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Bei ihrer Jubiläumskonfirmation in Falkenhagen erinnern sich Senioren an Strenge und Streiche

Mit dem Schlitten zum Unterricht

Falkenhagen. „Menschen verändern sich und auch die Welt verändert sich“, predigt Pastor Dietmar Leweke vor 54 Jubilaren, die am Sonntag ihre Goldene, Diamantene, Eiserne, Gnaden und Kronjuwelen-Konfirmation in der gut besuchten Klosterkirche zu Falkenhagen mit einem Festgottesdienst begannen. „Erinnerungen sind plötzlich wieder da und berühren auch tiefer“. Nach den Erinnerungsfotos gab es Kaffee und Kuchen im frisch renovierten Gemeindesaal.

veröffentlicht am 08.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Claudia Guenther
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„Ich bin hier groß geworden“, sagt die Kronjuwelen-Konfirmandin Anna Schrader, geborene Schneider, 75 Jahre nach ihrer Konfirmation. „Mein Vater war Kirchenküster und ich habe 30 Jahre hier verbracht.“

„Nach dem Kriege mussten wir zu Fuß von Wörderfeld nach Falkenhagen gehen“, berichtet Margot Rahns (Eiserne Konfirmation nach 65 Jahren). Im Winter ging das schneller – zumindest in eine Richtung - mit dem Schlitten bergab. Zweimal die Woche hatte sie für zwei Stunden Unterricht und auch der Gottesdienst an jeden Sonntag sei verpflichtend gewesen.

„Bei uns ist mit Sicherheit mehr hängen geblieben, als bei den heutigen Konfirmanden“, meint Horst Allnoch, der ebenfalls seine Eiserne Konfirmation feierte. „Doch in Bezug auf Strenge wurde damals oft übertrieben.“ Karl Brenker, Diamantenerkonfirmand (60 Jahre) weiß noch, „dass wir sonntags in der Kirche immer die Predigt mitschreiben mussten. Die wurde dann in der Woche darauf im Unterricht besprochen und man wusste nie, ob man mit seiner Auffassung der Predigt richtig lag.“ Er ist froh darüber, dass sich die Zeiten geändert haben, denn „die Nachfolger“ seines Konfirmators seien ganz anders gewesen.

Dieter Diekmeier hatte ein Foto seiner Konfirmation von 1964 dabei und erinnerte sich lebhaft mit seinen Mitkonfirmanden (v.l.) Horst Föste, Willi Bicker und Norbert Schultze an diese Zeit. cg

Der 1964 konfirmierte Dieter Diekmeier (Goldene) erinnert sich an eine sehr schöne Zeit, spricht von den „Goldenen 60ern“. Doch die damaligen Seelsorger seien, ebenso wie die damaligen Lehrer, keine Pädagogen gewesen. „Eines Tages fanden wir im Hof einen Zigarrenstumpen des damaligen Pastors Hossius und einer von uns steckte den qualmenden Stumpen in den Kanonenofen im Gemeindesaal“, berichtet der Goldkonfirmand Rolf Wieneke. „Das qualmte dann ganz fürchterlich.“ Als Hossius nach dem Übeltäter fragte, habe er sich gemeldet, damit nicht die ganze Konfirmandengruppe dafür bestraft wurde. Damals hätten die Eltern meist die Meinung vertreten, wenn Lehrer oder Pastoren Kinder bestraften, dann geschehe dies zurecht und die zusätzliche Bestrafung zu Hause galt als sicher, so Wieneke, dem etliche Mitkonfirmanden nickend beipflichten. „Das lag an der Person“, ,ordnet er seine Erfahrungen ein. Doch von den menschlichen Qualitäten des heutigen Falkenhagener Seelsorgers ist Wieneke überzeugt. „Er macht das auf jeden Fall ganz toll!“

„Die Kirchenobrigkeit hat sich heute erheblich geändert“, meint Goldkonfirmand Fritz Sprute und sieht darin einen wichtigen Grund dafür, dass Pastoren heutzutage nicht mehr mit erhobenem Zeigefinger agierten.

Pastor Leweke spricht in seiner Predigt Erinnerungen vom Glück, vom Erfolg und auch vom Misserfolg, von Überheblichkeit, Geborgenheit und Gemeinschaft sowie der Einsicht „Ich bin nicht perfekt“, als Glaubenserfahrungen eines jeden Menschen. Der Glaube wachse ein Leben lang – mit Veränderung und Zweifeln.

Pastor Dietmar Leweke gratulierte Willi Gnade (li.) und Anna Schrader zur Kronjuwelen-Konfirmation sowie Helmut Jokiel zur Gnaden-Konfirmation.cg



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