weather-image
Grundpreis und Verbrauchsgebühr bleiben gleich / Veränderungen ab 2020 möglich

Keine Änderung bei Abfallgebühren und Trinkwasser

LÜGDE. Im nächsten Jahr werden sich die Gebühren der Stadt Lügde im bekannten Rahmen bewegen. Darauf haben sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses weitgehend parteiübergreifend verständigt. Keine Änderung gibt es im Abfallgebührenkatalog: Der Grundpreis bleibt bei 40,80 Euro. Und auch die Verbrauchsgebühr ändert sich nicht:

veröffentlicht am 12.10.2018 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 12.10.2018 um 20:00 Uhr

Auch beim Trinkwasser gab es keinen Grund, an der Gebührenschraube zu drehen. Sowohl die Grundgebühr verharrt auf 7,00 Euro pro Monat als auch die Verbrauchsgebühr auf 1,84 Euro pro Kubikmeter. Foto: Dana
Avatar2

Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die 60-Liter-Restmüll-Tonne schlägt mit 42,72 Euro zu Buche, für die gleichgroße grüne Tonne werden 33,48 Euro verlangt. Um die Kosten einschätzen zu können, bietet der Bund der Steuerzahler eine Vergleichsgröße an. Sie beruht auf einem Vier-Personen-Musterhaushalt. Basisdaten sind 120 Liter Restmüll mit vierwöchentlicher Abfuhr und eine 120 Liter Biomüll-Tonne, die alle zwei Wochen geleert wird. Dieser Musterhaushalt musste in Lügde vor zwei Jahren noch 197,16 Euro bezahlen, aktuell und im kommenden Jahr liegt er bei 193,62 Euro. Im Landesdurchschnitt kostet den Musterhaushalt das Wegwerfen elf Euro mehr.

Allerdings warnte Kämmerer Hans-Jürgen Wigge die Bürger davor, zu weit in die Zukunft mit diesen Preisen zu planen: „Das bisherige System der Abfallentsorgung mit seinen unterschiedlichen Komponenten wie Sperrmüll-, Schadstoff-, Papier- und Grünschnittentsorgung hat sich zwar bewährt, der Abfallwirschaftsverband kündigt aber Veränderungen ab 2020 an.“ Wie die sich auf die Kosten niederschlagen, konnte er natürlich nicht sagen. Allerdings gab er eine Gewinnwarnung bei den Altpapiererlösen aus: „Es zeichnen sich bereits jetzt deutliche Rückgänge ab, weil die Papierqualität stark nachlässt.“ Gründe machte er bei der Industrie aus, an der die Naturschutz- und Recyclingproblematik offensichtlich völlig vorbeigeht: „Es gibt immer mehr Verbundstoffe aus Papier und Kunststoff, die sich nur schwer trennen lassen und daher die Qualität des Papiers als Rohstoff entscheidend mindern.“

Auch beim Trinkwasser gab es keinen Grund, an der Gebührenschraube zu drehen. Sowohl die Grundgebühr verharrt auf 7,00 Euro pro Monat als auch die Verbrauchsgebühr auf 1,84 Euro pro Kubikmeter. Auf beides ist jedoch die Mehrwertsteuer von sieben Prozent aufzuschlagen. Der bereits oben angesprochene rechnerische Musterhaushalt des Steuerzahlerbundes verbraucht 200 Kubikmeter Wasser im Jahr. Dafür musste er 2016 in Lügde 482 Euro bezahlen, aktuell und auch im kommenden Jahr werden dafür nur 452 Euro fällig.

Wobei das nur relativ zu sehen ist. Und so entschuldigte Bürgermeister Heinz Reker den Betrag, der im Vergleich zu 365,72 Euro, die im Schnitt im Kreis Lippe aufgerufen werden, doch eher hoch erscheint: „Wir sind eine Flächenstadt. Und die Versorgung von wenigen Bewohnern auf knapp 90 Quadratkilometern ist eben aufwendiger.“ Inwieweit der langanhaltende und trockene Sommer sich auf die Nachfrage niedergeschlagen hat, konnte Wigge nicht beantworten. „Wir sind gerade dabei das Netz zu sanieren. Bei den Umbaumaßnahmen traten Wasserverluste auf, so dass wir bislang keine verlässliche Schätzung abgeben können.“

Wie beim Trinkwasser, so bleibt auch beim Schmutzwasser und beim Niederschlagswasser alles beim Alten: Staffeltarif nach Nenngröße der Frischwasseruhren – etwa 80 Cent pro Kubikmeter und Monat, die pro Stunde durch die Uhr fließen können. Das ergibt bei einer Fünf-Kubikmeter-Uhr eine Jahresgebühr von 48 Euro. Die Verbrauchsgebühr verharrt auf dem aktuellen Niveau von 2,85 Euro pro Kubikmeter ebenso wie die Niederschlagswassergebühr, die 0,53 Euro pro Quadratmeter beträgt.

Weil die Gebühren nicht erhöht wurden, hat die SPD-Fraktion diesmal darauf verzichtet, die kalkulatorischen Zinsen zu diskutieren, sie verweigerte aber dem von der Mehrheit aus CDU und FWG getragenen Beschluss ihre Zustimmung.

Kalkulatorische Zinsen sind Zinsen, die überhaupt nicht gezahlt werden müssen. Die öffentliche Hand rechnet in diesem Fall so, als müsste sie das Geld für Anlagen, die bereits in ihrem Besitz sind, am Kapitalmarkt zu einem überzogenen Zinssatz leihen. Derzeit gestattet das Verwaltungsgericht Düsseldorf den Kommunen, einen maximalen Zinssatz von 6,2 Prozent anzusetzen. Lügde rechnet lediglich mit 5,75 Prozent. Die Konsequenz ist, dass der Steuerzahler für die Anlagen, die er bereits mit seinen Steuern bezahlt hat, noch einmal Zinsen bezahlen muss, als hätte er die Sachen gar nicht bezahlt. Als hätte sich die Stadt das Geld für die Anlagen von der Bank geliehen. Und die belaufen sich auf 561 000 Euro im kommenden Jahr. Ebenso fließt der Wertverlust in die Gebührenhöhe ein. 540 000 Euro bezahlt der Lügder als Ausgleich dafür, dass der Wert der Anlagen altersbedingt sinkt.

Und auch bei der Straßenreinigung sah der Ausschuss keinen Grund, an der Preisschraube zu drehen. Also bleibt es dabei: Für innerörtliche Straßen werden 1,86 Euro und für überörtliche Straßen 1,56 Euro pro laufender Meter angesetzt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt