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Warum Lügdes künftige Realschüler ganztags unterrichtet werden / Dreimal pro Woche bis 15 Uhr

Länger Schule, aber ohne Hausaufgaben

Lügde (jl). Jetzt hat es Rektor Uwe Tillmanns Schwarz auf Weiß: Nach den Sommerferien darf er auch am Real-Zweig der Johannes-Gigas-Schule ganz offiziell den Ganztagsbetrieb einführen. Und zwar „gebunden“. So hat es die Bezirksregierung Detmold genehmigt.

veröffentlicht am 03.02.2010 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:21 Uhr

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Für die etwa 60 künftigen Realschul-Fünftklässler auf dem Ramberg heißt das: Dreimal pro Woche – montags, mittwochs und donnerstags – werden sie bis 15 Uhr Schule haben. Und zwar nicht auf freiwilliger Basis wie in der Grundschule oder zum Beispiel in Bad Pyrmont, sondern eben verbindlich. Um 12.30 Uhr gibt’s dann eine Stunde Mittagspause, und danach geht’s noch einmal anderthalb Stunden weiter. Für die Mädchen und Jungen, die jetzt schon zur Realschule gehen, läuft hingegen alles weiter wie gewohnt.

„Im Ganztagsbetrieb haben wir Zeit, uns auch um die Realschüler mehr zu kümmern“, sagt der Schulleiter. Außerdem hätten sich inzwischen viele Eltern an die OGS (Offene Ganztagsschule) in der Grundschule gewöhnt. „Aber sie wollen auch nicht, dass ihre Kinder zu spät nach Hause kommen“, weiß er. Und will mit seinem Kollegium „versuchen, diesen Spagat hinzukriegen“. Denn viele Heranwachsende hätten in ihrer Freizeit auch noch Hobbies, und die Familien sollten ebenfalls zu ihrem Recht kommen.

Bisher werden nur Lügdes Hauptschüler ganztags beschult – und das dreimal wöchentlich bis 15.30 Uhr. „Da läuft die Ganztagsschule seit 1993“, sagt Tillmanns. „Von dieser Erfahrung profitieren wir jetzt.“

Doch auch viele Realschüler kommen jetzt schon ein- bis zweimal pro Woche erst am Nachmittag nach Hause. „Da lag es nahe, auch die Realschule offiziell in den Ganztagsbetrieb zu überführen“, sagt Tillmanns. So ließe sich auch die vollgepackte Stundentafel entzerren und neu ausrichten. Förderstunden könnte er sich zum Beispiel schon am Vormittag vorstellen – und nicht erst mittags, wenn die Schüler sich ohnehin nicht mehr konzentrieren könnten. „Der klassische Frontalunterricht hat sowieso ausgedient“, sagt Tillmanns, der künftig noch mehr auf „anspruchsvollere Lernformen“ setzen will.

Einen weiteren Effekt der Ganztagsschule werden auch die Eltern zu schätzen wissen: „Wenn die Kinder dann nach Hause kommen, sind sie mit der Schule durch“, verheißt Tillmanns. Denn an den Tagen mit Nachmittagsunterricht gibt’s keine Hausaufgaben. „Die bergen in vielen Familien bekanntlich jede Menge Konfliktpotenzial.“

Dem kann der Schulpflegschaftsvorsitzende Thomas Sievers nur zustimmen: „Dass unsere Kinder betreut werden und nicht mehr so viele Hausaufgaben bekommen“, bezeichnet er als ausdrücklichen Elternwunsch.

Ein weiterer Grund für die Einführung der Ganztagsschule liegt auf der Hand: „Dann können wir den 20-prozentigen Stellenzuschlag mitnehmen“, erklärt Tillmanns. Da es aber erfahrungsgemäß schwierig ist, geeignete Lehrer insbesondere für die aktuellen Mangelfächer Englisch, Musik und Chemie zu finden, wird der Zuschlag nach der Devise „Geld statt Stelle“ kapitalisiert. So kann Tillmanns Leistungen externer Anbieter einkaufen.

Gut vorstellen könnte er sich, dass einer der drei Nachmittage vor allem sportlich geprägt wird. Mit zum Beispiel Tennis, Golf oder Selbstverteidigung. Tillmanns’ heimlicher Wunsch: „Dann könnten wir irgendwann als ,sportliche Schule’ von uns reden machen.“

Schulleiter Uwe Tillmanns ist sicher, dass die Eltern die Ganztagsschule gutheißen. Aber er weiß auch: „Sie wollen nicht, dass ihre Kinder zu spät nach Hause kommen.“ Nun will mit seinem Kollegium „versuchen, diesen Spagat hinzukriegen“.

Foto: jl



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