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Politiker segnen Konzentrationszonen ab

Knapp 300 Hektar für die Windkraft in Lügde

LÜGDE. Wo genau sollen sich denn nun künftig weitere Windräder drehen dürfen im fast 9000 Hektar großen Gemeindegebiet der Osterräderstadt und ihrer Ortsteile? Lügdes von externen Experten unterstützte Stadtverwaltung und die Baupolitiker sind der Antwort auf diese seit Jahren bearbeitete Frage ein Stück nähergekommen.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 21:59 Uhr

In vier Bereichen will die Stadt Lügde knapp 300 Hektar ihres Gemeindegebiets als Konzentrationszonen für den Zubau weiterer Windenergieanlagen anbieten. Im Frühjahr soll der Plan ausgelegt werden.
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Am Montagabend haben sie die Areale von vier Konzentrationszonen zur Ansiedlung weiterer Windenergieanlagen (WEA) abgesteckt. Das Votum der Politiker fiel einstimmig.

Über tatsächliche spätere Standorte und die genaue Anzahl der darauf zu platzierenden Anlagen ist damit allerdings noch nicht entschieden. Laut Bauamtsleiter Gregor Günnewich sollen die Pläne im ersten Quartal 2019 öffentlich ausgelegt werden. Dann werden sich auch alle interessierten Bürger im Lügder Rathaus darüber informieren und ihre Stellungnahmen dazu abgeben können. Der anschließenden Beratung dieser Stellungnahmen sowie der Kommentare von Behörden und zum Beispiel Naturschutzverbänden folgt dann – sofern nach der Offenlegung keine weiteren Änderungen der Konzentrationszonen notwendig werden – der Feststellungsbeschluss durch den Lügder Rat. Anschließend wird die Bezirksregierung sich noch mit den Unterlagen beschäftigen. Irgendwann im kommenden Jahr dürfte das Prozedere dann also nach mehr als vier Jahren Hin und Her abgeschlossen sein – falls nicht wieder irgendein wichtiges Gerichtsurteil die bisherige Planung zunichte macht. So wie zuletzt das „Bad Wünnenberger Urteil“ des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster im März. Die Richter sahen die bis dato via NRW-Landesplanung vor dem Anlagenbau geschützten Wälder plötzlich nicht mehr als harte Tabuzonen. Das hatte zwar auch massive Auswirkungen auf eine der Berechnungsgrundlagen in Lügde – aber letztlich doch kaum Folgen für die Dimensionierung der Konzentrationszonen.

Kommt es so wie jetzt geplant, dann wird die Stadt Lügde fast 300 Hektar ihres Gemeindegebiets und damit 8,5 Prozent der theoretisch möglichen Potenzialflächen als Areale zum Bau weiterer Windräder anbieten. Damit dürfte sie dann auch die höchstrichterliche Forderung erfüllen, solchen Anlagen „substanziell“ Raum zu geben; die Faustformel dafür liegt bei etwa 10 Prozent der möglichen Flächen. Der Geograf Thomas Fiebig vom Büro Drees & Huesmann, das von der Stadt mit der Planung beauftragt wurde, zeigt sich da durchaus zuversichtlich.

Bauinteressenten müssten sich dann auf die ausgewiesenen Zonen konzentrieren; das übrige Gebiet bliebe für neue Windräder tabu. Bisher drehen sich in Lügde 13 Rotoren.

Die größte Konzentrationszone D, westlich und südlich der vier vorhandenen „Dörenberg“-Räder, umfasst etwa 146 Hektar. Die andere Hälfte verteilt sich auf drei Bereiche: östlich von Harzberg (Zone O), nördlich von Wörderfeld sowie nordöstlich von Sabbenhausen an der Landesgrenze zu Niedersachsen (E) und am Scharpenberg zwischen Rischenau und Niese (K).

Die Abstände zu den Dörfern werden wohl je 600 Meter betragen, zu Einzelgebäuden 400 Meter. Allerdings dürften die Abstände mit wachsender Anlagenhöhe und Geräuschentwicklung zunehmen.

Wie viele Anträge zum Bau weiterer Windenergieanlagen auf Lügder Gebiet derzeit vorliegen, konnten am Dienstag auf Anfrage weder der Kreis Lippe noch Lügdes Bauamtsleiter mitteilen. Die Kreisverwaltung will die Information nachreichen.

Übrigens: Die von der neuen NRW-Landesregierung gewünschten größeren Abstände von 1500 Metern zu Wohngebieten sind noch nicht rechtskräftig.



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