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Lügder Gastronomen und Hoteliers zittern beim Gedanken an bevorstehenden Winter

„Kneipenkultur gibt es so nicht mehr“

Lügde. Das Nichtraucherschutzgesetz bereitet den Lügder Gastronomen weiterhin Probleme. Sobald die Temperaturen fallen, steigt die Angst, Gäste an die Konkurrenz in Niedersachsen zu verlieren. „Dieser Winter wird der Test für unsere Lokale“, so der Vorsitzende des Dehoga-Ortsverbandes Lügde, Udo Niermann. „Wenn ich mich hier bei Schneefall vor die Tür stellen muss, um eine zu rauchen und in Niedersachsen nicht, dann nimmt der eine oder andere wahrscheinlich die Fahrt in Kauf.“

veröffentlicht am 15.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

von julia rau
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Die Mitglieder des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga befürchten Einbußen in der kalten Jahreszeit. Seit dem 1. Mai dieses Jahres ist das Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen bereits in Kraft. Im Sommer seien die Auswirkungen auf die Lügder Betriebe noch nicht so groß gewesen, aber der bevorstehende Winter bereitet den Wirten Sorgen. Niermann selbst hatte die Möglichkeit, in seinem Landhotel einen Raucherraum einzurichten. Der ist seit Mai auch nicht mehr zulässig. In Niedersachsen hingegen ist das Rauchen in Einraumgaststätten unter bestimmten Voraussetzungen noch erlaubt. Außerdem darf dort auch in den separaten Rauchernebenräumen weiter gepafft werden. Eine „Wettbewerbsverzerrung“ nennt das der Geschäftsführer des Dehoga-Landesverbandes Lippe, Kai Buhrke. Insbesondere kleinen niedersächsischen Geschäften wird nicht zugemutet, einen separaten Bereich einzurichten. Gerade solche kleinen Eckkneipen seien laut Niermann im westfälischen Teil in den letzten Jahren mehr und mehr verschwunden. Das Nichtraucherschutzgesetz sei dafür aber nicht der einzige Grund: „Eine Kneipenkultur wie damals, als man sich nach der Arbeit noch bei einem Bier austauschte, gibt es so heute nicht mehr“, so Niermann. Gerade in ländlicheren Gegenden nähmen zunehmend die Vereinsräume den Platz der Gastronomen ein. „Das macht uns das Leben schwer“, so Niermann. Was sich früher am Stammtisch abspielte, passiert heute neben der Kegelbahn. „Es haben sich nun mal die Lebensgewohnheiten geändert. Das Fernsehen ist heutzutage auch viel wichtiger“, so Niermann. Etliche Vereinsmitglieder würden angesichts der Umstände gerade Existenzkämpfe ausfechten. Niermanns Tipp an seine Kollegen: Die Einbußen in der Gastronomie mit mehr Übernachtungsgästen ausgleichen. Das heißt anbauen und mehr Zimmer bereithalten. „Da muss man natürlich wieder viel Geld investieren“, so der 70-Jährige.

Auch unter den Hoteliers und Gastronomen vollzieht sich ein Wandel. „Früher war es ganz selbstverständlich, dass man in die Dehoga eingetreten ist“, sagte Buhrke. „Heute muss der Verband finanziell viel mehr bieten.“ Trotz Rabattabkommen mit e.on und 20 Prozent Ermäßigung auf Gema-Rechnungen stagniert die Zahl der Mitglieder im Ortsverein. Seit vielen Jahren sind es nicht mehr als 20. Insgesamt sind im Kreis Lippe 1100 konzessionierte Betriebe. 700 von ihnen sind in der Dehoga organisiert. Im Ortsverein Lügde lässt nach Meinung der Mitglieder frischer Wind auf sich warten, trotz Führungswechsels. Udo Niermann trat nach 29 Jahren den Vorsitz an Friedrich Köhne vom „Sonnenhof“ ab. Dieser erbt die alten Probleme natürlich gleich mit.



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