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Weitere Firma peilt sieben Windräder an

Neun Anträge, zwei Klagen

LÜGDE. Bisher drehen sich 13 Windkraftanlagen auf Lügder Gebiet. 2017 hielt der damalige Bauamtschef Jens Bossen den Bau von knapp 20 weiteren Anlagen in den künftigen Konzentrationszonen für möglich. Weil deren Ausmaße sich wohl nicht erheblich ändern, könnte es dabei bleiben. Die Zahl der Anträge ist indes gesunken.

veröffentlicht am 06.12.2018 um 22:20 Uhr

Beim Kreis Lippe liegen derzeit Anträge zum Bau von neun Windkraftanlagen vor. Foto: Archiv
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Vor viereinhalb Jahren, als die Stadt – durch entsprechende Energiewende-Vorgaben, Gesetze und Gerichtsurteile genötigt – die Aufstockung ihrer Windkraft-Konzentrationszonen anschob, lagen Anträge zum Bau von sieben weiteren Anlagen vor. Bis August 2017 stieg ihre Zahl auf 15 an. Fast die Hälfte davon betraf das „Repowering“, also das Ersetzen älterer Räder durch neue, größere und leistungsstärkere Anlagen. Vor allem in der Lügder Südstadt. Damals galt in den künftigen Konzentrationszonen der Bau von insgesamt 19 neuen Anlagen als möglich.

Mittlerweile ist die Zahl der Anträge allerdings gesunken. Aktuell liegen dem Kreis Lippe nach Auskunft des verantwortlichen Fachgebietsleiters Olrik Meyer Anträge für neun Anlagen auf Lügder Gebiet vor. Die Reduzierung erklärt Meyer damit, dass „wir in ganz Lippe Anträge abgelehnt haben, wo keine Konzentrationszonen vorhanden sind“. Daraufhin hätten einige Interessenten ihre Anträge zurückgezogen. Die Bauwilligen von zwei Anlagen hätten allerdings gegen die Ablehnung geklagt. Meyer: „Das Verwaltungsgericht Minden muss sich mit der Frage beschäftigen: ,Gibt es Anhaltspunkte, warum Lügdes aktueller Flächennutzungsplan nicht hält?`“ Die Verfahren seien noch nicht entschieden.

Einige der neun derzeit vorliegenden Anträge sorgen übrigens für ein Platzproblem. Denn die Projekte konkurrieren miteinander – und schließen sich somit gegenseitig aus: Statt neun Anlagen hätten auf den ins Auge gefassten Flächen nach Meyers Schätzung nur sechs Räder Platz.

Bei der Entscheidung greift in solchen Fällen generell die klassische Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Für nur schnell pro forma gestellte Anträge gilt das allerdings nicht. Im Vorteil ist der Bauinteressent, der als Erster einen wirklich prüffähigen Antrag vorlegt. Das hatte im September das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschieden. In dem seit vier Jahren laufenden Rechtsstreit war es darum gegangen, welches von zwei benachbarten Windkrafträdern konkurrierender Betreiber bei Wind aus einer bestimmten Richtung abgeschaltet werden muss, um nicht die Standsicherheit des anderen zu gefährden.

Doch zurück nach Lügde. Hier bleibt die Frage spannend, wie es weitergeht, wenn die Stadt – vermutlich irgendwann 2019 – die mutmaßlich vier künftigen Windenergie-Konzentrationszonen (wir berichteten) endgültig festgelegt hat. Ein Vorhaben, dass Olrik Meyer übrigens „hervorragend“ findet. Denn er kennt Orte, die vor dieser komplexen Aufgabe kapituliert haben. „Kommunen haben es äußerst schwer, in der Situation sich immer wieder ändernder Rechtssprechung rechtssichere Entscheidungen zu treffen.“ Neue Urteile irgendwo in Deutschland werfen nicht selten fast fertige Pläne über den Haufen, deren Erstellung durch externe Büros die Städte jedes Mal viel Geld kostet.

An der letzten Bauausschuss-Sitzung am Montagabend im Lügder Rathaus nahmen übrigens auch Vertreter eines Windkraft-Unternehmens teil. „WestWind Energy“ hat hier zwar noch keine Anträge gestellt, peilt aber die Errichtung von sieben Anlagen an. Die Akquisegespräche mit Lügder Grundbesitzern laufen bereits.



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