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Derzeit herrscht Hochkonjunktur in der Storchenstation Elbrinxen

Nachwuchs bei Störchen – die Kamera ist dabei

ELBRINXEN. Auch wenn erst vier geschlüpfte Jungstörche in einem Nest dank einer installierten Kamera entdeckt wurden – „Storchenvater“ Rolf Klinge vom Verein zum Schutze des Weißstorches rechnet damit, dass es letztlich rund 20 Jungtiere sein werden, die in Elbrinxen das Licht der Welt erblicken, so viele wie in den letzten Jahren auch.

veröffentlicht am 09.05.2018 um 16:50 Uhr

Eine stationäre Videokamera auf der Spitze des Mastes nimmt die Live-Bilder aus dem Nest auf und zeigt, dass Plastikfolienreste zum Teil auf dem Gelege liegen. Foto: afk

Autor:

Joachim Krause
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Wer sich in diesen Tagen in oder rund um den Lügder Ortsteil Elbrinxen aufhält, dem werden rege Flugaktivitäten von Störchen nicht entgehen. Auf ihren weiten Schwingen kreisen sie über der Feldmark, über dem Dorf und der Storchenstation. Hier herrschen derzeit rege Brutaktivitäten bei den insgesamt acht Storchenpaaren. Auch wenn erst vier geschlüpfte Jungstörche in einem Nest dank einer installierten Kamera entdeckt wurden – „Storchenvater“ Rolf Klinge vom Verein zum Schutze des Weißstorches rechnet damit, dass es letztlich rund 20 Jungtiere sein werden, die in Elbrinxen das Licht der Welt erblicken, so viele wie in den letzten Jahren auch.

Es ist spannend derzeit in der Storchenstation. Im schmucken Informationsgebäude neben dem Gehege schaut Rolf Klinge bis zu dreimal täglich vorbei, um das Geschehen rund um die Nester zu beobachten. Jede Veränderung im Verhalten der Störche wird registriert und mit der Erfahrung aus vielen Jahren der Storchenaufzucht bewertet. „In diesem Jahr machen uns vor allem Plastikfolien zu schaffen, die vor allem die männlichen Tiere mit in die Nester bringen“, ist der Storchenvater besorgt. Auf dem Kontrollmonitor sind zwei Folienstücke zu erkennen, die offenbar von Silageabdeckungen stammen. „Wenn diese Teile sich zwischen Ei und Bruttier legen, strahlt nicht genug Wärme ab und die Jungtiere verenden“, weiß Klinge.

Diese störenden Teile zu entfernen ist aber nicht so ganz einfach, denn zum einen liegen die Nester auf sieben Meter hohen Masten, zum anderen wollen die Storchenfreunde die brütenden Stelzvögel so wenig wie möglich stören. Bei dem einen ständig durch eine stationäre Kamera überwachten Nest ist die Kontrolle aus der Entfernung dank der Livebilder gut möglich. Bei den anderen bedient man sich einer auf eine lange Teleskopstange montierten mobilen Minikamera, mit der die Vereinsaktiven vorsichtig ins Nest „spicken“. „Das haben wir bisher noch nicht gemacht. Deshalb wissen wir derzeit nicht genau, wie viele Jungstörche inzwischen schon geschlüpft sind“, sagt Günter Kopei, der Vorsitzende des Storchenvereins Elbrinxen.

Beim Livebild aus dem Nest ist ein Storchenelternpaar und vier noch ziemlich kleine graue Babys zu erkennen. Klinge: „In der Regel legen Störche fünf Eier. Aber erst nach dem dritten Ei fangen die Paare an zu brüten.“ Die geschlüpften Jungtiere suchen sich unter dem wärmenden Federkleid ihrer abwechselnd brütenden Storcheneltern ihr Plätzchen. „Das kann auch schon mal dazu führen, dass die etwas älteren das Schwächste totpicken“, weiß der Storchenvater und beobachtet den regen Flugverkehr am Monitor.

„Auch wenn die Natur ihre eigenen Gesetze hat und auch tote Tiere dazu gehören – am liebsten ist uns natürlich, wenn wir alle durchbringen“, gesteht Rolf Klinge, der selbst von Kindesbeinen an begeisterter Taubenzüchter ist. Seine Erfahrung im Umgang mit Geflügel ist unschätzbar auch im Verein. Er dokumentiert alles rund um die Tiere und freut sich: „Ich finde es toll, dass immer mehr Dörfer Nistmöglichkeiten für Störche schaffen.“ Aber Kopei macht die Einstellung der Storchenfreunde deutlich: „Das sind Wildtiere und sollen es auch bleiben.“ Bis Ende August müssen die Jungtiere soweit sein, dass sie die Reise nach Süden antreten können.

Die Storchenstation in Elbrinxen erfreut sich großen Interesses. Führungen müssen vorab angemeldet werden unter der Telefonnummer 05283/ 423. Die Storchenstation selbst ist in Elbrinxen von der Durchgangsstraße aus mit Holztafeln ausgeschildert.



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