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Tabukriterien verringern Anzahl

Nur noch vier Zonen für die Windkraft in Lügde?

LÜGDE. Von maximal 93 – rein theoretisch – möglichen weiteren Windrädern für Lügde war die Rede, als die Stadtverwaltung 2014 die ersten Planungen zur Ausweisung von „Konzentrationszonen“ für neue Windenergieanlagen (WEA) präsentieren ließ. Aktuell scheint es, als bliebe nun noch Platz für knapp 20 Anlagen.

veröffentlicht am 22.08.2017 um 22:53 Uhr

Thomas Fiebig vom Ingenieurbüro Drees & Huesmann zeigt auf, was von den ursprünglich 19 Konzentrationszonen bleibt: Die durchkreuzten Areale sind tabu. Aktuell bleiben 4 Zonen übrig. Dort dürfte Platz für 19 neue Anlagen sein. 13 stehen bereits auf L
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Endgültig beschlossen haben Lügdes Lokalpolitiker aber noch nichts. Erst muss der Plan im Herbst noch einmal öffentlich ausgelegt werden. Dann können sich noch einmal alle Bürger und Unternehmen, aber auch Behörden, Umweltschutzverbände und Nachbarstädte bei der „Offenlegung“ über den aktuellen Stand informieren und Stellung nehmen. Erst, wenn diese Kommentare ausgewertet sind, beschließt der Rat die Ausweisung der Lügder Windenergie-Konzentrationszonen.

Bei der jüngsten Vorstellung des aktuellen Stands am Montagabend im Bauausschuss zeigte sich: Seit 2014 ist viel passiert. So bleiben von den anfangs umrissenen 19 Konzentrationszonen jetzt nur noch vier übrig. Der Platz auf diesen Flächen dürfte für maximal 19 Anlagen ausreichen.

Die Planer nennen diese Zahl zwar auch auf Anfrage nicht. Man wolle niemanden verunsichern, heißt es. In früheren Grafiken waren mögliche Standorte jedoch durchaus noch eingezeichnet. Und auch die Maximal-Zahl 93 war kein Geheimnis. Ein Blick auf die älteren Zeichnungen mit dem Fokus auf die aktuell verbliebenen Flächen lässt auf die Zahl 19 schließen. Möglich allerdings, dass sich daran noch etwas ändert. Abgesehen davon heißt das nicht automatisch, dass auf allen Potenzialflächen auch die jeweils mögliche Höchstzahl von Anlagen errichtet werden muss.

Drei der aktuell vier Vorrangzonen mit einer Gesamtfläche von knapp 286 Hektar finden sich beim Blick auf die Landkarte im mittigen Gebiet der Großgemeinde. Platz für vier Anlagen könnte sich demnach westlich von Harzberg finden (Konzentrationszone O). Ein weiteres Stück westlich, im Umfeld der vier bestehenden Dörenberg-Anlagen, könnte die größte Vorrangfläche (Zone D) liegen. Hier wäre Platz für weitere neun Anlagen. Wer von dort aus in Richtung Vahlbruch blickt, streift am Südrand des zu Bad Pyrmont gehörenden Waldes das dritte mögliche Vorranggebiet (Zone E). Hier wäre Platz für drei Windräder. Die südlichste der vier verbliebenen Vorrangflächen (Zone K) findet sich nördlich von Niese, im Umfeld der dort stehenden sieben Räder.

Aktuell liegen beim Kreis Lippe Anträge für 15 Windräder in Lügde vor, wie der verantwortliche Fachgebietsleiter Olrik Meyer auf Anfrage erklärt. Fast die Hälfte davon betrifft das „Repowering“, also die Aufrüstung der bei Niese stehenden Anlagen. Deren Leistung beträgt jetzt 150 und 250 Kilowattstunden. Sie sollen später 2 bis 3 Megawatt bringen, dürften also wachsen.

Warum die Stadt überhaupt Windkraft-Konzentrationszonen ausweisen muss: Nur so kann sie Einfluss nehmen auf den Windenergie-Zubau. Denn natürlich scharren Investoren hier wie anderswo mit den Hufen. Und die Gesetze auf Bundes- und Landesebene räumen der WEA-Errichtung Vorrang ein. Deshalb muss jede Kommune genügend Raum für neue Anlagen ausweisen. Städte, die hingegen neue Räder ohne fundierte Begründung ablehnen, haben vor Gericht schlechte Karten gegen verhinderte Investoren. Um bei der hochkomplexen Vorarbeit auf der sicheren Seite zu sein, hat die Stadt Lügde zwei Planungsbüros mit der Erstellung der Pläne beauftragt.

Wie groß das Interesse am Thema mittlerweile ist, zeigte sich an den vollbesetzten Zuschauerreihen am Montagabend im Ratssaal. Die „Windmüller“ hielten sich diesmal mit Wortbeiträgen zurück. Dafür gab es kritische Fragen aus dem Publikum, etwa zu den Auswirkungen von Infraschall auf den Körper, zu den Abständen zu Horsten schützenswerter Vögel oder zur Windenergie-Akzeptanz allgemein. Nach dem Zwischenbericht der Planer stimmten acht nicht befangene Politiker bei einer Enthaltung für den vorgestellten Kriterienkatalog und die Flächenkulisse.



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