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„Johannes-Gigas-Schule am Ramberg“ ist vielen zu lang

Namensungetüm bringt Lehrer auf die Palme

Lügde (jl). Seit gut vier Monaten heißt das Schulzentrum ganz offiziell „Johannes-Gigas-Schule am Ramberg“. Auch die Zeugnisse der „Realschule und Hauptschule der Stadt Lügde im organisatorischen Zusammenschluss“ – so der korrekte Titel-Zusatz – tragen den neuen Namen im Seitenkopf. Aber Rektor Uwe Tillmanns und das Kollegium sind mit dem hochoffiziellen Ungetüm aus 14 Worten alles andere als glücklich und wollen sich nicht daran gewöhnen. „Der Name ist sehr umständlich. Wir wollen einen neuen suchen“, sagte der Schulleiter am Rande der letzten Schulausschuss-Sitzung.

veröffentlicht am 29.04.2009 um 20:11 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

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Tillmanns findet die umständliche Benennung einfach nur „peinlich“ – nicht zuletzt, weil er weiß:„Wenn man noch dabei ist, sich zu melden, hat der Gesprächspartner schon aufgelegt.“ Deshalb möchten er und sein Kollegium sich am liebsten vom Appendix „am Ramberg“ verabschieden. Denn die Chancen, den „Johannes Gigas“ im Namen loszuwerden, stehen schlecht.

„Wir wollen den faulen Kompromiss nicht mehr“

Zur Erinnerung: Die Gesamtkonferenz des Schulzentrums hatte sich auf der Suche nach einem neuen Namen für die fusionierte Schule nach monatelangen Überlegungen inklusive einer Umfrage mit allerdings wenig aussagekräftigem Ergebnis auf „Schule am Ramberg“ verständigt. Der Rat der Stadt ließ sich jedoch von der Argumentation des Heimatkundlers Reinhard Oldemeier beeinflussen. Weil der den aus Lügde stammenden Kartografen Johannes Gigas (1582-1637) – zuvor Namensgeber nur der Hauptschule – auch im neuen Titel wiederfinden wollte, votierten die Politiker mit knapper Mehrheit für den Kompromiss „Johannes-Gigas-Schule am Ramberg“. Denn die einen verbanden mit Johannes Gigas allein die Hauptschule, anderen war der „Ramberg“ als Schulname schlicht zu banal.

„Mit dem Ratsbeschluss waren wir nicht zufrieden“, so Tillmanns. Denn der Wunsch der Schulkonferenz sei bekanntlich ein anderer gewesen.

Mit einem gerade erzielten eindeutigen Votum der Lehrerkonferenz im Rücken hat der Schulleiter jetzt die Einladungen zur nächsten Schulkonferenz fertiggestellt. „Wir wollen den faulen Kompromiss nicht mehr, sondern den Namen verkürzen“, sagt er. Je, nachdem, wie die Empfehlung der Schulkonferenz ausfällt, will Tillmanns das Thema an den Schulausschuss weiterleiten, damit die Politiker entscheiden.

Damit auch die Schülerinnen und Schüler auf dem Ramberg künftig einen Bezug zu Johannes Gigas bekommen, hatte Tillmanns übrigens noch im Dezember Reinhard Oldemeier gebeten, „uns seine Kenntnisse für den Unterricht zur Verfügung zu stellen“. Auf die Antwort wartet er allerdings bis heute.

Dass die Schüler „Johannes Gigas“ irgendwann wieder zu einem liebevollen „Jogi“ verkürzen, scheint indes wenig wahrscheinlich. „Der Name kursierte mal zu Hauptschulzeiten“, erinnert sich Tillmanns; aber durchgesetzt habe er sich auf Dauer nicht.

Uwe Tillmanns mit einem Hauptschulzeugnis. Der Schulleiter und sein Kollegium des Schul-Zusammenschlusses lehnen den mit knapper Mehrheit von Lügdes Politikern bestimmten Namen ab.

Foto: jl



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