weather-image
22°

Stadt lässt bebaute und versiegelte Flächen prüfen

Nächste Woche kommen die Männer zum Nachmessen

Lügde (jl). Im vierten Jahr zahlen die Lügder ihre Abwassergebühren jetzt schon gesplittet – mit einem Extra-Posten für den Regen, der von ihren Grundstücken in die Abwasserkanäle der Stadt Lügde fließt. Diese Gebühr – hatte die Stadt 2009 rückwirkend seit 2008 einführen müssen, weil ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster sie und alle anderen Kommunen im Lande dazu zwang. Ende 2007 hatten die Richter die Trennung von Schmutz- und Niederschlagswassergebühr für zwingend notwendig befunden, weil die bisherige einheitliche Berechnung der Abwassergebühren allein auf der Basis des Frischwasserverbrauchs nicht zulässig sei.

veröffentlicht am 14.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

270_008_5823780_pn300a_1309_Rasensteine.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

An der Menge des verbrauchten Trinkwassers orientieren sich nun auch in Lügde nur noch die Schmutzwassergebühren. Als Maßstab für die Regenwassergebühr gelten die überbauten und versiegelten Flächen des Grundstücks. Das sind jene, auf denen das Haus oder Gebäude wie Garage, überdachter Carport und Gartenhäuschen stehen oder zum Beispiel Platten liegen.

Mit den Gebühren zahlen die Bürger anteilig die Kosten zur Behandlung des Abwassers. Dazu zählen die Kosten für Kanalreparaturen ebenso wie die für die Kläranlagen.

Als die Stadt die neuen Gebühren einführte, mussten die Hausbesitzer Auskunft geben über die versiegelten Flächen auf ihren Grundstücken.

Doch langfristig kann sich die Stadtverwaltung nicht mehr einzig auf diese „Selbstauskünfte“ verlassen. „Wir sind rechtlich dazu verpflichtet, diese Art der Datenerhebung kontinuierlich nachzuhalten und zu dokumentieren“, erklärt Gregor Günnewich aus dem Bauamt.

Die Konsequenz: Im Auftrag der Verwaltung werden von der kommenden Woche an einige Mitarbeiter des Ingenieurbüros D & T aus Höxter stichprobenartig prüfen, wie groß die bebauten und/oder versiegelten Flächen auf Lügdes rund 3400 Grundstücken tatsächlich sind. „Wir müssen eine rechtssichere Kalkulation vorweisen“, erklärt Günnewich weiter.

Vermutlich bis Mitte, Ende Oktober werden die Höxteraner nun um Zutritt zu den Grundstücken bitten und Maß nehmen, um die realen Flächen mit den im Rathaus vorliegenden Angaben abgleichen zu können. Gut möglich also, dass der eine oder die andere künftig ein paar Euro mehr oder weniger bezahlen muss, weil er oder sie in den letzten Jahren ein Stück seines Gartens zugepflastert oder sich bei der Selbstauskunft 2009 schlicht verrechnet hat.

Um Trickdieben von vornherein keine Chance zu geben, betont Gregor Günnewich: „Die D & T-Mitarbeiter müssen auf keinen Fall ins Haus gelassen werden. Außerdem stellen wir auf ihre Namen Ausweise aus, die sie dann zusammen mit ihren Personalausweisen zeigen.“

Seit Einführung der gesplitteten Abwassergebühren in Lügde haben übrigens sechs Grundstückseigentümer dagegen geklagt. „Einer hat in Teilen recht bekommen, ein anderer hat die Klage zurückgenommen und vier Klagen wurden vor Gericht abgewiesen“, erklärt Günnewich.

Vereinzelt hätten Hausbesitzer auch zuvor versiegelte Flächen durch einen wasserdurchlässigen Belag entsiegelt und müssten deshalb weniger zahlen. Nur ein Drittel der vollen Summe muss auch zahlen, wer sein Dach begrünt hat. „Und auch ein Rasenfugenpflaster und eine Zisterne können vergünstigend wirken“, so der Beamte weiter.

Wer allerdings nur eine Regentonne im Garten stehen hat, die schnell umplatziert werden kann, darf nicht auf eine Verringerung der Gebühr hoffen.

Lügdes Abwassergebühren liegen übrigens landesweit im Mittelfeld: Ein Quadratmeter bebauter oder versiegelter Fläche kostet die Grundstückseigentümer hier 35 Cent Niederschlagswasser, und der Kubikmeter Schmutzwasser schlägt mit 3,70 Euro zu Buche. Damit kommt ein vom Bund der Steuerzahler als Maßstab zugrunde gelegter Musterhaushalt mit vier Personen, die 200 Kubikmeter Frischwasser verbrauchen und 130 Quadratmeter ihres Grundstücks versiegelt hat, auf Abwasserkosten von insgesamt 785,50 Euro im Jahr. An diesem Betrag hat sich seit 2011 nichts geändert.

Zum Vergleich: Lippe-weit am günstigsten liegt Schlangen. Hier zahlt Familie Mustermann nur 509,50 Euro, während ein solcher Haushalt in Dörentrup mit 1074,90 Euro belastet wird. NRW-weit sind die Differenzen noch extremer: Zahlt eine Familie in Reken im Kreis Borken fürs Abwasser nur 246,50 Euro, so müssen die Bürger von Waldbröl im oberbergischen Kreis mit 1234,20 Euro am tiefsten in die Tasche greifen.

Wer ein Rasenfugenpflaster hat, zahlt hier nur 60 Prozent der 35 Cent Regenwassergebühr pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Von der kommenden Woche an schickt ein Ingenieurbüro aus Höxter seine Mitarbeiter im Auftrag der Stadt zur Flächenüberprüfung nach Lügde.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?