weather-image
14°
Gewerkschaftsbund fordert von Land und Bund schnelles Handeln in Westfalen

Preisgünstige Fahrt für Azubis?

LIPPE/DÜSSELDORF. Ein verbilligtes Nahverkehrsticket für Auszubildende in Nordrhein-Westfalen fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund. Die DGB-Regionsgeschäftsführungen in Westfalen weisen die Verantwortlichen des Westfalentarifs und die Politik per offenen Brief auf ein Handlungsdefizit hin: „Zwar gibt es von allen Seiten viel Unterstützung dafür, Auszubildende gleichzustellen mit Studierenden, die schon heute NRW-weit gültige und stark vergünstigte Semestertickets haben.

veröffentlicht am 04.09.2018 um 16:37 Uhr

Während der Berufsausbildung sollte das Bus- und Bahfahren deutlich verbilligt sein, meint der DGB. Foto: dpa

Autor:

Hans Siedler
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aber es hakt bei der Umsetzung und der politischen Unterstützung der Landesregierung. Unser Verkehrsverbund ist inzwischen der einzige in NRW, der noch keine vergünstigte Verbundlösung für Azubis eingeführt hat“, bedauert DGB-Regionsgeschäftsführerin Anke Unger.

Schon 2017 hatte die DGB-Jugend Vorschläge gemacht, wie ein NRW-weites und preisgünstiges Azubi-Ticket umzusetzen sein könnte. Es soll Auszubildenden wahlweise als Monats- und Jahresticket angeboten werden – und sich beim Preis möglichst am Semesterticket orientieren, das aktuell knapp 40 Euro monatlich kostet.

Dank der politischen Unterstützung von vielen Seiten führten der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) schnell ein Azubi-Ticket ein. Jetzt ist der Aachener Verkehrsverbund (AVV) gefolgt. Der Monatspreis für Azubis beträgt jeweils um die 60 Euro. Gegenüber den typischen Preisen im Westfalentarif ist das ein großer Fortschritt: Über 1500 Euro im Jahr zahlt ein Azubi, der in Herford wohnt und in Gütersloh arbeitet, bisher für sein Monatsticket.

„Als DGB fordern wir eine NRW-weite Lösung, um die duale Ausbildung aufzuwerten. Aber die verbundweiten Tickets sind ein guter erster Schritt in die richtige Richtung, da sollte der WestfalenTarif schnellstmöglich nachziehen“ erläutert Unger. „Insgesamt sehen wir jetzt vor allem die schwarz-gelbe Landesregierung in der Verantwortung, die Verkehrsverbünde finanziell so zu stärken, dass schon bald ein attraktives NRW-weites Angebot für Azubis möglich ist.“ Die Umsetzungsdefizite im öffentlichen Personennahverkehr führt der DGB in erster Linie auf zu geringe öffentliche Investitionen in Busse und Bahnen und deren Infrastruktur zurück. „Land und Bund haben es in den letzten Jahren versäumt, den ÖPNV zu dem modernen, klimafreundlichen Verkehrsträger der Zukunft zu machen, den wir ganz dringend brauchen. Es mangelt gerade im ländlichen Raum an guten Verbindungen und einer angemessenen Taktung. So lässt sich keine Verkehrswende gestalten. Es ist gegen die Vernunft und alle Klimaabkommen, dass bei uns der Verkehrssektor der einzige ist, in dem es bisher keine Kohlendioxid-Einsparungen gibt.“ Laut Umweltbundesamt ist der Bus- und Bahnverkehr mindestens doppelt so klimafreundlich ist wie das Autofahren.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare