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Warum Lügdes Bürgermeister bei Netzbetreiber Tennet anrief

„Nicht glücklich“

Lügde. Mit der vom Stromnetz-Betreiber Tennet geplanten „SuedLink“-Trasse (PN von Donnerstag) ist es ein bisschen wie mit dem Pumpspeicherkraftwerk, das Hochtief ins Lügder Mörth-Waldgebiet zu bauen wünscht: Den meisten Menschen fällt es schwer, einen Standpunkt für sich zu finden. Zur eigenen Positionierung sind noch zu viele Fragen offen. Nicht jeder mag den Konzernen alles glauben, auf deren Agenda die Projekte stehen. Denn kaum jemand weiß, ob dieses oder jenes Projekt tatsächlich so unerlässlich und alternativlos ist, wie es den Anschein hat.

veröffentlicht am 07.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 08:55 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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So verhalten die meisten Reaktionen auf den PSW-Plan im Mörth bisher sind, so sehr treibt die potenziell von der Südlink-Trasse Betroffenen die Sorge um, dass sie künftig beim Blick aus dem Fenster einen Stärkststromleitungsmast vor der Nase haben könnten.

Entsprechend überrascht war Bürgermeister Heinz Reker, als er am Mittwochabend beim Blick auf die wenige Stunden zuvor von Tennet öffentlich gemachte Trassenplanung feststellen musste, dass „Südlink“ ausgerechnet Lügdes Südstadt ziemlich sicher irgendwo streifen dürfte. „Welche Orte betroffen sind, lässt sich aus der Skizze zwar nicht ganz genau ablesen“, räumt der Verwaltungschef ein. Denn auf der vom Netzbetreiber veröffentlichten Karte fehlen Wegmarken wie etwa die Emmer, die Landesgrenze, Lügde und erst recht seine Ortsteile ganz. „Aber es scheint, als führe die Leitung mitten durch die Südstadt.“

Weil der Bürgermeister mehr wissen wollte, hängte er sich gestern gleich ans Telefon. Er rief allerdings auch deshalb bei Tennet in Bayreuth an, um bei dem Netzanbieter seinen Unmut über die Informationspolitik in Sachen Netzausbau loszuwerden. „Es ist nicht glücklich, wenn man als Bürgermeister von so etwas nicht direkt, sondern nur eher zufällig erfährt“, findet Reker und erklärt, was man ihm mitgeteilt habe: „An die betroffenen Kommunen sei eine E-Mail unterwegs“, habe es geheißen. „Aber die ist bei mir noch nicht angekommen.“

Heinz Reker

Auf seine Frage nach alternativen Streckenführungen habe er die Auskunft bekommen: „Das ist die Trasse, die wir favorisieren.“ Eine Alternative gebe es momentan nicht.

Und was wäre, wenn die an bis zu 70 Meter hohen Masten hängenden Freileitungen direkt durch ein oder gar mehrere Lügder Südstadt-Wohngebiete oder ganz nah daran vorbei führen würden? „Wenn der Bau der Leitung tatsächlich alternativlos und unumstritten notwendig wäre, dann könnte es nur zu einer Erdverkabelung kommen“, glaubt Reker. „Als Bürgermeister muss ich die Sorgen der Menschen um das Landschaftsbild und vor allem um ihre Gesundheit ernst nehmen.“ Letztere müsse „das oberste Kriterium“ bleiben. Gewisse Eingriffe in die Landschaft müsse man als Preis der Energiewende wohl sicher in Kauf nehmen – nicht aber Gefahren für die Gesundheit. Das Dilemma, in dem (nicht nur) Heinz Reker sich sieht: „Wem kann man glauben – und wem nicht?“



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