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SPD regt Gesamtstrategie zur Förderung der Lebensbedingungen der Insekten an

Lügde soll bienenfreundlich werden

LÜGDE. Vom Bienensterben war schon viel die Rede in diesem Jahr. Anlass zur Sorge bieten vor allem Wildbienen. Lügdes SPD möchte das Thema aungehen. Der Wunsch: Indem die Stadt die Lebensbedingungen von Bienen und anderen nützlichen Insekten fördert, könnte sie zur bienenfreundlichen Gemeinde werden.

veröffentlicht am 17.09.2018 um 18:11 Uhr

Je bunter der Garten, desto besser die Lebensbedingungen für Wildbienen – wie diese Erdhummel, die Nektar aus einer Distel zieht. Lügdes SPD nimmt sich der bedrohten Tiere jetzt in einem Antrag an. Foto: BUND/Stefanie Mösch - naturim.detail.de/pr
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Selbst mancher Großstädter fing an zu imkern, um Biene Maja retten zu helfen. Was jedoch vielfach übersehen wird: Gefährdet ist nicht in erster Linie das Nutztier Honigbiene. Vielmehr Anlass zur Sorge bieten Wildbienen, zu denen übrigens auch Hummeln gehören. Über die Hälfte der heimischen Arten gelten als vom Aussterben bedroht.

Das hat viele Ursachen: Wer im eigenen Garten wöchentlich den Rasen mäht, weder Unkraut hochkommen noch Laubhaufen oder auch mal einen herabgefallenen Ast liegenlässt, nur hochgezüchtete Blühpflanzen ohne Pollen in seinem fein geharkten Kiesbeet stehen hat und obendrein vielleicht noch lästigen Wildwuchs wegsprüht oder abbrennt, der tut den nützlichen Insekten gar nicht gut. Denn Wildbienen mögen Unordnung. In einem buntem Garten mit Gänseblümchen und Klee im Rasen, heimischen Blühstauden und Kräutern im Beet sowie Obstbäumen, aber möglichst wenigen versiegelten Flächen finden sie Nahrung und Nistplätze.

Als weitere Bedrohungen gelten Forschern zufolge Monokulturen in der Landwirtschaft oder die Verwendung von Neonikotinoiden. Diese Pflanzenschutzmittel dürfen im Freilandanbau inzwischen zwar nicht mehr angewandt werden. Aber auch neue Ersatzstoffe stimmen schon die ersten Fachleute bedenklich.

Nicht zuletzt, nachdem der Entomologische Verein Krefeld in einer Studie einen massiven Rückgang von bis zu 80 Prozent der Menge von Fluginsekten festgestellt hat, möchte Lügdes SPD das Thema künftig auf die politische Schiene setzen. Der Wunsch: Indem die Stadt die Lebensbedingungen von Bienen und anderen nützlichen Insekten fördert, könnte sie zur bienenfreundlichen Gemeinde werden.

Um darauf hinzuwirken, möchten die Sozialdemokraten erreichen, dass die Stadt mögliche Maßnahmen zur Förderung der Lebensbedingungen von Bienen und Insekten prüft und ein tragfähiges Konzept zu mehr Bienenfreundlichkeit entwickelt.

Vorstellbar wäre in diesem Zusammenhang eine insekten- und bienenförderliche Bepflanzung städtischer Flächen und Beete an den Straßen. Zudem regen die Antragsteller an, dass die Stadt örtliche Imkerinnen und Imkern und weitere Betroffene etwa aus der Landwirtschaft, der Jagd- und Forstwirtschaft mit Heimat- und Verkehrsvereinen und anderen Akteuren zusammenbringt, um gemeinsam eine Gesamtstrategie zu erarbeiten. Die Entwicklung geeigneter Projektideen mit weiteren Institutionen und Behörden steht ebenfalls auf dem Wunschzettel.

Da die eine oder andere Maßnahme oder Initiative sicher nicht umsonst zu haben sein wird, beantragt die SPD vorsorglich die einmalige Bereitstellung von maximal 5000 Euro für das kommende Haushaltsjahr 2019.

Denn: „Honig- und Wildbienen sowie andere Insekten, wie Schmetterlinge, sind unverzichtbar für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen“, heißt es in dem Papier weiter. „Sie erhalten dadurch die Artenvielfalt, sichern die Erträge der Landwirtschaft und sind wichtiger Bestandteil für unsere Ernährung.“

In Europa sind bekanntlich viele verschiedene Nutzpflanzen und Wildpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Von einer hohen Artenvielfalt profitierten also nicht nur die Insekten, sondern auch zahlreiche andere Tiere und schließlich auch die Menschen.



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