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Was Walter Kern vom Kinderschutzbund beim Kolping-Neujahrsempfang in Sabbenhausen fordert

„Kinder sind keine Bildungsmaschinen“

Sabbenhausen (cg). „Wir brauchen mehr Krachmacherstraßen“, stellte Walter Kern zu Beginn seiner Festrede auf dem Kolping-Neujahrsempfang in Sabbenhausen vor über 100 Gästen fest. Das Landes-Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderschutzbundes erläuterte in seinem Vortrag „Chancen für Kinder“, welche Entwicklungsbedingungen diese brauchen, damit sie „Verantwortungsbereitschaft“ lernen und „demokratische Prozesse mittragen“.

veröffentlicht am 17.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 22:21 Uhr

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Kinder seien „keine Bildungsmaschinen“, stellte Kern fest, sie müssen „auch Kind sein dürfen“. Deshalb fordert er: „Schulen müssen kindsfähig werden, nicht Kinder schulfähig.“ Neben dem Elternhaus, den Freunden und der Schule sei nach einem afrikanischen Sprichwort sogar „ein ganzes Dorf“ für die Erziehung eines Kindes notwendig. In den Jahren 2006 bis 2008 gehörte Kern, der von 2005 bis 2010 für die CDU im NRW-Landtag saß, der Enquetekommission (überfraktionelle Arbeitsgruppe) „Chancen für Kinder“ des Landtags an. Anstelle von „Chancengleichheit“ möchte er lieber von „Chancengerechtigkeit“ sprechen. Gefördert und gefordert werden müssten sowohl langsame als auch schnelle Kinder, die mit Lernschwierigkeiten ebenso wie Hochbegabte – „jeder nach seinen individuellen Stärken“, betont der Lemgoer Kern.

Die Solidargemeinschaft brauche Kinder, um zu funktionieren. Deshalb meint er: „Ausbildung und Fortbildung der am Erziehungsprozess Beteiligten müssen verbessert werden. Das vorhandene Lehrpersonal muss ergänzend fortgebildet werden.“ Inklusion sei notwendig, aber nur denkbar, mit beispielsweise „fünf Trainingstagen Inklusion“ als jährliche Fortbildung. Das „pädagogische Konzept der Bildungsschule Harzberg“ sei „vorbildliche Zukunftsmusik“. Familien seien die „kleinste Einheit einer Demokratie“ und benötigten gesellschaftliche und staatliche Unterstützung, um Heranwachsenden Rückhalt und Sicherheit zu geben.

Der in Sabbenhausen lebende Prälat im Ruhestand Heinrich Festing (81) genoss den von „seiner“ Kolpingsfamilie ausgerichteten Festakt sichtlich. 30 Jahre lang war er für das internationale Kolpingwerk in vielen Ländern der Erde unterwegs und am Aufbau vieler Kolping-Nationalverbände beteiligt.

Freuen sich über mehr als 100 Gäste beim Kolping-Neujahrsempfang in Sabbenhausen: Generalprälat a.D. Heinrich Festing, Festredner Walter Kern und Kolping-Bezirksvorsitzender Karl Redeker. Fotos: cg

Für den Lügder Manuel Keinhorst (16) bedeutet Kolpingfamilie heute: Jugendliche „mit den gleichen Interessen“ zu treffen, Freizeit zu gestalten und „sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen“. Auch für den Lügder Kolpingsfamilien-Vorsitzenden Eckhard Gördes (46) ist Kirche nicht out. Dem Vater dreier Kinder ist wichtig, seine Vorstellungen von „Glaube, Familie und Gesellschaft“ aktiv zu leben. Bei dem Bezirkstreffen warb er für den im Mai in Mannheim stattfindenden katholischen Kirchentag, einen regionalen Pilgertag im März und lud die Anwesenden zu einem Aktionstag am 16. September in Lügdes Kernstadt ein.

Der Bezirksvorsitzende Kurt Redeker war „mit der Resonanz zufrieden“. Bei den Vortragsthemen „versuchen wir immer ein bisschen auszuwechseln“, erklärte er.



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