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Ärzte warten ab / „Auf Krawall gebürstet“

Patienten müssen fürs Erste keine Streiks fürchten

Lügde / Bad Pyrmont (jl). Die Patienten der niedergelassenen Ärzte in Lügde und Bad Pyrmont brauchen in den kommenden Tagen ganz offenbar keine Praxisschließungen zu fürchten. Denn die gestern Abend bekannt gewordene Annäherung im Honorarstreit zwischen Krankenkassen und Medizinern dürfte vorerst den Dampf aus dem Kessel nehmen. Weil erst am 4. Oktober weiter verhandelt werden soll, sind die zunächst schon für nächste Woche von einigen Berufsverbänden angedrohten Streiks abgeblasen.

veröffentlicht am 15.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

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Die noch bis gestern Abend im Raum stehende Honorarerhöhung um 0,9 Prozent war den Ärzten deutlich zu wenig, doch nun wollen die Kassen nachbessern: Von einer Verdreifachung des Angebots auf 900 Millionen Euro berichtete gestern vorab die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Damit würde das Honorarvolumen der rund 150 000 Kassenärzte und Psychotherapeuten um 3 Prozent steigen.

Zuvor hatten sich gestern zwei örtliche Mediziner im PN-Gespräch erbost über den Standpunkt der Kassen gezeigt: „0,9 Prozent mehr Honorar bei gleicher Arbeit sind eine Beleidigung“, sagte Dr. Bertel Berendes. Der Lügder Allgemeinmediziner warnt seit Jahren vor dem drohenden Landarztmangel insbesondere in Westfalen-Lippe mit seinen besonders niedrigen Patienten-Pauschalen und Verschreibungs-Budgets und sah den Arztberuf nun von den Krankenkassen regelrecht diskriminiert. Sowohl durch das Angebot als auch verbal.

„Wut und Ärger haben sich bei allen Kollegen angestaut“, sagte Berendes und hielt Aktionen der Ärzte durchaus für möglich, falls es zu keiner Einigung komme. Allerdings betonte der 69-Jährige: „Wir werden unsere Patienten nicht im Stich lassen.“Aber wir könnten zum Beispiel nicht mehr kodieren.“ Vermerkten die Ärzte in den Akten für die Kassen nicht mehr den Therapiegrund, sondern schrieben einfach „Verdacht auf Krankheit, dann bekämen die Kassen das zu spüren.

„Es herrscht Verbitterung. Die Kollegen sind alle sauer und auf Krawall gebürstet“, sagte Berendes‘ Pyrmonter Kollege Dr. Hans-Hermann Zimny über die Stimmung unter den niedergelassenen Hausärzten in der Kurstadt. „Wenn wir pro Kassenpatient pauschal 36 Euro pro Quartal bekommen und bei einem Schwerstkranken vielleicht sogar zwei Hausbesuche am Tag machen, dann ist das Angebot eine Lachnummer“, so Zimny. Die Honorare von Radiologen zum Maßstab zu nehmen, sei nicht fair gegenüber den vielen Hausärzten, die deutlich weniger verdienten.



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