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Lügdes neuer Bürgermeister an seinem ersten Arbeitstag

„Liste der Grausamkeiten“ funktioniert in Lügde nicht

Lügde (jl). So richtig zum Arbeiten ist Heinz Reker noch nicht gekommen an seinem erst Tag als Bürgermeister von Lügde. Denn diverse Gratulanten ließen das Telefon im Kämmerer-Büro des Rathauses – in das neue zieht der parteilose Verwaltungschef erst nächste Woche – von 7 Uhr an nahezu ohne Unterlass klingeln. Für Wehmut blieb ihm da kaum Zeit – zumal sich Reker, das betont er, auf seine neue Aufgabe freut.

veröffentlicht am 21.10.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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„Aber der Abschied am Dienstag hat mich emotional berührt“, gesteht der frisch gebackene Bürgermeister, der ganz offiziell während der ersten Ratssitzung am 27. Oktober vereidigt und in sein Amt eingeführt wird. „Die Ära Scholand ging zu Ende – und meine Zeit als Kämmerer auch“, sagt er mit Blick auf die letzten 15 Jahre und sein „tolles Team“.

Seine alte Rechenmaschine wird nicht mit ins neue Büro umziehen, „die vermache ich meinem Nachfolger. Aber ich hab’ mir schon eine neue bestellt“, gesteht Reker. „Denn Zahlen waren immer mein Hobby und werden es bleiben.“ So hat er mit seinem bisherigen Stellvertreter und Wunsch-Nachfolger Hans-Jürgen Wigge auch schon die ersten Vorarbeiten für den Lügder Haushalt 2010 erledigt. „Den werden wir wohl gemeinsam auf den Weg bringen“, schätzt Reker.

Viel Spielraum zur Gestaltung, das weiß er jetzt schon, wird seinem Nachfolger, der Stadtverwaltung und den Politikern nicht bleiben. Denn: „Die Steuereinnahmen und auch die Ausgleichszahlungen brechen weg.“ Für Soziales wie zum Beispiel die Hartz-IV-Kosten und die Kinderbetreuung müsse die Stadt jedoch mehr Geld ausgeben.

Von einer „Liste der Grausamkeiten“, wie sie die Kämmerer etwa in Bad Pyrmont und Hameln aufgestellt haben, hält Reker für Lügde indes nicht viel. „Wir haben die freiwilligen Leistungen schon in den letzten Jahren mächtig zurückgefahren. Wenn wir die Schraube noch mehr anzögen, bräche das ehrenamtliche Engagement weg“, fürchtet der Bürgermeister. „Außerdem sind das ja minimale Beträge. Damit kann man zwar Zeichen setzen – aber eben auch in die falsche Richtung.“

Als Beispiel nennt er die Musikschule. „Da ist die Förderung durch die Nichtanhebung real ja schon zurückgegangen“, sagt Reker und bezieht in diese Rechnung auch die Sport- und die Heimatvereine ein. „Was die alles für die Orts- und Landschaftspflege tun, können wir als Stadt gar nicht mehr leisten.“ Ein gewisser Standard sei nur mit Hilfe der Vereine zu halten. Und dazu bedürfe es eben sowohl finanzieller Hilfe als auch ideeller Wertschätzung.

Ein bisschen Einsparpotenzial sieht Reker allerdings in der Politik. Stichwort: „Straffe Verwaltung, straffe Ausschuss-Strukturen.“ Themen, die zueinander passen, sollen von den Politikern künftig auch gemeinsam bearbeitet werden. So etwa Kindergärten und Schulen. Ebenfalls fusionieren sollen Haupt- und Finanzausschuss. Eine weitere von Reker angepeilte Verschmelzung wird es aber wohl nicht geben. Denn ihm ist klar geworden: „Ordnungsrecht und Kultur passen einfach nicht zusammen.“

Seinen ersten Abendtermin hatte Lügdes Bürgermeister schon gestern. „Frau Roeder hat mich zum geselligen Abend des Niedersächsischen Städtetags nach Bad Pyrmont eingeladen.“ Ein Lipper habe dort zwar streng genommen nichts zu suchen, sagt Reker schmunzelnd. „Aber ich freue mich und habe die Einladung gern angenommen.“

Mit einem stattlichen Blumenstrauß haben die Rathaus-Mitarbeiter ihren neuen Chef im Bürgermeister-Amt begrüßt. Und auch am Telefon nahm er Glückwünsche von allen Seiten entgegen.Foto: jl



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