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Staffordshire aus Lügde trainiert beim DRK

„Kampfhund“ hilft in der Rettungsstaffel

Lügde. „Such und hilf!“ Mit diesem Kommando schicken Hundeführer Rettungshunde los, um vermisste Personen aufzuspüren. Zweimal pro Woche trainiert auch die DRK Rettungshundestaffel Kreis Lippe aus dem Ortsverband Lemgo für den Ernstfall. Elf Hundeführer, zwei Helfer und 15 Hunde bereiten sich dort auf Einsätze vor. Seit einem Jahr ist auch Regina Steinke-Windemuth aus Lügde mit der 19 Monate alten Happy dabei.

veröffentlicht am 16.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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Happy ist ein American Staffordshire Terrier und wird per Gesetz als Listen- oder Kampfhund deklariert. „Es war am Anfang nicht so leicht, eine Staffel zu finden, die uns aufnimmt“, so Steinke-Windemuth, „diese Hunde sind richtig verteufelt“. Für ihr Frauchen ist Happy der dritte American Stafford. Zum DRK kam Steinke-Windemuth, weil es sie „schon immer interessiert hat“. „Wir haben das in unserer Staffel besprochen und entscheiden, uns nach den Grundsätzen des DRK neutral zu verhalten“, sagt André Ritter, der schon viele Jahre als Hundeführer tätig ist. Bislang ist er zufrieden mit der jungen Hündin: „Happy macht ihre Arbeit gut und ist in keinster Weise anders als die anderen Hunde“. Happy ist noch in der Ausbildung. Sie und ihre Halterin müssen erst verschiedene Prüfungen ablegen, bevor sie mit zu echten Einsätzen können. „Erste Hilfe für Mensch und Hund gehört dazu, ebenso der Umgang mit Karte und Kompass und eine Eignungs- wie eine Gehorsamkeitsprüfung“, sagt Ritter. Wenn hinter jeder Teilprüfung ein Haken ist, erfolgt die abschließende Diensthundeprüfung. Besteht happy diese, kann sie als Flächenhund eingesetzt werden.

Flächenhunde spüren in einem großen Gebiet Menschen auf. Anders als Mantrailer, die mithilfe einer Geruchsprobe eine ganz bestimmte Person suchen, erschnüffeln Flächenhunde alle Menschen. Sie werden hauptsächlich eingesetzt, um etwa Demenzkranke zu finden, die sich verlaufen haben oder um jugendliche Ausreißer aufzuspüren. Happy soll zudem lernen, Leichen zu finden. In der Staffel gibt es neben Flächenhunden auch Trümmerhunde, die in eingestürzten Gebäuden Menschen finden sollen.

14 Einsätze hatte die Staffel schon in diesem Jahr. „Die Polizei entscheidet bei jedem Vermisstenfall, ob sie uns dazu holt“, erklärt Ritter. Um den Hunden zu signalisieren, dass Arbeit ansteht, bekommen sie zunächst eine Kenndecke übergeworfen. Dann ist Schluss mit Freizeit. Gegen den Wind macht sich die Staffel in das Suchgebiet. „Feuerwehr und Polizei sind dabei immer hinter uns, damit die Hunde sie nicht riechen“, sagt Ritter. Findet ein Hund etwas, bleibt er vor Ort und bellt. „Die Hunde hören auf alles, aber wegschicken lassen sie sich nicht“, so Ritter weiter. Der Grund: Manche Menschen, wie Ausreißer, wollen nicht gefunden werden. Im Training besetzten die Hundeführer Worte wie „weg“ oder „verschwinde“ positiv, belohnen die Hunde, nachdem sie diese angepöbelt haben. Um die Hunde bei Laune zu halten, werden sie bei Erfolg mit Futter oder Spielzeug belohnt. „Auch wenn sie nichts finden, geht einer von uns los und versteckt sich, damit die Hunde einen Erfolg haben.“

Zurzeit üben die Hundeführer auf angemieteten Hundeplätzen. Damit soll bald Schluss sein. Die Staffel hat eine Wiese und ein kleines Haus am Dallensenweg gepachtet und möchte dort einen Trainingsplatz für die Rettungshunde aufbauen. Bislang haben sie dafür schon viel Unterstützung der Lügder erhalten. „Viele Leute und eine Firma aus dem Ort haben mit angepackt“, so Ritter.

Happy ist ganz aufgeregt, wenn sie die Kennweste trägt.Halterin Regina Steinke-Windemuth trainiert mit ihr zweimal pro Woche. yt(2)

Rettungshund Embar bellt, wenn sie eine Person – hier Regina Steinke Windemuth – findet und bleibt bis Eintreffen des Herrchens vor Ort.



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