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Lügde braucht einen Plan für mögliche Zukunftsprojekte – und baut auf Einmischung der Einwohner

Ohne Konzept keine Kohle

Lüdge. Was muss getan werden, damit Lügde und seine Ortsteile lebenswert bleiben? Antworten darauf soll ein neues Konzept geben. Dass muss her, weil sonst alle Fördertöpfe für künftige Projekte auf dem Land geschlossen blieben. Die Stadtverwaltung hofft, dass viele Bürger mitmachen – vor allem auch junge Leute.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 22:02 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Ob nun die Stadtgestaltung, der Emmerauenpark oder aktuell die Rathaussanierung – immer, wenn sich in den letzten Jahren in der Lügder Kernstadt etwas getan hat, murrte mancher in den Ortsteilen. Dabei sahen die Beschwerdeführer jeweils ihr Dorf vernachlässigt. Wenn dort etwas Neues entstand, dann gab es hier und da zwar auch Zuschüsse. Aber meist krempelten auch Ehrenamtliche die Ärmel hoch.

Und, klar: Die Fördertöpfe beim Land, dem Bund oder der Europäischen Union werden nicht voller. Wer sie anzapfen will, muss bestimmte Vorgaben erfüllen. Deshalb will die Stadt Lügde jetzt ein „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“ (IKEK) aufstellen lassen. Von dem soll ganz Lügde profitieren. Deshalb hat Bauamtschef Jens Bossen die Großgemeinde schonmal in drei Planungsräume eingeteilt (Grafik). Bei späteren Workshops sollen die Akteure aus diesen Arealen zusammenarbeiten. Einzelveranstaltungen in allen Ortsteilen hielte Bossen für übertrieben. „Dann workshoppen wir uns zu Tode“, glaubt er.

Was ihm wichtig ist: „Die Bevölkerung soll umfangreich beteiligt werden.“ Das heißt: Alle, die sich einmischen wollen und Ideen haben, wie Lügde und seine Dörfer vor dem weiteren Ausbluten durch Überalterung und Wegzüge bewahrt und somit für die Zukunft fitgemacht werden könnten, sind beim großen IKEK-Auftakttreffen willkommen. Dort und bei den später folgenden Workshops sollen (gerne auch ganz junge!) Einwohner und Vereine, aber auch Firmen mitbestimmen können, wohin die Reise geht. Der Termin fürs erste Treffen steht noch nicht. Aber Bossen möchte es möglichst noch vor der Sommerpause über die Bühne bringen.

Warum für Lügde wieder einmal ein großer Plan hermuss, erklärte er am Montagabend den Politikern im Lügder Bauausschuss: „Wer kein Konzept hat, wird bei der Förderung hintenrunter fallen.“ Wohl deshalb hatte er im Vorfeld immerhin schon einmal kein Problem damit, von den Ortsbürgermeistern „positive Rückmeldungen“ einzuholen.

Strategisch wird es darum gehen, Projekte zu finden und umzusetzen, die Lügde und seine Ortsteile auch künftig lebenswert machen. Die Sicherung der privaten und öffentlichen Daseinsvorsorge nennt Bossen hier als ein Stichwort.

Vorher steht natürlich eine Analyse an, die auch den Ist-Zustand in den Dörfern unter die Lupe nimmt: Was macht die Lebensqualität hier aus? Welche Angebote sind gut und könnten vielleicht noch ausgebaut werden? Aber auch: Was fehlt? Was muss besser werden – und wie lässt sich das machen?

Natürlich gibt es ein solches Konzept nicht gratis; die Planer kosten Geld. Aber 75 Prozent dieser maximal 50 000 Euro ausmachenden Summe gibt‘s als Zuschuss vom Land. Die spätere Umsetzung tatsächlicher Projekte könnte dann mit 65 Prozent der Nettokosten gefördert werden. Positiv indes: Beim Eigenanteil kann auch Eigenleistung angerechnet werden.

Bevor die Initiative gestartet werden kann, muss die Stadt bei der Bezirksregierung einen Förderantrag stellen. Den bereitet Jens Bossen gerade vor.



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