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Warum Kämmerer Wigge Lügdes Politiker zum Sparen mahnt

„Nicht nur auf Hilfe von außen verlassen!“

Lügde. Jetzt schlüge „die Sternstunde des Kämmerers“, sagte Bürgermeister Heinz Reker am Montagabend im Lügder Ratssaal. Doch bei der Einbringung des Haushalts für 2014 trug Hans-Jürgen Wigge keine Spendierhosen. Er verdeutliche den Ratspolitikern vielmehr, dass die steigenden Kosten für Soziallasten den Spielraum der Stadt noch weiter verkleinern werden. So erklärte er kurzerhand den „Finanzierungsvorbehalt“ zu seinem persönlichen Wort des Jahres. Die Pro-Kopf-Verschuldung bezifferte er auf 1553 Euro, wenn die gesamten rund 15,5 Millionen Euro Schulden der Stadt auf die mittlerweile nur noch 9990 Lügder umgelegt würden.

veröffentlicht am 18.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Mit Blick auf die in den kommenden Jahren zu erwartenden roten Zahlen im Lügder Haushalt meinte er, das Wort Finanzierungsvorbehalt bekomme vor dem Hintergrund von jeweils um die 1,5 Millionen Euro nicht durch Einnahmen gedeckter Ausgaben „eine ganz neue Bedeutung“.

Um die Kosten etwa für die aus Detmold verlangte Kreisumlage sowie die Jugendamtsumlage tragen zu können und obendrein noch notwendige Investitionen und Reparaturen etwa an ihren Gebäuden und Straßen anschieben zu können, muss die Stadt zwar noch keine Kassenkredite aufnehmen; das dürfte erst Ende 2015 soweit sein. Aber schon jetzt muss sie ihr Erspartes angreifen. Die mittelfristig drohende Folge: Zweigt Lügde zweimal in Folge fünf Prozent oder einmal ein Viertel aus seiner allgemeinen Rücklage ab, um seinen Haushalt auszugleichen, dann muss ein Haushaltssicherungskonzept her. Über eine Dachreparatur, Malerarbeiten in einer Schule oder den Sonnenschutz in der Kita dürfen nicht mehr allein die Politiker im Rathaus entscheiden. Da reden dann Sparkommissare von außerhalb mit. Ganz so weit ist es in Lügde zwar noch nicht. Allerdings muss sich die Stadt 2014 immerhin die Verringerung ihrer Rücklage genehmigen lassen.

Vor diesem Hintergrund wirken die diversen Projekte, die bei der Stadtverwaltung für 2014 auf dem Zettel stehen, noch größer, als sie ohnehin schon sind. So steht nach wie vor der Grunderwerb rund um das geplante „Marienhöfe“-Quartier an. 110 000 Euro könnte es kosten, das Rathaus auf Vordermann zu bringen (wir berichteten). Und dann ist da noch die Erneuerung des Schulzentrums auf dem Ramberg. Für den Einstieg waren im 2013er-Haushalt schon 100 000 Euro eingeplant; die könnten jetzt auf 2014 geschoben werden. Arbeiten an der Wasserversorgung (270 000 Euro), an Straßen, Brücken (821 000 Euro) und dem Hochwasserschutz (rund 175 000 Euro) kommen noch hinzu.

Alles Gründe also, um beim Kämmerer kein echtes Sternstunden-Gefühl aufkommen zu lassen – zumal die Stadt die Folgen des demografischen Wandels deutlich spürt. „Finanziell sind wir schon mittendrin“, sagt er. Ein Verlust von fast 1000 Einwohnern in fünf Jahren bedeute einen Verlust von einer Million Euro Ertragskraft.

Für Hans-Jürgen Wigge ist klar: „Um die Schieflage zwischen Erträgen und Aufwendungen beseitigen zu können, muss Hilfe von Bund und Land kommen. Aber wird dürfen uns nicht nur auf Hilfe von außen verlassen!“

Was Lügde an Steuern und Gebühren einnimmt, reicht nicht, um die Ausgaben zu decken. jl



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