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Kassenärztliche Vereinigung vermeldet neue Hausarzt-Zulassungen – aber keine in Lügde

„Nicht jede Einzelpraxis überlebensfähig“

Lügde. Was die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe gestern vermeldete, hörte sich klasse an: „Über 50 neue Ärzte, Psychotherapeuten und Psychiater“ betitelte die KV ihre Pressemitteilung. Wörtlich hieß es darin weiter: „Die ambulante Versorgung der Patienten in Westfalen-Lippe hat sich den letzten Monaten weiter verbessert.“

veröffentlicht am 11.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 09:16 Uhr

Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Lügder Patienten werden davon allerdings nichts bemerken. Denn keine der zwölf Hausarzt-Neuzulassungen fällt in das Gebiet der Emmerstadt. Die meisten neuen Ärzte werden sich laut KV in den Bereichen Bielefeld, Gütersloh oder Herford niederlassen.

„Lügde bildet zusammen mit Blomberg und Schieder-Schwalenberg den Mittelbereich Blomberg“, erklärt KV-Sprecher Christopher Schneider. „Und hier sind derzeit zwei Plätze für Hausärzte frei.“ In ganz Lippe seien es 32 Plätze.

Wenn nicht ein Wunder geschieht und es plötzlich junge Ärztinnen und Ärzte mit reichlich Landlust regnet, dann dürfte sich diese Situation schon in wenigen Jahren zu einem handfesten Mangel ausweiten – ganz so, wie es der Lügder Allgemeinmediziner Dr. Bertel Berendes (71) seit Langem voraussagt. Denn bekanntlich sind fünf der insgesamt acht in der Großgemeinde Lügde praktizierenden Hausärztinnen und -ärzte teils deutlich über 60 Jahre alt. Wenn sich der eine oder andere von ihnen in absehbarer Zeit aus dem Berufsleben zurückzöge, wäre das kaum verwunderlich. Übrigens: In ganz Westfalen-Lippe hat jeder dritte der aktuell etwa 4900 Hausärzte die 60 überschritten.

Ein Patentrezept gegen den Ärztemangel hat auch die Kassenärztliche Vereinigung nicht. „Wir werden nicht von Bewerbungen überflutet“, räumt Christopher Schneider ein. Weil der Beruf des Allgemeinmediziners nun einmal nicht der attraktivste sei, tendiere die Mehrheit der jungen Mediziner und, vor allem, Medizinerinnen in Praxisgemeinschaften oder Krankenhäuser. „Junge Ärzte scheuen anfangs wohl auch das hohe Maß an Verantwortung“, glaubt der KV-Sprecher. Er geht davon aus, dass in Zukunft, „nicht mehr jede Einzelpraxis überlebensfähig“ sei.

Für viele Patienten bedeutet das: Jeder Arztbesuch wird zur logistischen Herausforderung. Denn der Mediziner praktiziert nicht mehr um die Ecke, sondern ist nur im Auto, per Taxi, Bus oder Bahn zu erreichen.

„Man kann nur versuchen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um möglichst viele Argumente gegen eine Niederlassung auf dem Land auszuräumen“, sagt Christopher Schneider. Dazu zähle die Sperrung von Ballungsräumen für niederlassungswillige Ärzte, aber auch ein Herunterschrauben der Regressgefahr. Hier baut Schneider auf die Umsetzung der Ergebnisse aus den Verhandlungen der Großen Koalition in Berlin.



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