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Ortsumgehung muss für den Wiedereinbau des reparierten Trafos eine Nacht lang gesperrt werden

Morgen senkt sich erneut die Tunnel-Schranke

Lügde (jl). Was die Lügder an ihrem Emmerauentunnel haben – noch dazu in Zeiten der Neupflasterung der Mittleren Straße – merkten sie ganz besonders, als der Tunnel vor einem Monat nach einem Trafoschaden gesperrt wurde und erst nach langen sieben Tagen wieder passierbar war.

veröffentlicht am 10.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

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Und nun schließt der Tunnel schon wieder – diesmal allerdings mit Vorwarnung und nur eine Nacht lang: Morgen gegen 17.30 Uhr wird für acht Stunden das vorerst letzte Auto die komplette Lügder Ortsumgehung nutzen können. Denn anschließend kommt der Behelfs-Trafo im Betriebsgebäude wieder raus: Das vor rund drei Wochen von E.on zur Verfügung gestellte Ersatzgerät wird demontiert. An seiner Stelle wird wieder der alte Trafo wieder eingesetzt. „Der ist inzwischen vom Hersteller in Italien repariert und überprüft worden“, erklärt Anke Nölting. Die Bauingenieurin ist Sachgebietsleiterin bei Straßen.NRW und unter anderem für die Tunnelleitzentrale in Hamm verantwortlich. Von dort aus werden neben dem Lügder Tunnel zwei Dutzend weitere rund um die Uhr überwacht.

Die Kosten der „aufwendigen Sache“, wie Nölting die Trafo-Instandsetzung inklusive Hin- und Rücktransport nennt, muss allerdings nicht das Land NRW tragen. Sie fallen, zwei Jahre nach Tunnel-Eröffnung, noch unter die Gewährleistung.

Generell halten solche Trafos deutlich länger. „So etwas wie in Lügde passiert eigentlich nicht“, sagt die Expertin. „Genau, wie ein neues Auto keinen Getriebeschaden haben kann…“ Eigentlich.

Eine absolute Ausnahme ist das Lügder Trafo-Problem auch in den Augen von Martin Kipper. „Anderswo haben wir Trafos, die halten 40 Jahre lang“, sagt der Elektronik-Ingenieur.

Den genauen Schadensbericht hat er zwar noch nicht auf seinem Schreibtisch liegen, aber er vermutet einen Herstellungsfehler. „Wahrscheinlich wird bei einer der drei Spulen die Isolierung nicht ganz in Ordnung gewesen sein“, so Kipper. „Als der Trafo durchschmorte, hat es ja richtig geknallt.“ Doch jetzt sollte alles wieder in Ordnung sein, glaubt der Fachmann. „Der Trafo befindet sich gerade auf dem Rückweg. Und wir gehen davon aus, dass alles korrekt ist.“

Eingebaut werden soll der Trafo von Mitarbeitern der Firma Cegelec. Deren Techniker haben die komplette Elektronik in den Tunnel eingebaut und sind nun auch zuständig für die Wartung. Daran wird sich nichts ändern.

Dass die Firma in Dresden sitzt, hält Anke Nölting für nicht problematisch. „In der Leistungsbeschreibung ist die Reaktionszeit der Firma mit vier Stunden angegeben“, sagt die Sachgebietsleiterin. „Das muss sie gewährleisten.“ Überdies kämen die Techniker sicher nicht aus Dresden.

Und warum half, als am 8. Juni die Lichter im Lügder Tunnel ausgingen, kein Notstromaggregat? Hier räumt die Fachfrau mit einem Missverständnis auf: „Natürlich gibt es im Tunnel ein solches Aggregat.“ Und das sei auch in Betrieb gegangen. „Es kann aber nur eine gewisse Zeit überbrücken, die wir brauchen, um den Tunnel ordnungsgemäß zu schließen, also die Schranken herunterzulassen und die Verkehrszeichen zu schalten.“

Übrigens: Der morgige Trafo-Austausch geht nicht allein in Lügde über die Bühne. Martin-Kipper verspricht: „Wir überwachen den Einbau auch von Hamm aus.“

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