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Den Bedürfnissen alter Menschen vor Ort auf der Spur: Lügder Seniorenbeirat sucht das Gespräch

Nur einsam? Oder auch arm?

Lügde. Fragen über Fragen und das Anliegen, alte Menschen nicht sich selbst zu überlassen, bestimmten den ersten „Runden Tisch“, zu dem Lügdes Seniorenbeirat jetzt die in der Seniorenarbeit tätigen Vertreter der Kirchengemeinden, Pflegedienste, Caritas, Diakonie und des Johanniterstiftes eingeladen hatte. Besonders beschäftigte die Ehrenamtlichen um den Vorsitzenden Hubert Thiele dabei die Frage, ob Lügde einen „Tisch“ oder eine „Tafel“ brauche, wie es sie in den Nachbarstädten Bad Pyrmont oder Schieder-Schwalenberg gibt.

veröffentlicht am 13.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

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Der demografische Wandel führe dazu, dass es immer mehr ältere Leute gebe, die nicht alleine den Weg zum Arzt oder Einkaufen bewältigen, geschweige denn an Veranstaltungen teilnehmen könnten, für die sie sich interessieren. Auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zwischen der Lügder Kernstadt und den Ortsteilen beziehungsweise nach Detmold und Höxter zeigt sich der Vorsitzende äußerst unzufrieden. Beirats-Mitglied und Bürgerbus-Fahrer Bernd Waltemode berichtet, dass Fahrgäste des Bürgerbusses ihm gestanden „ich kann nicht vier Euro für den Bus ausgeben“, der ohnehin nur selten fahre. Einen Eindruck teilen jedoch alle Senioren-Kümmerer: Wer Hilfe braucht, der hat oft eine falsche Scham.

Annemarie Willeke von der Elisabeth-Konferenz weist darauf hin, dass für einen Mittagstisch dringend neue und jüngere Ehrenamtliche benötigt würden, denn: „Wir sind auch alle alt.“ Und Beate Winkler, die Pflegebedürftige und deren Angehörige für die Diakonie berät und betreut, betont: „Da mangelt es nicht in erster Linie am Essen, sondern an menschlichen Beziehungen“.

Interessierte Bedürftige wie auch Helfer sind nun aufgerufen, sich beim Seniorenbeirat zu melden. Darüber hinaus nahm Hubert Thiele besonders die anwesenden Einrichtungen in die Pflicht, ihm Zahlen für eine Grobplanung zu nennen, für wie viele Menschen ein warmes Essen in Gemeinschaft – ähnlich dem „Bad Pyrmonter Tisch“ – oder für das Verteilen von Lebensmittelpaketen an Bedürftige (wie bei der „Schieder-Schwalenberger Tafel“) infrage käme. Bei der Finanzierung eines solchen Projektes könne die „Schwering-und- Hasse-Stiftung“ helfen, so Thiele.

Doch „welches Angebot trifft am ehesten den Nerv der Menschen?“, fragt der katholische Pfarrer Marc Stücker. Und sein evangelischer Amtskollege Holger Nolte-Guenther sagt: „Alle, die solche Angebote machen, haben gesagt, dass es viel mehr Menschen sind, als sie zuvor angenommen hatten.“

„Die Pyrmonter haben Erfahrungswerte“, bekräftigt Beiratsmitglied Dieter Stumpe. Er will nun beim Betreiber des „Pyrmonter Tisches“ in Erfahrung bringen, wie sie es bewerkstelligen, dreimal in der Woche 25 bis 30 Menschen im St.-Georgs-Gemeindehaus mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Margret Bigos hingegen schlägt einen Senioren-Treffpunkt in der Lügder Kernstadt vor, „um Kaffee zu trinken und sich zu unterhalten“.

Hubert Thiele zeigte sich indes erfreut über den guten Besuch des Treffens und will in einem halben Jahr weiter mit den Vertretern der Einrichtungen erörtern, welche vorläufigen Ergebnisse vorliegen. Eine gute Nachricht hatte der Vorsitzende für die Bürgerbus-Nutzer: Das bereits bestellte Fahrzeug werde ein Niederflur-Bus. Das vereinfache auch den Transport von Fahrgästen im Rollstuhl oder mit Rollator. cg

Hubert Thiele (v.re.), Frieder Hagemann und Dieter Stumpe luden jetzt erstmals ins Lügde Rathaus zum „Runden Tisch“ ein. Sie wollen die Bedürfnisse anderer älterer Menschen noch besser ergründen. cg



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