dass am Sued-Link‘ nicht gerüttelt wird.“ Hier sei im Auftrag der betroffenen Landkreise jetzt allerdings ein Fachbüro eingeschaltet worden. jl

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