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Spezialfirma befreit den Schiedersee von über 1000 Kubikmetern grünem Ballast / Veranstaltungen laufen wie geplant

Mit Baggerschaufeln gegen die Wasserpflanzen-Pest

Schieder (jhe). Immer wieder taucht der Bagger seine breite Gitter-Schaufel ins Wasser. Langsam zieht er die Schaufel heraus und bringt eine große Ladung Seepflanzen hervor. Der Bagger schwenkt nach rechts, streckt den Arm aus und lässt die Ladung fallen. Mit viel Gespritze grüne Gestrüpp auf einen großen Haufen.

veröffentlicht am 02.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:21 Uhr

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Schon rund 400 Kubikmeter Kanadische Wasserpest, Krauses Laichkraut, Sumpf-Teichfaden und Wasserhahnenfuß hat die Spezialfirma für Gewässer, Kultur und Landschaftsbau von Klaus Fecke schon aus dem Schiedersee geholt.

Über 1000 Kubikmeter Pflanzen im See

Aber damit nicht genug, denn Klaus Fecke schätzt, dass im Emmerstausee über 1000 Kubikmeter Wasserpflanzen wachsen. Seine Firma hat die Aufgabe, den ganzen See von dem unbeliebten Grünzeug zu befreien, das der Geschäftsführer des Erholungszentrums Schieder GmbH (EHZ), August Tölle, „in dieser Intensität noch nie erlebt“ hat.

Dennoch werde die grüne Pest die geplanten Veranstaltungen am Emmerstausee nicht gefährden, betont Tölle. Das Event „Schiedersee in Flammen“ werde am Wochenende „auf jeden Fall“ stattfinden. Außerdem versichert Tölle, dass es „keine konkreten Einschränkungen gibt, die das touristische Geschäft behindern“. Einige Gäste hätten nach den verschiedenen Medienberichten vorab besorgt angerufen. Ihnen gibt Tölle Entwarnung: „Bei uns wird keine Veranstaltung abgesagt. Auch der Dampfer fährt ohne Einschränkungen.“

Einzig die Segelboote könnten derzeit nur auf dem unteren Drittel des Sees fahren, da sich ihre Schwerter in den Wasserpflanzen verfingen, erklärt der Geschäftsführer der EHZ. Aber in eineinhalb Wochen solle der See von seiner wuchernden Plage befreit sein. Daran arbeiten derzeit sechs Männer der Spezialfirma von Klaus Fecke von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends.

In zwei Schichten schneiden sie mit einem Boot zunächst die Wasserpflanzen mithilfe von Schlepp-Sensen direkt über dem Grund ab. Mit einem weiteren Boot sammeln sie die grünen Ranken ein. Die abgeschnittenen Pflanzen werden dann an das Nordufer des 90 Hektar großen Sees gebracht. Dort türmt der Bagger sie an Land auf, bis sie zur Kompostieranlage nach Blomberg abtransportiert werden. „Wir liegen ganz gut im Zeitplan“, sagt Klaus Fecke, „noch können wir aber nicht absehen, ob wir nach zwei Wochen fertig sind. Denn die Masse ist doch größer, als wir vorher dachten.“

Die Kosten für die Mäharbeiten trägt die EHZ. Einen genauen Betrag möchte Tölle nicht nennen, nur soviel: „Es ist ganz schön teuer.“ Und wer weiß, ob sich die grüne Pest nicht in wenigen Wochen schon wieder neu ausbreitet, denn sie „wächst wie Rasen“, so Tölle, der von einem Biologen weiß, dass die Wasserpflanzen mit einer Geschwindigkeit von zehn Zentimetern pro Woche wachsen. „Ein Allheilmittel gibt es nicht“, sagt Tölle, „man kann nur immer wieder mähen und hoffen, dass die guten Wachstumsbedingungen nachlassen.“

Die Ursachen für die Entstehung sind laut Tölle klar: „Die Emmer spült Sedimente in den oberen Bereich des Sees, in denen Nährstoffe wie zum Beispiel Düngemittel enthalten sind. Die nährstoffreiche Schicht lagert sich dann am Grund des Sees ab.“ Das sei aber schon immer so gewesen.

Sonnenstrahlen dringen bis auf den Grund

Der Unterschied ist jetzt allerdings, dass der See klarer geworden ist. „Die Wasserqualität hat sich wesentlich verbessert“, erklärt Tölle. Woran das liege, habe ihm aber noch niemand erklären können.

Die Folge ist auf jeden Fall, dass die Sonnenstrahlen nun bis auf den Grund des Sees gelangen und das Pflanzenwachstum fördern. Zudem habe die Emmer in diesem Jahr kein Hochwasser geführt, das die Pflanzen hätte wegspülen können – „ideale Rahmenbedingungen für das Wachstum der Wasserpflanzen“, sagt Tölle.

Durch die Mähboote wird dem Wuchern aber erstmal ein Ende gesetzt. Tölle hofft, dass der See dann für diese Saison pflanzenfrei bleibt.

Rund 400 Kubikmeter Wasserpflanzen hat der Bagger der Spezialfirma bereits aus dem Schiedersee entfernt. Mindestens eineinhalb Wochen dauern die Arbeiten noch an.Foto: jhe



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