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In der Mittleren Straße hat sich viel getan / Fördertopf für Fassadenrenovierungen

Neue Geschäfte, neue Lokale

Lügde. Was lange währt, wird endlich gut – so sagt man. Nun ist die Mittlere Straße verkehrsberuhigt, mit einem ansehnlichen Straßenpflaster versehen worden, während bereits im letzten Jahr Anwohner damit begonnen hatten, ihre alten, teils sehr unansehnlichen Fachwerkhäuser zu sanieren und zu verschönern. Einer beginnt und die anderen ziehen nach, um den Lügder Stadtkern neu, frisch und freundlich zu gestalten. Dazu gehört auch, die Geschäfts- und Restaurant-Welt zu beleben.

veröffentlicht am 21.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Claudia Guenther
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„Wenn viele Geschäfte da sind, dann kommen auch mehr Kunden“, beobachtet Marianne Seitz, Inhaberin des pbs (Papier-, Büro-, Schulbedarf) an der Mittleren Straße. Sie hat ein neues ansprechendes Grußkartensortiment mit sinnigen und unsinnen Sprüchen, zudem können die meisten Bücher am folgenden Tag abgeholt werden, wenn die Bestellung bis 12 Uhr erfolgte. Außerdem nimmt sie Hermes-Pakete an. Die Geschäftsfrau und ihr Ehemann Dietmar, der auch als Handelsvertreter für Grußkarten unterwegs ist, wollen noch mal richtig durchstarten. Bei Kundin Jutta Gartemann kommt das neue Kartendesign gut an. Die bunten Luftballons an der Markise sowie die zwei Gartenstühle vor dem Schaufenster sind ein bunter Blickfang und laden zum Verweilen und Klönschnack am Straßenrand auf. „Man soll aufrechterhalten, was geht“, meint die Lügderin und will ihr Sortiment demnächst um Süßwaren erweitern, vielleicht später auch um Brötchen.

„Das neue China-Restaurant sieht toll aus“, sind beide Frauen einer Meinung. Dort hat Khamxay Bounketh seit Wochen viel in Eigenleistung erbracht. Der gelernte Koch und Betreiber des Chinglong-Imbisses gleich um die Ecke in der Brückenstraße half seiner Schwester Saifon Schramm bei der Renovierung des neuen „China-Thai Restaurant Chinglong“.

Aus China importierte Möbel im edlen asiatischen Stil, ein Glücksdrache, von buddhistischen Mönchen drapierte Vorhänge, „das können die Mönche gut“, freut sich Bounketh darüber ebenso, wie über die Glücks- und Segenssymbole der Mönche an der Eingangstür und an den Spiegeln des Restaurants. Ein Passant betritt das Ladenlokal, als er Bounketh sieht. Er habe die Renovierungsarbeiten beobachtet, sagt Uwe Grove und fragt: „Gibt es hier auch ein Buffet?“ „Ja, jeden Tag“, bestätigt der Koch. „Ab Freitag, 11.30.“ Ebenso gebe es normale Tellergerichte und auch der Bring-Service bleibe erhalten, während seine Frau Jantajohn frischen Salat für die Familie zubereitet und Tochter Lili daneben spielt.

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  • Findet regen Zuspruch: Der „Tante-Emmer“-Laden von Angelika und Holger Busch in der Schulstraße. cg(5)
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„Die ganze Fußgängerzone ist klasse geworden“, meint der Pyrmonter Simon Dudek, der die Pizzeria „Vulkano“ bereits als sein Lügder Stammlokal ansieht. „Das Essen ist gut und die Portionen sind groß. Wir waren hier schon ein paarmal und das, obwohl das Lokal erst vor zwei Wochen eröffnet hat.“ Dudek begrüßt die Verkehrsberuhigung sehr. „Vorher wäre das hier nicht möglich gewesen“, sagt er und lehnt sich gemütlich an die Rückenlehne der draußen ausgestellten Holzmöbel. „Diese Ecke, diese Atmosphäre, hier draußen zu sitzen und das leckere Essen zu genießen“, das sei ein richtiger Feierabend. Das frische Gemüse für die Pizzen wird allerdings vom Pyrmonter Ogurmarkt geliefert, gibt Inhaber A. Corak Auskunft.

Gerade erst wurden die Fassaden von drei Häusern gestrichen, berichtet Gregor Günnewich vom Lügder Bauamt. Da es „einen höheren Aufwand und höherwertige Farbe“ erforderte, die alten Fachwerkhäuser zu sanieren, und auch die kleineren Abschnitte zwischen den Holzbalken und die Balken selbst mit einer speziellen atmungsaktiven Farbe gestrichen werden müssten, gebe es bei der Stadt einen Fördertopf. Um die fachgerechte Sanierung der Bürger zu unterstützen, beispielsweise mit Holzsprossenfenstern statt mit Kunststofffenstern, könnten Zuschüsse von den Eigentümern beantragt werden.

Bereits zwei weitere Häuser in der Mittleren Straße stehen auf der Liste zur Bewilligung. So hat das fertiggestellte Haus Nummer 18 sogar eine Holzbank und einen Buchsbaumkübel vor dem Hause stehen – als ob das frisch gestrichene Haus nach weiteren kleinen, das Auge erfreuenden, Gesten verlange. Die angepflanzten Stauden im Bauerngartenstil in den Beeten die Straße entlang sowie einige blühende Balkonkästen unterstreichen den entstehenden nostalgischen Charme.

„Hier findet man immer was“, freut sich Sabine Deppenmeier, die extra aus Schieder gekommen ist, um im neuen „Tante Emmer“-Laden von Angelika und Holger Busch zu stöbern. Das wunderhübsche Geschäft, das das Ehepaar an ihr Wohnhaus anbaute und mit geschmackvollen Wohnaccessoires, Metallschildern und Jutebildern mit sinnigen Sprüchen ausgestattet ist, verfügt über Badezubehör vom Feinsten und ausgewählte Kleinigkeiten für Kinder. Das alles und auch Holger Buschs Krimispiele, erinnern an skandinavische Leichtigkeit.

Der Name „Tante Emmer“ ist Programm. Der Laden ist liebevoll eingerichtet mit viel Holz und teilweise im nostalgischen Stil gehalten. Neben der Kasse stehen Schraubgläser mit Süßigkeiten. Emmertang, Emmermuscheln, Emmerkies und Emmerkrebse sollen hier vernascht werden. Zur Eröffnung während des Liuhidi-Marktes gab es reichlich sprudelhaltige Flüssigkeiten, um die Leckereien danach problemlos runterzuspülen.

Frisch gestrichen: Auch die Häuser in der Mittleren Straße sehen ansehnlich aus. Foto: rechts: Die Pizzeria „Vulkanos“ hat schon Stammkunden.

Marianne Seitz (re.), Inhaberin des Geschäfts pbs Schul- und Bürobedarf, präsentiert Kundin Jutta Gartemann das neue Angebot.



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