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IHK-Umfrage: Warum Lippes Gastronomen den Winter fürchten

Lippe? – eher nicht Fernziele liegen jetzt näher

Lippe. Sehr zufrieden mit dem vergangenen Sommer haben sich lippische Hoteliers und Gastronomen laut Industrie- und Handelskammer (IHK) in der aktuellen Umfrage der Wirtschaftsvereinigung gezeigt. Allerdings blicken sie laut IHK äußerst skeptisch auf die laufende Wintersaison. Eine regelrechte Talfahrt verdeutlicht der Blick auf den IHK-Konjunkturklimaindikator: Das Gastgewerbe rutscht hier um 14,5 Punkte auf aktuell 95,1 Punkte.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Ein Grund liegt auf der Hand: Im Winterhalbjahr zieht es kaum Urlaubsreisende nach Lippe; Fernziele liegen zu dieser Jahreszeit näher.

Zudem belasten nach Angaben der Gastronomen hohe Arbeitskosten ihre Unternehmen. „Der Mindestlohn hinterlässt Spuren“, schließt Lippes IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martensaus den weiteren Ergebnisen der aktuellen Tourismusumfrage.

Drei von zehn der gastgewerblichen Unternehmen verleihen der aktuellen Geschäftslage die Note „gut“, nur ein Fünftel stuft sie als „schlecht“ ein. Das Gastgewerbe meldet für die vergangenen Monate ein deutliches Umsatzplus.

Insbesondere die lippische Hotellerie legte eine „Top-Saison“ hin: 42 Prozent der Betriebe konnten gestiegene Übernachtungszahlen verbuchen. Auch die Gastronomen sind zufrieden. Sie haben vor allem von den Urlaubsreisenden profitiert, aber auch von heimischen Gästen.

Dennoch blicken die lippischen Hoteliers und Gastronomen eher skeptisch auf die kommende Wintersaison und erwarten überwiegend keine Zuwächse. Rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer rechnet sogar mit einer Verschlechterung ihrer Situation.

Hoteliers vergeben hier deutlich schlechtere Noten als die Gastronomen. Sie fürchten insbesondere den Rückgang der Urlaubsgäste im Winter. Für die Befragten ist es daher laut Umfrage sehr wichtig, die Stammgäste zu halten. „Gastronomen beklagen nach wie vor das strenge Rauchverbot“, bilanziert die IHK weiter.

Als größte Geschäftsrisiken benennen über die Hälfte der Antwortenden steigende Arbeitskosten und die politischen Rahmenbedingungen. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer beklagen in diesem Zusammenhang die Einführung des Mindestlohns. Die Gastronomie spürt laut IHK die negativen Auswirkungen etwas deutlicher als die Hotellerie, denn die Branche reagiert mit Arbeitszeitverkürzung, Verzicht auf Neueinstellungen und Stellenabbau. Zwölf Prozent der Befragten planen Personalabbau, 85 Prozent halten die Zahl der Mitarbeiter konstant.

Acht von zehn der gastgewerblichen Betriebe haben sich trotz der hohen Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten vorgenommen, das Preisniveau zu halten. Denn: Preissteigerungen werden von den Gästen kaum akzeptiert. „Kunden sind hyper-preis-sensibel und nicht mehr bereit, für eine Beherbergungsleistung einen angemessenen Preis zu bezahlen“, beklagt ein von der IHK zitierter lippischer Hotelier.

Die Investitionsneigung der Branche ist weiterhin gering: Vier von zehn der Befragten setzen den Rotstift an. Nur acht Prozent wollen ihr Investitionsbudget aufstocken. Hauptmotiv ist für viele Gastronomen und Hoteliers Modernisierung. Es gibt zudem ein deutliches Plus bei den Ausgaben für Produkt-Innovationen. red



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