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So passt sich die Stadt auf dem Friedhof dem Zeitgeist an

Pflegearm und günstiger: Viel Platz für kleine Gräber

Lügde (jl). Seit zwei Jahren sind Urnenbestattungen mit 518 Euro pro Einzelgrab in Lügde deutlich teurer als zuvor. Doch die Nachfrage steigt weiterhin. „Von den ungefähr 100 Bestattungen, die wir jedes Jahr auf dem Lügder Friedhof haben, sind inzwischen die Hälfte Urnenbestattungen“, schätzt Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Köhne.

veröffentlicht am 11.12.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

6000 Quadratmeter für neue Urnengräber: Mit dem neu angelegten g
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Diesem veränderten Bedarf hat die Stadt jetzt Rechnung getragen – und ein großes Feldes speziell für Urnengräber anlegen lassen. 6000 Quadratmeter sind nun zwischen Kapelle und Kilianskirche für die kleinen Ruhestätten reserviert. Denn sie sind jeweils nur halb so groß wie normale Einzelgräber. „Und wir werden wohl auch noch eine Stelenwand aufstellen“, stellt Köhne in Aussicht.

Wie er sich die Lügder Tendenz zur Urne erklärt: „Manche älteren Leute fragen noch zu Lebzeiten nach den Bestattungsmöglichkeiten.“ Aus Gesprächen mit ihnen weiß er: „Sie wollen ihren Angehörigen nach dem Tod nicht nur Last fallen.“ Manche hätten ihre Kinder auch einfach zu weit entfernt wohnen, als dass die sich um ein Grab kümmern könnten. Zudem brauche ein Urnengrab nicht nur weniger Pflege, sondern koste auch 322 Euro weniger als ein normales.

Auf den ersten Blick deutlich teurer kommt die letzte Ruhe jene, die anonym oder in einem Rasengrab bestattet werden: Die anonyme Ruhestätte kostet in Lügde 1200 Euro, das Rasengrab sogar 1400 Euro. „Da ist das Mähen über einen Zeitraum von 30 Jahren inbegriffen“, so Köhne. „Es käme deutlich teurer, ein Grab so lange pflegen zu lassen.“

Schluss mit nassen Füßen zur Trauerfeier: Der Platz an der Friedhofskapelle soll im nächsten Jahr gepflastert werden. Fotos: jl

Irgendwann soll auf dem Friedhof auch eine zentrale Stelle zum Niederlegen von Blumen eingerichtet werden. Aber das ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Konkret fasst die Stadt im kommenden Jahr zwei Maßnahmen ins Auge: Die Fläche neben der Friedhofskapelle soll neu gestaltet werden. „Der Platz ist, gelinde gesagt, marode“, sagt Köhne – und weiß, dass die Sache teuer wird. Denn auch die Entwässerung ist in diesem Bereich ein Problem: „Als wir den Regenwasserkanal aufmachen mussten, waren wir erschrocken“, so der Beamte, der die Sanierung deshalb auf rund 10 000 Euro veranschlagt. „Da kommt ein ordentliches Pflaster hin, und es wird ein Baum gepflanzt“, beschreibt Köhne den Plan, dessen Verwirklichung der Würde des Ortes angemessen sein soll. Bisher nämlich holen sich Trauergäste, die bei Regen den riesigen Pfützen auf dem Platz kaum ausweichen können, schnell nasse Füße.

Weitere Kosten kommen auf die Stadt in der Kapelle selbst zu: 4000 Euro wird der Austausch der alten Bleiglasfenster kosten.

Von der Notwendigkeit der beiden Maßnahmen hat Köhne die Politiker im zuständigen Fachausschuss für Ordnung, Umwelt und Forsten bereits überzeugt. Sie stimmten bei einem Ortstermin während ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich dafür, die Arbeiten im kommenden Jahr in Angriff zu nehmen.



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