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Der Marktplatz in Lügde war früher viel größer – als Umschlagplatz fürs Vieh

Ort des Handels und Wandels

Lügde. Der Marktplatz der Stadt Lügde dürfte bereits beim Entstehen der Stadt im 12./13. Jahrhundert eingeplant worden sein. Er wird als „Am Markte“ 1398 erstmals urkundlich erwähnt. Die damaligen Märkte waren zumeist Viehmärkte, von denen wenigstens vier im Jahr veranstaltet wurden. Da man für den Handel mit Tieren viel Platz benötigte, war der Marktplatz ursprünglich viel größer als heute. Auf der Darstellung der Grafschaft Pyrmont im Museum im Schloss Pyrmont, die aus dem 16. Jahrhundert stammt, lässt sich das noch gut erkennen. Der Marktplatz erstreckte sich über die Vordere Straße und Kanalstraße hinweg bis an die Stadtmauer. Im 16. Jahrhundert wurde er in diesem Bereich überbaut.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:42 Uhr

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Autor:

Manfred Willeke
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Im Hotel „Stadt Lügde“ am Marktplatz und in einem Haus an der Kanalstraße fanden sich bei Sanierungsarbeiten noch Reste des alten Pflasters und der ganz ursprünglichen Befestigung, einer Steinschüttung. Weil der Marktplatz nach der Verkleinerung für Viehmärkte zu eng war, wurden diese bis ins 20. Jahrhundert hinein teilweise vor dem Brückentor der Stadt, an der Emmer, abgehalten. Davon zeugen noch heute die in die Stadtmauer eingeschlagenen Ringe zum Anbinden des Viehs.

Einer der ältesten belegten Veranstaltungen, die auf dem Platz stattgefunden haben, ist der Weihnachtsmarkt. Er fand, weil der Advent einst Fastenzeit war, um das Fest der heiligen Katharina (25. November) statt und wird erstmals 1403 in einer Rechnung der Grafen von Pyrmont erwähnt.

Das Hauptgebäude am Marktplatz ist bis heute das Rathaus, vielfach „Kophus“ genannt, weil dort Händler und Bürger ihre Waren verkaufen konnten. Im oberen Geschoss „auf dem Saal“ tagten Bürgermeister und Rat der Stadt, zudem wurde dort Gericht gehalten. Erstmals erwähnt wird das Rathaus 1383. Es wurde 1548, 1557 und letztmals am 13. September 1797 bei Stadtbränden zerstört. Danach wurde der gesamte Marktplatz zunächst für die Verzimmerung der neu zu errichtenden Bürgerhäuser genutzt. Erst am 30. April 1799 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Rathaus. Das Gebäude wurde innerhalb eines Jahres errichtet und kostete über 10 000 Reichstaler. 1873 bis 1875 sowie 1890 wurde das Rathaus renoviert und nach dem Auszug der Feuerwehr 1910 für 353,14 Mark umgebaut; die Sparkasse erhielt dort Räume. 1945 wurde das Rathaus nach dem großen Hochwasser, das 1,50 Meter hoch im Haus stand, notdürftig repariert. Die dringende nötige Renovierung erfolgte nicht, sodass seit 1962 über einen Neubau nachgedacht wurde. Am 4. März 1965 wurde das neue Rathaus, ein „Betonrahmenbau“, eingeweiht. Er wird in diesen Wochen grundlegend renoviert und der Moderne angepasst.

Im Boden wurden Reste des historischen Marktplatz-Pflasters gefunden.

Nach dem Neubau des Rathauses wurde der Markplatz, der bis dahin gepflastert war, mit Platten belegt. In der Mitte waren für die Besucher der Stadtverwaltung und der Geschäfte Parkplätze eingerichtet worden. Im Rahmen der Stadtsanierung wurde der Markplatz 1985 neu gestaltet. In der Mitte entstand eine Freifläche für Veranstaltungen, der mittelalterliche Marktbrunnen wurde wiederhergestellt.

Fast genau drei Jahrzehnte später wurde der Marktplatz im vergangenen Jahr abermals neu gestaltet. Er erhielt Sitzplätze und einen Ziegenbrunnen. In der Mitte gibt es einen Platz für Veranstaltungen. Inzwischen seit fast 30 Jahren findet auf dem Platz freitags der Wochenmarkt statt.



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