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SPD schiebt Seniorenbeirat an / Nun wird von Bodecker eingeladen

Neue Hoffnung: Gibt’s nun doch bald eine Lobby für die Älteren?

Lügde (rom/jl). Die SPD unternimmt einen neuen Anlauf zur Gründung eines Seniorenbeirates in Lügde. Auf Antrag der Sozialdemokraten befasste sich der Ausschuss für Jugend, Senioren, Kultur, Sport und Soziales gestern Abend mit dem Thema. Es ist der dritte Versuch der SPD, die Gründung eines Seniorenbeirats anzuschieben. In der Vergangenheit hatte der damalige Bürgermeister Hubert Scholand (CDU) und Teile der Politik die Anträge der SPD wiederholt abgeschmettert.

veröffentlicht am 27.04.2010 um 22:49 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

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„Senioren sind eine große Zielgruppe, und das mit steigender Tendenz“, sagt Lügdes Stadtverbands- und Fraktionschef Jörg Eickmann. Besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – der alternden Gesellschaft – müsse sich die Politik verstärkt um die Belange der Senioren kümmern. Und die SPD sieht hier die Kommunen in der Pflicht.

Mehrere Gründe führen die Sozialdemokraten für die Schaffung eines Seniorenbeirates ins Feld. Ein solches Gremium gestalte den demografischen Wandel mit, praktiziere politische Teilhabe, wirke im vorparlamentarischen Raum und wirke stets generationsübergreifend. Auch haben sich Seniorenbeiräte aus Sicht der SPD in anderen Städten bewährt, darunter in Bad Pyrmont. Dort existiert seit 17 Jahren eine solche Seniorenvertretung.

CDU, FWG und FDP hatten die Gründung eines Beirates in Lügde in der Vergangenheit verhindert. Den Vorstoß der SPD nannten sie zwar einen gut gemeinten Vorschlag. Allerdings sahen sie Senioren gut in die Gesellschaft integriert, etwa in den Vereinen. Einen Beirat hielten sie daher für überflüssig. CDU-Fraktionschef Thomas Blum nannte einen Seniorenbeirat einst ein Pseudogremium. FWG-Fraktionschef Jürgen Hundertmark sagte: „Ein Seniorenbeirat in Lügde wäre so überflüssig wie ein Kropf.“

SPD-Chef Eickmann indes ist zuversichtlich, dass der dritte Anlauf seiner Partei erfolgreich sein wird. „Die Bedingungen sind jetzt besser“, sagte er mit Blick auf den neuen Chef im Rathaus. Ex-Bürgermeister Scholand hatte seinerzeit gesagt, dass für einen Seniorenbeirat keinerlei Personalkapazität im Rathaus vorhanden sei und die Gründung eines Seniorenbeirates daher abgelehnt. Mit dem neuen Antrag wolle die SPD nun das Gespräch wieder in Gang bringen, sagt Eickmann weiter. Dazu wollten die Sozialdemokraten auch Hans-Georg von Bodecker in einen Ausschuss einladen. Von Bodecker ist der Vorsitzende des Seniorenbeirates in Bad Pyrmont. Er soll den Politikern dann Informationen aus erster Hand über die Arbeit des Gremiums liefern. Von Bodecker hatte die SPD schon einmal zu einer Sitzung eingeladen. Mit den Stimmen von CDU, FWG und FDP hatte die SPD den Pyrmonter damals aber wieder ausladen müssen. Der Chef des Seniorenbeirates in der Kurstadt hatte diesen Beschluss bedauert. „Das ist wirklich traurig“, hatte von Bodecker damals gesagt. „Ich habe den Eindruck, dass diese Ratssitzung nicht gerade eine Sternstunde der Demokratie war“, erklärte Hans-Georg von Bodecker seinerzeit auf Anfrage.

Zwar brachten die Politiker gestern Abend noch nicht die Gründung eines Beirats auf den Weg. Immerhin aber verständigten sie sich darauf, Hans-Georg von Bodecker demnächst wirklich einzuladen, um sich von ihm erklären zu lassen, was so ein Seniorenbeirat macht – „und dann kann man immer noch weitersehen“, wie Jörg Eickmann befand.

Und tatsächlich dürfte er künftig auf breitere Unterstützung hoffen können. Denn für die CDU prognostizierte Ute Schaper, dass die Fraktion „das auch mitträgt“. Und auch Hubert Klenner (FWG) sah es als sinnvoll an, die Interessen älterer Menschen künftig mehr zu berücksichtigen. So seien etwa fehlende Bänke unter Älteren ein „Top-Thema“, das es zu berücksichtigen gelte.

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