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Lü14/Bau-Meier-Wachkoma-Pflege, jl

Elbrinxen. Was passiert denn nun mit Bau-Meier? Die Neugierde ist groß – auch weit über das Storchendorf hinaus. Nachdem offenbar vom neuen Hauseigentümer Roman Niehaus beauftragte auswärtige Arbeitskräfte schon im August den Weg zum leerstehenden Verwaltungstrakt des einst größten Elbrinxer Arbeitgebers entkrautet hatten, tut sich nach Arbeiten an der Fassade seit einiger Zeit auch im Inneren des Hauses etwas. Vor allem in der zweiten Etage wird gebaut.

veröffentlicht am 30.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

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Die Arbeiter dürften derzeit den Endspurt eingelegen. Denn schon bald sollen hier zwei Pflege-Wohngemeinschaften entstehen. Wohl an die zehn Patienten werden dafür aus dem zur Agaplesion-Gruppe gehörenden evangelischen Pyrmonter Alten- und Pflegeheim Bethanien. Dort schließt nämlich zum Jahresende die Station für beatmungspflichtige und Wachkoma-Patienten. Das hat Heimleiter Herbert Grondmann auf Anfrage bestätigt.

Die 14 Betten bietende Station in seinem Heim sei zwar gut belegt gewesen. „Aber diese speziellen Pflegeplätze werden in Niedersachsen sehr schlecht honoriert.“ Der Heimleiter spricht von einem „dicken Minusgeschäft“.

Da kam das Angebot eines privaten ambulanten Pflegdienstes, für die Patienten eine Pflege-WG zu eröffnen, offenbar zur rechten Zeit. Und einige der in der bisherigen Pyrmonter Wachkoma-Station tätigen Mitarbeiter – darunter auch der Leiter der Station – wechseln den Arbeitgeber. Deshalb ist Herbert Grondmann erleichtert und „sicher, dass eine gute medizinische Versorgung weiterhin gewährleistet wird“.

Den Bauantrag für die als von den Bewohnern selbst verwaltet organisierte Wohngemeinschaft hat Monika Niehaus gestellt. In dem Papier, das im Vorfeld einer angestrebten Nutzungsänderung beim Kreis Lippe zu stellen war, soll allerdings nur die Rede von zwei selbstständigen Wohngemeinschaften für Senioren mit eventuell leichtem Pflegebedarf sein. Beatmungspflichtige oder Wachkoma-Patienten werden in dem Antrag nicht erwähnt.

Doch wie können derart hilfebedürftige Menschen aus eigener Kraft eine WG gründen? In solchen Fällen entscheiden, wenn die Betroffenen das selbst nicht können, offenbar die Angehörigen oder die gesetzlich bestellten Betreuer. Mit denen habe man sich im Vorfeld verständigt, deutet ein Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes an. Dessen Geschäftsführer, aber auch die künftige Vermieterin, die Einblick geben können in das hierzulande noch eher ungewöhnliche Konstrukt, sind telefonisch nicht zu erreichen.

In vergleichbaren Fällen läuft es offenbar so, dass sich die Bewohner zu einer Wohngemeinschaft zusammenfinden, mit dem Vermieter jeweils gesonderte Mietverträge abschließen und sich unabhängig davon die Pflegeleistungen bei einem privaten Dienst ihrer Wahl dazukaufen. Denn ambulant betreute Wohngemeinschaften stehen sozusagen in Selbstverantwortung. Die Mieter beziehungsweise ihre Angehörigen oder Betreuer sind für die Grundfragen der Organisation des Wohnalltags verantwortlich. Der ambulante Pflegdienst schließt mit jedem Mieter und jeder Mieterin einen individuellen Pflegevertrag ab. Er ist „Gast“ in der privaten Wohnung der WG-Mitglieder. Von seiten des Pflegedienstes wird eine Rund-um-die-Uhr Betreuung sichergestellt. In der Regel wählen die Bewohner denselben Dienst, da sich sonst der Aufwand für das Unternehmen nicht rechnen würde.

Insgesamt scheinen sich solche Pflege-WG‘s monetär für alle Beteiligten zu rechnen. Denn für die Pflege in Wohngemeinschaften zahlen die Krankenkassen Zuschüsse, wo sonst die Familie oder der Staats einspringen müssten. Zudem gibt es pro Person noch einen monatlichen Zuschuss fürs Wohnen.

Anders wäre es im Heim: Bei der Unterbringung dort erhält jeder Bewohner von der Pflegeversicherung entsprechend der Pflegestufe eine feste Kostenerstattung, es bleibt fast immer eine Zuzahlung.

Seit Mitte November liegt der Bauantrag bei der Kreisverwaltung in Detmold vor. Dem Vernehmen nach hat man dort bisher aber noch nicht abschließend darüber entschieden. jl



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