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Viel Beratungsbedarf „Unter den Klippen“

Laufen Forderungen der Anlieger ins Leere?

Lügde (yt). Die Verkehrsregelung auf der Straße „Unter den Klippen“ hält die Anlieger weiter in gespanntem Zustand. Denn eins wurde am Montag im Lügder Rathaus klar: Außer der Tatsache, dass die Betroffenen die Verkehrssituation dort als unerträglich empfinden, ist nichts klar. Obwohl die Anlieger die mitunter lebensbedrohlichen Situationen in dieser Straße schon seit langem anprangern, treten die Stadtverwaltung und die Politik auf der Stelle.

veröffentlicht am 28.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:21 Uhr

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Immerhin ist die gefühlte Raser-Problematik nun bewiesen. Eine auf drei Tage angelegte Messreihe ergab: 88 Prozent der Autos waren zu schnell unterwegs, 15 Prozent fuhren schneller als 50 Stundenkilometer, und Einzelne bretterten sogar mit rund 100 Sachen durch die Straße.

Auch diese Messergebnisse begründeten allerdings keinen Handlungsbedarf, sondern erst einmal Beratungsbedarf. So eröffnete der Vorsitzende des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Forsten, Hubert Klenner, den Tagesordnungspunkt mit der Forderung, „das Thema erst mal ganz sachlich anzugehen und emotionslos zu diskutieren“, bevor er dem Anrainer Franz Josef Tennie das Wort erteilte. Der zeigte anhand von Fotos, dass Autos den Gehweg komplett zuparkten und Lkw schon den Deich niederwalzten. Und erklärte: „Wir müssen, insbesondere mit Kinderwagen oder Rollator, auf die Straße ausweichen. Dass so manche Lkw-Fahrer nicht durch den Tunnel, sondern unter den Klippen entlangfahren, sei zum einen deren Ortskundigkeit geschuldet. „Da sparen sie sich einige Meter. Zum anderen blinkt das Warnzeichen ‚Tunnelstörung‘ fast unentwegt. Dass manche Fahrer da lieber den sicheren Weg nehmen, kann man ihnen nicht verdenken.“

Klenner verlas auch den Forderungskatalog der Anlieger. Sie wollen Tempo-30-Piktogramme auf der Fahrbahn, da die Schilder eher unscheinbar und leicht zu übersehen seien. „Mich hat mal ein Polizist gefragt, wo denn das Schild steht“, warf eine Anwohnerin ein.

Klenner wischte die Forderung vom Tisch mit dem Argument, dass das Piktogramm bei Schnee nicht gesehen werden könne und nur der Fahrer des jeweils ersten Autos einer Schlange es sehen könne. Er machte allerdings keine Angaben über das zu vermutende Verhalten der nachfolgenden Autos, falls das erste sich an die Anweisung halte. Und zu guter Letzt berief er sich auf eine Auskunft des Straßenverkehrsamts Lippe. Das habe auf eine Anfrage hin einmal mitgeteilt, Piktogramme an solchen Straßen seien in Lippe nicht üblich.

Auch die Forderung, die Rechts-vor-Links-Regelung mit weißen Balken auf der Straße deutlicher zu machen, bügelte er ab: „Wir können nichts dafür, wenn Verkehrsteilnehmer die Regeln nicht kennen.“ Verwunderlich allerdings: Klenner selbst wohnt auch dort und hatte den Ärger der Anlieger im Sommer erstmals öffentlich gemacht.

Deren Forderung nach einem Schwerlastverkehrs-Verbot wurde auch in der Sitzung bekräftigt. Franz Josef Tennie erklärte, er habe durchaus Verständnis dafür, dass die Lkw hier bei einer Tunnelsperrung durchgeleitet werden. „Aber ansonsten haben die hier nichts verloren.“ Der Vorschlag, Schilder aufzustellen und die dann bei Bedarf zu verhängen, wurde nicht angenommen. „Wir werden von außen Beratung einfordern und mit einem Spezialisten planen“, gab Klenner ein internes Beratungsergebnis bekannt, denn: „Wir wollen da etwas Vernünftiges machen.“

Und das kann dauern. Eine Lösung wird erst für die Zeit nach der Sanierung der Brückenstraße 2013 avisiert.



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