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Wie sich 15 Mutige durchs nächtliche Lügde kämpfen

„Kinder überlegen nicht groß, sie machen einfach!“

Lügde. Die Gebrüder Grimm ließen Hänsel und Gretel den Weg mit Brotkrumen markieren, um sich nicht zu verirren. Der Plan scheiterte jedoch bekanntlich an den hungrigen Mägen der Waldbewohner. Solch ein Missgeschick konnte den Teilnehmern der nächtlichen Ferienspaß-Rallye nicht passieren, denn sie waren mit GPS-Geräten bestens ausgestattet und wurden von Organisator Holger Busch und seiner Mitarbeiterin Sabine Welling begleitet. Gemeinsam durchquerten sie in zwei Gruppen den Emmerauenpark, stiegen die Hexentreppen empor, schlichen an der Kilianskirche vorbei und kehrten schließlich kurz vor Mitternacht zu ihrem Startpunkt an der Stadtmauer zurück. Während der Wanderung galt es, sich diversen Herausforderungen zu stellen und Puzzleteile zu sammeln. Die verrieten zusammengesetzt den Fundort eines Schatzes, der aus Würstchen für ein Mitternachtsgrillen bestand.

veröffentlicht am 19.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:41 Uhr

Anna Hartmann und Tim Schneidewind leeren vorbildlich ihre Becher. Simon van Elten mogelt etwas und benutzt eine Flasche.

Autor:

Julia Hoffmann
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Von der Dunkelheit ließen sich die Kinder bei ihrer Suche nicht aufhalten. Im Gegenteil: „Wer eine Taschenlampe benutzt, ist ein Versager“, befand Simon Van Elten noch vor dem Aufbruch. Und ein Versager wollte natürlich keiner sein. Also blieben die Taschenlampen zu Hause und die Kinder tasteten sich mutig, aber nicht immer ohne mulmiges Gefühl durch den finsteren Wald. „Ich hatte ein bisschen Angst, weil ich immer vorgehen musste und nicht sah, wo ich hinlief“, gestand der zwölfjährige Marcus Reese. Dennoch hatten er und die übrigen Teilnehmer ihren Spaß. Während es den einen Probleme bereitete, die eigenen Füße nicht erkennen zu können, amüsierten sich andere unverhohlen darüber. „Besonders Spaß hat mir gemacht, dass meine Cousine die ganze Zeit hingefallen ist“, gestand die neunjährige Joana lachend ein – nicht ohne sofort korrigiert zu werden: „Ich bin nur dreimal hingefallen. Alle schreien noch, dass sie da auf der Bank sitzen, aber ich sehe sie nicht und fliege über ihre Füße“,, rekonstruiert sie den Hergang eines Sturzes.

Trotz solcher kleinen Pannen wurde es ein lustiger und erfolgreicher Abend. Dabei ging natürlich auch niemand verloren. Denn die wichtigste Waldregel, sich niemals von der Gruppe zu entfernen, hielten die jungen Abenteurer konsequent ein.

Der Sozialpädagoge Holger Busch hatte 2003 Kupferberg Kreativ gegründet und bietet nun regelmäßig unter anderem Krimispiele oder GPS-Rallyes an. Auch Erwachsene hat der Lügder schon bei Betriebsausflügen begleitet und mit speziellen Aufgaben gefordert. „Erwachsene werden dann wieder zu Kindern“, konnte er dabei beobachten. Und Sabine Welling stellt fest: „Kinder sind oft viel spontaner. Sie ziehen schon mal die Sachen aus und wollen durch die Emmer, während die Erwachsenen meistens bequemer sind und auf den Wegen bleiben.“ Mit einem Teil seiner Einnahmen unterstützt Kupferberg Kreativ übrigens die Kupferberg-Jugendbildungsstätte in Detmold und ein Armenviertel im Kongo.

An der letzten Station wird gemeinsam gerätselt. Fotos: lia


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