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Polizei markiert jetzt wöchentlich Einbruchsorte im Kreis Lippe

Lügde noch nicht auf dem Radar

Lippe / Lügde. „Es wird immer schlimmer!“ oder „Armes Deutschland!“ So oder so ähnlich klingen die Kommentare manches bangen Bürgers, wenn im Internet über das Thema Kriminalität diskutiert wird. Aber, ganz unabhängig von solchen stereotypen Schlussfolgerungen – Tatsache ist: Die Zahl der Wohnungseinbrüche und -einbruchversuche ist im vergangenen Jahr erheblich gestiegen. Auch in Lügde. Zum Glück aber dümpelt das seit 2014 ermittelte Plus von 4 auf 12 Fälle hier immer noch auf sehr niedrigem Niveau. Allerdings stehen auch die Chancen der Polizei nicht gut, die Taten jemals zu klären. Lippeweit wurden im vergangenen Jahr 511 Wohnungseinbrüche registriert (2014: 361). Die Aufklärungsquote lag bei nur 18 Prozent. Das ist auch in den Augen der Ermittler „verbesserungsfähig“. So hieß es jüngst in der aktuellen Kriminalstatistik (wir berichteten).

veröffentlicht am 13.04.2016 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Als eine mögliche Ursache gibt die Polizei an, dass vermehrt reisende, professionelle Täter am Werk seien. Diese Banden verstehen ihr kriminelles Handwerk. Sie baldowern unter Umständen Tage vorher einen geeigneten Ort aus. Dann rücken sie im Auto an, schlagen in Minutenschnelle zu – und sind ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwunden.

„Ohne Hinweise aus der Bevölkerung kommen wir da gar nicht weiter“, sagt Lippes Polizeisprecher Uwe Bauer. Deshalb wollen die Ermittler die Aufmerksamkeit der Bürger jetzt noch stärker für das Thema Einbrüche gewinnen. Auch, weil sie wissen, wie sehr das Eindringen fremder Menschen in die eigene Wohnung die Opfer belasten kann.

Wie zuvor schon andere Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen, so hat jetzt auch Lippes Kreispolizei einen „Wohnungseinbruchradar“ auf ihrer Internetseite scharf geschaltet. Das ist eine Landkarte des Kreisgebietes, auf der Tatorte von Wohnungseinbrüchen sowie -einbruchversuchen blau markiert sind. Aus Datenschutzgründen allerdings ohne Adresse.

Die Vorstellung, dass Einbrecher die eigene Wohnung, das eigene Haus ausräumen, ist eine echte Horrorvorstellung. In Lügde ist das Risiko, einer solchen Tat ausgesetzt zu sein, allerdings noch immer sehr niedrig – ein großer Vorteil der Lage weitab vom Schuss. Themenfoto: dpa

Die Karte wird einmal wöchentlich aktualisiert. Zu sehen sein sollen dann alle Einbrüche der letzten sieben Tage – beginnend am Mittwoch der jeweiligen Vorwoche. Ein Blick auf den am Mittwoch veröffentlichten ersten Radar für Lippe zeigt: In der Zeit vom 6. bis 12. April hat Lippes Polizei kreisweit insgesamt acht Einbrüche registriert. Um eine möglichst gute Darstellung zu erhalten, wird nicht zwingend das gesamte Kreisgebiet abgebildet. Dass Lügde aktuell nicht im Zoom der Karte erscheint, hat einen ebenso simplen wie erfreulichen Grund: Hier gab es im fraglichen Zeitraum keinen Einbruch. Wer seinen Wohnort also auf der Karte vermisst, kann aufatmen – bis auf Einzelfälle, in denen Tatorte nicht angezeigt werden, weil sie noch nicht im Vorgangssystem erfasst sind.

„Auf der Karte kann jeder auf einen Blick sehen, ob etwas in seinem Umfeld geschehen ist“, sagt Uwe Bauer. „Wir hoffen, dass der eine oder andere dabei vielleicht noch auf etwas kommt. Sich also an eine Beobachtung erinnert, die der Polizei helfen kann.“ Die Polizei in Bochum arbeite mit einem solchen Radar bereits seit mehr als einem Jahr, „und die Anzahl der Hinweise hat erheblich zugenommen“, schildert Bauer die Erfahrungen aus dem Ruhrgebiet.

Wer bei einer ganz aktuellen Beobachtung ein „komisches Bauchgefühl“ habe, solle am besten sofort zum Telefon greifen und die 110 wählen, so Bauer. „Scheuen Sie sich im Zweifel nicht, den Notruf der Polizei zu wählen!“, betont er. Wer sich hingegen beim Blick auf die Karte an ein Vorkommnis erinnere, das schon ein paar Tage zurückliege, liege richtig, wenn er sich bei der nächsten Polizeiwache melde.

Übrigens: Wer sich zur Sicherheit der eigenen vier Wände beraten lassen will, kann mit den Präventionsspezialisten der Polizei Lippe unter der Rufnummer 05231 / 6091372 einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren.

Die Karte findet sich im Internet unter www.polizei.nrw.de/lippe, Stichwort Wohnungseinbruchsradar



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