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LEG Immobilien AG bleibt nach geplatzter Übernahme durch „Deutsche Wohnen“ autark

Kein Eignerwechsel an der Widukindstraße

Lügde. Die private Immobiliengesellschaft LEG besitzt in der Emmer-stadt ein gutes Dutzend Häuser mit rund 200 Wohnungen darin. Und das wird auch so bleiben. Denn ein Immobilien-Deal ist geplatzt. Die Firma „Deutsche Wohnen“, die rund 150 000 Wohnungen besitzt, wollte die LEG übernehmen. Daraus wird aber nichts.

veröffentlicht am 23.10.2015 um 20:48 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:53 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Lügde. Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht für die Mieter in den rund 200 LEG-Wohnungen in der Emmerstadt? Das weiß im Moment noch keiner. Sicher ist indes: Der Slogan „gewohnt gut“ unter dem Logo der Düsseldorfer Aktiengesellschaft kann einstweilen an den Lügder Wohnblöcken hängenbleiben. Die LEG wechselt den Besitzer jetzt doch nicht so schnell, wie noch vor einer Woche erwartet. Man mache eigenständig weiter und bleibe ein „verlässlicher Partner von Mietern und Kommunen und ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung auf der Homepage der Landesentwicklungsgesellschaft. Entwarnung gibt auch ein Insider, der anonym bleiben möchte: „Für die Mieter ändert sich nichts“, sagt er.

Dabei war schon alles eingefädelt: Am nächsten Mittwoch sollten die Aktionäre von Deutschlands zweitgrößter Immobiliengesellschaft, der „Deutsche Wohnen AG“, (DW) ihren Segen zur Übernahme der LEG geben. Doch dann platzte der Deal. Denn zwischenzeitlich hatte der größte Wohnungsriese im Lande, „Vonovia“ (vormals „Deutsche Annington“), angekündigt, die „Deutsche Wohnen“ schlucken zu wollen (wir berichteten).

Der DW schmeckt die geplante feindliche Übernahme zwar gar nicht. Aber wenn Vonovia die Aktionäre auf Kurs bringt und das Bundeskartellamt zustimmt, wird Vonovia mit dann über 500 000 Wohnungen Deutschlands größter Vermieter. Die LEG hat „nur“ rund 110 000 Wohnungen, vorwiegend in NRW. Sie hat rund 1000 Mitarbeiter.

Ein älterer Lügder Mieter, der gerade seinen Müll zur Tonne neben dem altrosa gestrichenen Haus trägt, zuckt die Schultern. „Die Wohnungen sind gut, die Miete auch“, sagt er und wendet sich schnell wieder ab. Von dem in Deutschlands Immobilienbranche heiß diskutierten Poker hat er nichts mitbekommen. „Ich habe noch einen alten Vertrag“, sagt er.

Manche in den Blöcken lebende Familien bedauern allenfalls, dass aus dem Versprechen der LEG-Vorgängerin GBS, für die Kinder in der Gegend einen richtigen neuen Spielplatz zu bauen, nichts wurde. In Erwartung eines solchen Platzes hatte die Stadt Lügde nach Anwohnerbeschwerden über Lärm den nahen öffentlichen Spielplatz vor Jahren aufgegeben. Doch dann verloren offenbar alle das Projekt aus den Augen. Kurios indes: Im Internet-Auftritt der LEG ist jetzt noch zu lesen: „Großzügige Grünanlagen mit Spielplätzen für die Kleinen lassen keinerlei Wünsche offen.“

Vorbei scheint allerdings auch der zeitweilige Ärger um geplante Miterhöhungen in den LEG-Wohnblöcken. Einige Mieter gingen damals zum Anwalt – was in den meisten Fällen geholfen haben soll. Laut Homepage investiert die LEG zudem „kontinuierlich in Instandhaltung und Modernisierungen, die über das in der Sozialcharta verankerte Niveau hinausgehen“. Allerdings: 2018 läuft diese Charta aus. Die hatte die seinerzeit schwarz-gelbe NRW-Landesregierung 2010 mit dem Käufer der früher gemeinnützigen Gesellschaft ausgehandelt, einem Immobilienfonds der US-Investmentbank Goldman Sachs. Größter Einzelaktionär der LEG Immobilien AG ist heute rund 15 Prozent der Anteile der weltgrößte Finanzinvestor „BlackRock“.

Die LEG besitzt rund 200 Wohnungen in Lügde. Allem Anschein wird es in nächster Zeit auch keinen Besitzerwechsel geben. Doch auch, wenn alles beim Alten bleibt: Die 2010 an den Verkauf der früher gemeinnützigen Landesentwicklungsgesellschaft geknüpfte Sozialcharta läuft 2018 aus. jl

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