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Warum Lügde die Szene begeistert

Liuhidi-Markt findet immer mehr Fans

Lügde. „Auf so einem Mittelaltermarkt kann sich jeder so geben, wie er mag“, freut sich Annika aus Gütersloh. Wie zum Beweis blickt sie um sich. Neben den Knechten und Mägden sind stahlummantelte Ritter zu sehen, Herren und Damen, deren Putz nach ihnen ein Adelstitel gut zu Gesicht stünde, Goths, die so gar keine Todessehnsucht ausstrahlen, und einige Freaks, deren T-Shirt sie als Vertreter der Heavy-Metal-Szene ausweisen. Und es stimmt, auf einem normalen Volksfest würden sie alle auffallen. Hier jedoch stört selbst die schrägste Optik keinen.

veröffentlicht am 10.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Annika selbst würde in keiner Umgebung auffallen, bis auf die Tatsache, dass sie barfuß über den Liuhidi-Markt schlendert, wie viele andere. „Ich mag diese ungezwungene Atmosphäre, wo jeder mit jedem ganz einfach ins Gespräch kommen kann.“ Deswegen ist sie auch extra angereist, um hier diese besondere Freiheit von allen alltäglichen Konventionen zu genießen. So wie ihr geht es vielen. Sie kommen aus dem gesamten norddeutschen Raum, einige sogar aus Köln und finden es großartig. Immer wieder hört man Lob über den „tollen Emmerauenpark“.

Mit einem umfangreichen Programm samt Ritterkämpfen, Marktgericht und Sklavenmarkt fesselt der Liuhidi-Markt seine Gäste. Viel Aufmerksamkeit bekam auch Jochen Rösner, der Falken, Adler und Uhus fliegen ließ. Man musste genau aufpassen, um nichts zu verpassen, da das Heerlager mit seinen über 250 Teilnehmern (rund ein Drittel mehr als 2012) zu groß war, um den Überblick zu behalten. Und beim nächsten Mal wird das Lager noch größer. „Ich habe schon wieder deutlich mehr Anfragen als zu diesem Markt“, verkündete „Lager-Kommandant“ Torsten Schindler. „Das liegt auch an der entspannten Atmosphäre hier. Das spricht sich rum.“

Ein Gewinn für den Liuhidi-Markt stellten die „Irrlichter“ dar. Vier hübsche Profi-Musikerinnen, die aus allerlei zurecht in Vergessenheit geratenen Instrumenten lieblichste Melodien zauberten, um damit ihr Publikum begeisterten. Für die etwas derbere Unterhaltung zeichnete das Duo „Asa Tru“ verantwortlich. Moderiert wurde wie immer souverän von Marc Hohlfeld als Herold Cedric und Detlef Rund, der den buckligen Ugluck gab. Überall gab es an den Zelten Interessantes zu entdecken und auszuprobieren. Turnierübungen für die Nachwuchsritter, Bogenschießen, Katapult-Abfeuern. Man konnte Geschmeide, Holzlöffel und Körbe kaufen oder sich die Kampftechniken aus der Vor-Drohnen-Zeit erklären lassen. Und es war auch für die Kinder und selbst die Kleinsten reichlich geboten. Und auch für die Gastronomie gab es nur Lob aus den Reihen der rund 5000 Besucher.

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Höhepunkt des Samstags war wieder der Pest-Umzug. Passend geschminkte Menschen wurden unter Aufsicht des Medicus mit seiner Schnabelmaske aufgesammelt und auf Karren verladen oder zusammengetrieben. Da die Dramatik erst im Dunkeln mit Fackeln so richtig zur Geltung kommt, kann die Pestszenerie erst um 22 Uhr beginnen, wenn schon viele Gäste das Lager verlassen haben, was schade ist.

Mit mittelalterlicher Musik auf lange vergessenen Instrumenten begeistern „Die Irrlichter“ das Publikum. yt

Wer lange ausharrt, wird mit einem schaurigen Spektakel belohnt: der Pestumzug am Samstagabend. yt



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