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Anschaffung soll komplett aus Spenden finanziert werden / Fraktionen beraten über Umgestaltung

Neue Bronzeplatten am Kriegerdenkmal

LÜGDE. Der Heimat- und Museumsverein möchte das Lügder Ehrenmal nicht nur restaurieren, sondern umfassend umgestalten. Während die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf Bronzeplatten an der Wallmauer verewigt sind, sind die Namen der Toten des Ersten Weltkriegs in die Steinplatten der Stele gemeißelt. Dort sind sie auch mit dem unbewaffneten Auge noch gut zu erkennen. Dennoch hat nicht nur der Witterungsprozess Spuren hinterlassen, sondern auch Farbsprayer.

veröffentlicht am 28.06.2017 um 19:24 Uhr

Josef Huppertz erklärt, dass sich die von Sprayern angesprühte Farbe von den Steinplatten an der Stele kaum entfernen lässt – im Gegensatz zu den Bronzeplatten, die sich völlig problemlos reinigen lassen.Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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„Um die Schrift wieder deutlicher hervortreten zu lassen, hatten wir zunächst die Idee“, berichtete Josef Huppertz, „die Steinoberfläche einzufärben und dann abzuschleifen.“ Dadurch wäre letztendlich nur die tieferen Buchstaben farbig. Die Experten winkten allerdings ab. Ginge nicht, die Platten wären ohnehin schon mal abgeschliffen worden, um die Farbschmierereien zu beseitigen. Und vor einer weiteren Sprayattacke wäre der Stein dadurch auch nicht gefeit. „Die Farbe lässt sich nämlich kaum davon entfernen – im Gegensatz zu den Bronzeplatten, die sich völlig problemlos reinigen lassen“, erklärte Huppertz, warum der Verein dafür plädiere, die Namen der Gefallenen ebenso auf Bronzeplatten zu verewigen.

„Die könnten dann rechts der Platten für den zweiten Weltkrieg an die Stadtmauer angebracht werden.“ Ein weiterer Grund, der für die Bronzeplatten spreche, liege darin, dass Huppertz bei intensiven Recherchen 17 Lügder ausgemacht hat, die zwar dem ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, aber auf der Stele fehlen. „Und darauf ist auch kein Platz mehr, um das zu korrigieren.“ Deshalb schlägt der Verein vor, 14 Bronzeplatten im Stile der bereits vorhandenen anzuschaffen. „Eine Platte kostet 800 Euro. Und die insgesamt rund 12000 Euro werden wir komplett aus Spenden finanzieren.“ Dazu hat sich die Stadt bereit erklärt, die Platten von den Experten des Bauhofs anbringen zu lassen, so dass auch hier keine weiteren Kosten entstehen würden.“

Lediglich 2800 Euro wünscht sich der Verein aus dem städtischen Haushalt. Und zwar für drei Bronzeplatten, auf denen an die Gefallenen und das Gedenken hingewiesen wird. Diese Platten sollen an der Stele angebracht werden, die nicht unter Denkmalschutz steht. „Dafür wurde sie zu oft verändert.“ Huppertz berichtete, dass ursprünglich auf der Stele weder ein Löwe stand, noch ein kraftstrotzender Soldat oder eine Kanone, sondern eine trauernde Witwe.

„Und darauf bin ich sehr stolz, dass die Lügder damals ein wirklich angemessenes Symbol gefunden hatten, um dem Kriegsleid gerecht zu werden.“ Leider wurde die Bronzefigur im zweiten Weltkrieg zu Kanonenfutter eingeschmolzen. Allerdings könnten sich einige Lügder auch mit dem Gedanken anfreunden, dort wieder eine solche Figur aufzustellen.

Nun sollen die Ideen in den Fraktionen beraten werden, damit im Herbst die dann entschiedenen Maßnahmen anlaufen können. Denn im nächsten Jahr jährt sich das Kriegsende zum 100. Mal.

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