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Der lange Weg zum Traubensaft – und wie er sich anfühlt

Mit bloßen Füßen im Bottich

Lügde (red/jl). Landauf, landab jagt heutzutage ein besonderes Kindergarten-Projekt das nächste. Was Erzieherin Gordana Gordana Kleine jetzt jedoch mit ihren Kindern in der „Pusteblumen“-Kita veranstaltet hat, sucht seinesgleichen und hat den Kindern Erlebnisse beschert, die sie so schnell nicht vergessen werden. Und: die sie den meisten Erwachsenen voraus haben: Mit – zuvor natürlich frisch gewaschenen – bloßen Füßen zerstampften die Mädchen und Jungen einen ganzen Bollerwagen voller Weintrauben, die sie selbst bei Kleines in der Kanalstraße geerntet hatten.

veröffentlicht am 05.11.2010 um 22:45 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

Pionierinnen im Bottich: Finja und Alina trauten sich als Erste
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„Der Lohn unserer Arbeit waren 14 Liter kaltgepresster Traubensaft, der übrigens allen sehr gut geschmeckt hat“, erzählt Gordana Kleine. Aus vier Litern Saft wurde am nächsten Tag Gelee gekocht und der Rest aufgekocht und mit ein wenig Zucker versetzt – für die Haltbarkeit.

Die Idee war der Erzieherin gekommen, als ein Kind wissen wollte: „Wo kommt denn eigentlich der Traubensaft her?“ Das fiel Kleine ein, „was mein Opa mit den Trauben gemacht hat, als ich klein war: Da wurden sie gesammelt, in einen großen Bottich gelegt und dann durfte ich sie zertrampeln“.

Finja und Alina hörten besonders begeistert zu und erklärten sofort einmütig: „Das würde ich auch machen.“ Als es dann soweit war, erlebten die beiden Mädchen als Erste, wie es sich anfüllt, wenn die Trauben zwischen den Zehen hindurchflutschen. Und die Begeisterung der Pionierinnen steckte selbst die Skeptiker an. Ein Mädchen, das noch am Morgen steif und fest behauptet hatte: „Sowas mache ich nicht“, stand plötzlich stampfend im Bottich. Der war zuvor im Kindergarten eine Woche lang gewässert worden, und die Kinder hatten täglich kontrolliert, ob er schon dicht war.

Nach dem Stampfen war die Aktion übrigens noch längst nicht zu Ende: „Wir haben die Maische dann noch durch die Flotte Lotte gedreht und anschließend durch ein Sieb“, erzählt Gordana Kleine. „Wir hatten wirklich alle ordentlich zu tun.“

Und die Erzieherin sagt: „Seit dem Trauben-Experiment wissen die Kinder, dass der Saft nicht nur aus der Flasche oder aus dem Tetrapack im Supermarkt kommt.“



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