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Neue Adresse für Reinhold Hartmann

Kaum Ballast abzuwerfen – Polizei zieht um

Wer Lügdes Polizei-Bezirksbeamten Reinhold Hartmann sprechen will, muss ab morgen die Vordere Straße 15 ansteuern. Dortin zieht – wie das Jobcenter und die Touristinfo – auch der Beamte mit seiner kleinen Dienststelle um. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im Lügder Rathaus geht‘s dann wieder zurück. (jl)

veröffentlicht am 09.02.2016 um 20:05 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Lügde. Manchen Leuten treibt schon der Gedanke an einen anstehenden Umzug den Schweiß auf die Stirn. Vor allem, wenn sie zu den Jägern und Sammlern zählen. Oder, wenn sie dienstlich umziehen müssen und zu ihren Arbeitsmitteln Akten am laufenden Meter gehören.

Wer Reinhold Hartmann an seinem letzten Tag im alten Büro im Erdgeschoss des Lügder Rathauses besucht, sieht allerdings gleich: Solche Sorgen sind dem Polizei-Bezirksbeamten fremd. Viel einzupacken hat der 54-Jährige nicht, wenn er heute sanierungsbedingt ein paar Häuser weiter zieht. Da werden ein paar Umzugskartons vollauf genügen. Denn die Hauptarbeit an Hartmanns Schreibtisch steckt im Computer. „Die Vorgänge liegen ja auf der Wache in Blomberg“, erklärt der Beamte, während er ein paar Aktenordner in einem Karton verstaut.

Topfblumen? Fehlanzeige. Und auch der Nippes in der kleinen Dienststelle lässt sich an ein paar Fingern abzählen: Zu den wenigen persönlichen Sachen auf Hartmanns ziemlich aufgeräumtem Schreibtisch iszählt ein auf roten Karton geklebtes Foto der Kinder aus der „Froschgruppe“ des städtischen Kindergartens, zum Dank für die Verkehrserziehung.

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Ein Grund für die Abwesenheit dekorativen Schnickschnacks dürfte wohl sein, dass Hartmann nicht allzu viel seiner Arbeitszeit im Büro verbringt. „Es gibt zwar Tage, da sitze ich die ganze Zeit hier“, sagt er. „Aber dann bin ich auch wieder ganztags unterwegs. Je nach Einsatzlage.“ Generell sehe die Stellenbeschreibung eines Bezirksbeamten 75 Prozent Außendienst vor. Und Hartmann sieht seinen Beruf auch nicht so, dass die Menschen zu ihm kommen müssen. Wenn er es irgendwie einrichten kann, fährt er zu ihnen. So wie jetzt: Gerade hat er ein antik anmutendes braunes Lederköfferchen aus seinem Schrank geholt, das locker ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben dürfte. Und wozu braucht er so ein Utensil? „Damit gehe ich in die Schule“, sagt Hartmann und lacht. Klappt den Behälter auf, holt einen Pinsel aus einem Köcher und eine kleine Dose mit schwarzem Spurensicherungspulver dazu. Gerade, als er erklärt, dass seine auf Spurensicherung spezialisierten Kollegen natürlich mit moderneren Utensilien unterwegs sind, klingelt das Telefon. Weil die Anruferin einen Einbruchsversuch meldet, hat Hartmann es jetzt sehr eilig. „Da fahre ich gleich hin“, sagt er. Seine restlichen Sachen will er später einpacken. Zum Beispiel die Kaffeemaschine. Oder den Helm im untersten Schrankfach, den er noch seltener trägt als die sperrigen Winterstiefel daneben. „Dass ich den zuletzt aufhatte, ist schon länger her“, sagt der Polizeibeamte im Weggehen. Einsätze, bei denen er sich so schützen müsste, sind in seinem Revier doch selten.

Bei dem für heute geplanten Umzug kann er auf die Unterstützung einiger starker Männer zählen. Wie den Rathaus-Mitarbeitern, die bereits umquartiert wurden, so werden die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs auch bei ihm mit anpacken.

Ab Donnerstag ist Lügdes Polizei-Bezirksbeamter dann bis Oktober in seinem Ausweichquartier zu erreichen. Das findet sich ganz in der Nähe: in der ersten Etage des Gebäudes Vordere Straße 15, gleich neben der Tourist-Info und dem Jobcenter. Seine Festnetz-Telefonnummer 7233 kann der Polizeihauptkommissar dorthin mitnehmen. Und auch, wenn er nicht immer vor Ort ist – seinen Anrufbeantworter hört Reinhold Hartmann regelmäßig ab. „Aber einen Unfall sollte natürlich niemand auf dem AB melden“, scherzt er. Da empfehle sich ein Anruf bei der Wache in Blomberg. Oder, in dringenden Fällen, auf der 110.

Seit fast zehn Jahren versieht Polizeihauptkommissar Reinhold Hartmann seinen Dienst in Lügde im Ein-Mann-Betrieb. Für die Zeit der Rathaus-Sanierung räumt der 54-Jährige heute sein Büro. Wie das Jobcenter und die Touristinfo, so zieht auch er bis Oktober in die Vordere Straße 15. jl

Hartmanns Helm steht zwar meist ganz unten im Schrank. Aber natürlich zieht auch der Kopfschutz heute mit um. jl



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