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Schulentwicklungsforscher könnte sich Zweckverband mit Pyrmont vorstellen

Länderübergreifende Kooperation als Chance für die Gigas-Schule?

Lügde / Detmold (jl). Viele, haben auf ihn gewartet und gehofft jetzt liegt er vor: der Schulentwicklungsplan für den Kreis Lippe. Doch das vom Kreis Lippe und seinen Kommunen in Auftrag gegebene 230 Seiten starke Buch heißt nicht „Plan“, sondern „Bericht“. Und es enthält auch nicht die Handlungsempfehlungen, sie sich mancher erhofft haben mochte. Allerdings listet es auf Basis der bis 2010 geborenen Kinder auf, wie sich die Schülerzahlen in sämtlichen Schulen der 16 Städte und Gemeinden im Kreis Lippe in den nächsten Jahren entwickeln werden.

veröffentlicht am 22.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:21 Uhr

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Für Lügdes Johannes-Gigas-Schule beschränken sich die Autoren für die Zeit bis zum Schuljahr 2020/21 auf eine ebenso schlichte wie alarmierende Prognose: „Bei Fortschreibung des Status quo ist die Schülerzahl insgesamt rückläufig (-36 Prozent). Die Schule ist im Prognosezeitraum mit Ausnahme des kommenden Schuljahres zweizügig.“

Weil bekanntlich generell immer mehr Eltern ihre Kinder lieber aufs Gymnasium schicken als zur Realschule und erst recht zur Hauptschule, wurde sicherheitshalber zudem mit einer noch weiter sinkenden Eingangsquote gerechnet.

In dieser „negativ dynamisierten Prognose“ ergibt sich bis zum Schuljahr 2020 / 21 ein Schülerschwund um 41 Prozent von aktuell noch 519 auf dann nur noch 285 Schülerinnen und Schüler. Selbst bei einer optimistischen Schätzung würde die Schülerzahl bis 2020 allerdings um 35 Prozent auf dann 314 Schüler sinken.

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  • Böhm-Kasper

„Insgesamt ist für alle Prognosevarianten festzuhalten, dass die erforderliche Mindestgröße dauerhaft unterschritten wird“, halten der Dortmunder Schulentwicklungsforscher Dr. Ernst Rösner und Dr. Claudia Böhm-Kasper vom Fachgebiet Bildung des Kreises Lippe als Fazit fest.

Das heißt: Auch als Sekundarschule hat die Gigas-Schule schon ab 2013 keine Chance. Denn diese von der NRW-Landesregierung eingeführte Schulform muss pro Jahrgang drei Klassen haben; zweizügig reicht nicht.

Konkrete Empfehlungen halten die Autoren allerdings aus der Studie heraus. „Wir wollen die Kommunen bewusst nicht aus ihrer Verantwortung entlassen“, sagen sie zur Begründung. Denn wie die Städte – also auch Lügde – die Schulen in ihrer Trägerschaft organisieren, müssen sie, freilich auf Basis der gesetzlichen Vorgaben, selbst entscheiden.

Im konkreten Fall lässt sich Dr. Rösner dann aber doch eine persönliche Einschätzung entlocken: „Aufgrund der räumlichen Nähe wäre es am besten, wenn die Johannes-Gigas-Schule mit dem Gymnasium in Bad Pyrmont einen Zweckverband bildete“, glaubt der Dortmunder. „Das müsste auch länderübergreifend möglich sein.“

Dann könnten die Mädchen und Jungen aus dem Lügder Einzugsbereich nach der Grundschule zunächst auf den Ramberg wechseln und bei entsprechenden Leistungen und sofern sie das anstreben, nach der 10. Klasse zur gymnasialen Oberstufe in die Kurstadt wechseln. Gelinge eine solche Kooperation, sei für Lügde eine „stabile Lösung“ gefunden, so der Schulentwicklungsforscher.



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