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Beliebt: Edle Tannen zum Aussuchen

„Manche brauchen eine ganze Stunde in der Schonung“

Lügde (jl). „Er soll nicht zu groß sein und nicht zu breit“, sagt Derek Milligan, „denn wir haben nicht so viel Platz.“ Mit diesem Wunsch seiner Frau im Hinterkopf stapft er den Hang zwischen Eschenbrucher Straße und Meinteweg in Lügde ein Stück hinauf und lässt den Blick über Hunderte akkurat gepflanzter Nordmanntannen schweifen. Als er kurz darauf fündig wird, geht René Herda mit der Handsäge in die Knie, kappt das Bäumchen knapp oberhalb des zugeschneiten Bodens und zieht es für den Kunden durch die Tannenreihe, bevor es 50 Meter weiter, beim Chef, ans Einpacken und Bezahlen geht.

veröffentlicht am 18.12.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:21 Uhr

René Herda zieht Derek Milligans Tanne aus der Schonung.
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„Es gibt viele, die Wert darauf legen, sich ihren Baum selbst auszusuchen“, weiß Bernd Ohms. Seit 15 Jahren bietet der Gärtnermeister seine Tannen direkt in der Schonung an und deckt damit den Bedarf mehrerer hundert Haushalte nicht nur in Lügde.

Seiner Erfahrung nach sieht der ideale Baum für jeden anders aus. Persönlich mag der 40-Jährige den Wuchs „schön dicht“. Andere lieben’s luftig, denn dann passen mehr Kugeln dran. Für einen Acht-Meter-Riesen nimmt Ohms bis zu 100 Euro. Wer hingegen sehr bescheidene Wünsche hegt, ist schon ab fünf Euro dabei. Die Durchschnittstanne kostet 15 Euro.

Etwa zehn Jahre lang müssen die Bäume wachsen, um die übliche Verkaufshöhe zu erreichen. Weil Rehe frische Triebe lieben, muss Ohms in manchen Jahren um die 40 Prozent Ausschuss einkalkulieren. „Der wird geschreddert und kommt aufs Feld.“

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Gar nicht so einfach, den Baum im Auto zu verstauen.

Generell gelten Weihnachtsbäume in diesem Winter als eher knappes Gut. Denn nachdem in früheren Jahren besonders viel angepflanzt wurde, hielten sich die Züchter zuletzt zurück. „Die Großanbauer im Sauerland sind schon ausverkauft“, weiß Seniorchef Johannes Ohms, der einst mit dem Christbaumverkauf begann. „Aber wir haben noch genug Bäume.“ Und er ist sicher: „Wir sind bestimmt die Einzigen in der Gegend, die ihre Kunden direkt in die Plantage lassen.“ Die Auswahl dort klappt allerdings nicht immer so schnell wie bei Derek Milligan. „Manche brauchen eine ganze Stunde in der Schonung“, erzählt Ohms, dessen Sohn zu seinen Kunden auch das Staatsbad Pyrmont und das dortige Museum zählt. „Im Bärenwald, das sind unsere Tannen“, erzählt Bernd Ohms nicht ohne Stolz.

Ihre eigenen Bäume schlagen Vater und Sohn direkt an Heiligabend. Johannes Ohms kommt dabei nur eine Edeltanne ins Haus, „weil sie duftet“. Dafür nimmt er auch die pieksenden Zweige in Kauf. „Da darf man beim Aufstellen die Handschule nicht vergessen“, sagt er.

Mit der Motorsäge begradigt Bernd Ohms die Schnittkante und entfernt die unteren Zweige. Er hätte dieser Tage lieber trockenen Frost als Schnee. „Denn da sieht man die Bäume nicht so gut.“

Fotos: jl



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