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Trecker-Fans fachsimpeln und erinnern sich beim Oldtimertreffen in Eschenbruch

Lanz Bulldog – die Marke schlechthin

Eschenbruch. Es ist schon ein Erntedankfest der ganz besonderen Art, das die Oldtimerfreunde Eschenbruch mit ihrem Treffen alle zwei Jahre auf dem Hof von Reinhard Wienkemeier feiern. Für drei Tage herrscht Volksfeststimmung auf dem Bauernhof in dem 500 Einwohner zählenden Dorf. Der Besucherstrom, der beim 7. Oldtimertreffen an den 150 historischen Traktoren und Unimogs vorbeizieht, die in Reih und Glied auf dem angrenzenden Stoppelfeld auf Hochglanz poliert zur Schau gestellt werden, will auch am späten Nachmittag des dritten Veranstaltungstages nicht abreißen.

veröffentlicht am 25.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Reinhard Wienkemeier ist zufrieden. Vor allem die zahlreichen „Lanz Bulldog“-Traktoren auf dem weitläufigen Veranstaltungsgelände erfreuen sein Sammlerherz. „Das ist einfach die Marke schlechthin“, sagt der stolze Besitzer eines solchen 35 PS starken Kult-Ackerschleppers von 1940. Noch ein paar Jahre älter ist ein anderes Gefährt des Eschenbruchers, das an diesem Wochenende genauso wie sein Fahrer ständig im Einsatz ist. „Das ist ein Lastendreirad der Eisenacher Marke EMW, ehemals BMW, das Ende der 1930er-Jahre für den Kriegseinsatz gebaut wurde“, erklärt Wienkemeier, bevor er zum nächsten Einsatzort gerufen wird, um ein Problem an der Bratwurstbude zu beheben.

Während im Hintergrund ein alter Leiterwagen direkt neben einem hochmodernen Claas-Vorführ-Traktor parkt, heizt Manfred Kröger vom Dresch- und Treckerclub Nieheim die Glühnase seines 63 Jahre alten Lanz Bulldog an, damit dessen zündende Dieselmaschine anschließend laut schnaufend den schwarzen Qualm gen Himmel stoßen kann. „Mit dem Kauf des Ackerschleppers habe ich mir 1997 einen Traum erfüllt“, sagt der 67-jährige. „Als Jugendlicher habe ich auf einem solchen Lanz Bulldog das Treckerfahren auf dem Rittergut Merlsheim gelernt“, erzählt der gelernte Maschinenbauer aus Nieheim weiter.

Auch Maximilian Otten hat früh mit dem Treckerfahren angefangen. Bereits vor vier Jahren hat er auf dem Schoß seines Vaters bei Treckertreffen am Steuer des 40 Jahre alten „Schlüter 950 super V“ gesessen. „Weil ich allein noch nicht an die Pedalen gekommen bin“, verrät der heute 14-Jährige. Inzwischen hat er den 120 PS starken Traktor voll im Griff – wenn auch noch ohne offizielle Fahrerlaubnis. Auf sein Ergebnis beim Baumstammziehen ist der Lauensteiner richtig stolz. „Ich durfte zwar den Allradantrieb des Schlüters nicht zuschalten, aber dafür habe ich das Differenzial reingelegt. Das war einfach geil“, sagt Maximilian kurz nach dem Wettbewerb noch völlig euphorisch.

Ganz andere Kindheitserinnerungen möchte der Detmolder Werner Giehler bei den Besuchern wecken. Er hat sein fast 60 Jahre altes Hanomag-R19-Gespann samt historischem Kartoffelroder mit einer Feldflasche, dem berühmten Henkelmann, Kartoffelkörben und anderen Ernteutensilien von anno dazumal dekoriert. „Als Kinder haben wir immer für den Bauern gearbeitet, bei dem es die beste Verpflegung gab. Einzelne belegte Brotscheiben waren begehrter als Klappbrote, die Krönung allerdings war Kuchen“, erinnert sich der 74-Jährige, der aus der Landwirtschaft stammt und noch heute in Diestelbruch einen Nebenerwerbsbauernhof betreibt.

Auch Dieter und Ursula Arneke aus Lüntorf können sich noch gut an die Feldarbeit in ihrer Kindheit erinnern. „Schau mal, sogar an den Speck hat er gedacht“, macht die 69-Jährige ihren zwei Jahre älteren Mann angesichts der liebevollen Dekoration von Giehlers altem Ackergerät aufmerksam.

Erinnerungen an anno dazumal: Der Detmolder Werner Giehler mit Ursula und Dieter Arneke aus Lüntorf. Fotos: sbr



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