weather-image
15°
Das Husky-Quartett von Jessica Stobbe

Kein Rennen über 14 Grad

LÜGDE. Sie sind kräftig, agil, verspielt und ausgesprochen zutraulich, ja, geradezu verschmust. Die“, das sind Alaska (8 Jahre), Akira (6), Jukka (3) sowie Juma (1,5). Ggemeinsam mit ihrer Halterin, der 27-jährigen Jessica Stobbe, bilden sie das „Husky-Team Lügde“.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 17:19 Uhr

Die Huskies von Jessica Stobbe sind zwar „nicht so die Sprinter“, haben aber einen ausgeprägten Spieltrieb, was Jukka (li.) und Akria hier unter Beweis stellen. Foto: br
Avatar2

Autor

Burkhard Reimer Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dass die Gruppe in der Osterräderstadt Aufmerksamkeit erregt, liegt auf der Hand, wird diese Hunderasse doch eher mit dem verschneiten hohen Norden in Verbindung gebracht. Gar mit einer Mischung aus Be- und Verwunderung reagieren Passanten, wenn ihnen die Huskys als Vierergespann vor dem Trainingswagen begegnen oder zwei der sportlichen Vierbeiner den Dogscooter ziehen. Das ist ein mit Ballonreifen ausgestatteter Tretroller für Erwachsene, den Jessica Stobbe ebenfalls als Trainingsgerät einsetzt. In aller Regel geschieht das im Grohnder Wald, wo die Lügderin ihre Lieblingsstrecken gefunden hat, auf denen sie mit ihren Huskys den sogenannten Zughundesport betreibt. Derzeit müssen Spaziergänger allerdings auf diesen Anblick verzichten, denn solche ausgedehnten Trainingstouren werden nur bei Temperaturen unter 14 Grad Celsius unternommen. „Jetzt beginnt für uns die Wandersaison“, erzählt die Husky-Liebhaberin. „Aber auch dabei werden häufig Strecken von 20 bis 40 Kilometern absolviert.“ So hätten sie und eine Freundin beispielsweise im vergangenen Jahr gemeinsam mit Jukka an zwei Tagen den größten Teil des Ith-Hils-Wegs erwandert und dabei 80 Kilometer zurückgelegt. Dass die 27-Jährige selbst auf Schusters Rappen unterwegs ist und sich nicht etwa auf einem der Gefährte ziehen lässt, versteht sich für sie von selbst – obwohl Jukka zweifellos genug Power dazu hätte. Welche Kraft die vier Huskys in der Gemeinschaft aufbringen können, davon vermitteln die kleinen technischen Wunderwerke einen Eindruck, die als Scheibenbremsen an den Vorderrädern des Trainingswagens fungieren – und ganz offensichtlich auch mehr als notwendig sind.

Nun kann das Weserbergland ja beim besten Willen nicht als „schneereich“ oder gar „schneesicher“ bezeichnet werden. Dennoch mussten die Lügder Schlittenhunde, auf die ein Warnschild am Bulli der Halterin hinweist, in ihrem bisherigen Leben nicht gänzlich auf Erfahrungen mit „ihrem Element“ verzichten. Denn im vorigen Jahr machte Jessica Stobbe mit Freunden und ihren vier Hunden einen winterlichen Schwedenurlaub (wir berichteten) – da gab es Schnee in Hülle und Fülle, sodass Alaska, Akira, Jukka und Juma als echte Schlittenhunde laufen konnten. Jessica Stobbe strahlt heute noch vor Begeisterung. Für sie steht fest: „Das machen wir im nächsten Winter wieder.“

An sportlichen Veranstaltungen, wie man sie von den Schlittenhunderennen kennt, nimmt Jessica Stobbe mit ihren Quartett nicht teil. „Meine Huskys sind eher gemütlich und nicht so die Sprinter“, bekennt sie. Aber wie kommt eine junge Lügderin dann überhaupt darauf, sich solche „Exoten“ zu halten? „Ganz einfach: Weil ich Huskies super finde“, antwortet sie. Und wer das Vergnügen hat, ihre vierbeinigen Freunde kennenzulernen, wird ihr spontan Recht geben. So auch ihr zweibeiniger Freund Christian Hellweg.

„Auf geht’s!“ Alaska, Jumi, Jukka und Akira würden sich jetzt nur zu gern so richtig ins Zeug legen und ihre „Chefin“ auf dem Trainingswagen durch die Landschaft ziehen, aber auf der Wiese in Jessica Stobbes Garten reicht der Platz dafür nicht aus. F
  • „Auf geht’s!“ Alaska, Jumi, Jukka und Akira würden sich jetzt nur zu gern so richtig ins Zeug legen und ihre „Chefin“ auf dem Trainingswagen durch die Landschaft ziehen, aber auf der Wiese in Jessica Stobbes Garten reicht der Platz dafür nicht aus. Foto: br

„Alaska war mein erster Husky“, zählt die Lügderin. Dann kam Akira als Gefährtin für den Rüden hinzu. „Danach habe ich mir gedacht, dass drei doch eigentlich auch schön wären“, was zu Jukka aus der Polarhund-Nothilfe in Lüneburg führte, dem Jessica Stobbe in Lügde ein neues Zuhause bescherte. „Jukka war damals acht Monate als und noch sehr verspielt“, schildert sie. Am Ende holte sie mit Juma ihren ersten Welpen nach Lügde.

Die Eltern der Halterin sind direkte Nachbarn, sodass die Hunde jederzeit betreut werden. Im Übrigen seien die Vier, die so herzzerreißend nach Husky-Art jaulen können, so friedlich und ruhig, dass es auch mit den anderen Nachbarn an der Lügder Wohnstraße noch niemals Probleme gegeben habe, betont Jessica Stobbe.

Und auch das sei noch hervorgehoben: Huskies brauchen auch unter hochsommerlichen Temperaturen hierzulande nicht zu leiden, solange sie ausreichend frische Luft haben und nicht etwa im Hitzestau eines in praller Sonne stehenden Autos eingesperrt sind. Denn das dichte Fell, das winterliche Kälte von ihnen fernhält, schützt sie im Sommer vor Hitze.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare