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So findet Gudrun Wosnitza Erfüllung

Musik, die an die Seele geht

Elbrinxen (heb/jl). Dass Gudrun Wosnitza musikalisch ist, kann jeder erleben, der sie im Elbrinxer Posaunenchor Trompete spielen hört. Das tut sie dort seit fast fünf Jahrzehnten. Wieviel die Musik ihr bedeutet, lässt sich auch daran erkennen, dass sie vor vielen Jahren einen kleinen Lottogewinn sofort in eine Querflöte investierte und Unterricht nahm. Dass die 60-Jährige aber schon lange eine ausgeprägte Liebe insbesondere zu alter Musik und alten Instrumenten hegt, wissen nicht viele. Und normalerweise bekommen davon nur wenige etwas mit. „Zum Üben ziehe ich mich in einem fensterlosen Zimmer zurück“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Und irgendein Instrument spielt sie fast jeden Tag. Aber die Familie kommt gut klar mit der Musik, die in vieler Ohren fremd und exotisch klingt. Generell aber gilt: „Entweder man mag die Musik oder nicht. Man kann sie sich nicht schönhören und nicht schöntrinken.“ Gudrun Wosnitza jedenfalls findet in der einfachen, ursprünglichen, aber deshalb keineswegs einfach zu spielenden Kompositionen des Mittelalters und der Renaissance Erfüllung.

veröffentlicht am 28.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

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Ob Flöten, gotische Harfe, Gamshorn, Krummhorn Schallmei , Drehleier, Dulcia, Duduk oder Dudelsack – etwa 20 Instrumente besitzt die Elbrinxerin inzwischen. Und sie bespielt sie auch. „Alles, was ein Anblasrohr und Grifflöcher hat, da kriege ich auch einen Ton raus“, sagt sie, schickt aber gleich hinterher, dass sie natürlich nicht auf allen gleich gut spielt.

Und obwohl sie seit 17 Jahren mit Gleichgesinnten in der Gruppe „Moresca“ Werke aus dem 13. bis 16. Jahrhundert musiziert und jede Woche zur Probe nach Höxter fährt, sind öffentliche Auftritt des Quartetts eher rar. „Wir müssen viel üben“, sagt Gudrun Wosnitza. „Und wir können nur da spielen, wo wir uns wohlfühlen. In Elbrinxen haben wir auch schon was gemacht.“

Im aktuellen „Jahr der Kirchenmusik“ lässt Gudrun Wosnitza nun mehr Menschen an ihrer Leidenschaft teilhaben: So bot sie den Besuchern der Elbrinxer Dorfkirche neulich die Gelegenheit, sich ihre Instrumente sowie jene ihrer Mitspieler im Ensemble anzusehen und bei Hörproben auch zu erleben, wie sie klingen.

Fein säuberlich hatte Gudrun Wosnitza die Instrumente auf einem Tisch ausgelegt und beschriftet. So bat sie in der Abgeschiedenheit des kleinen Kirchenschiffes zum Einhören in die für Außenstehende ungewohnte Klangwelt, die ihr so vertraut ist.

Gudrun Wosnitza war 16 Jahre alt, als sie im Fernsehen erstmals ein Krummhorn hört. „Da wusste ich: Das ist meine Musik.“ Sechs Jahre später entdeckte sie dann in Berlin eine Platte mit Musik von eben jener Gruppe – und ihre Leidenschaft war geboren. Seither hat sie diverse Workshops besucht. „Manche Stücke höre ich mir beim Kochen oder Bügeln aber auch so lange an, bis ich sie kann“, erzählt sie. Ganz besonders stolz ist sie auf ihren Duduk, ihr ältestes Instrument, das schon in vorchristlicher Zeit in den Balkanländern und noch heute in Armenien benutzt wird. „Es ist eine Musik, die an die Seele geht und das ärmliche und karge Leben der dort lebenden Menschen auf treffende Weise beschreibt“, sagt sie und überträgt dies beim Spielen auch auf ihre Zuhörer.

Die Nachbauten alter Instrumente stellt Gudrun Wosnitza demnächst noch zweimal vor: am Sonntag, 12. August, und am 9. September, jeweils von 14 bis 18 Uhr in der Elbrinxer Kirche.

Die Drehleier ist eines der wenigen Tasteninstrumente, die Gudrun Wosnitza besitzt. Der Schwerpunkt ihrer Sammlung sind die Blasinstrumente. Auf einem davon spielt sie fast jeden Tag.

Foto: jl



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