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Beischlaf mit dem Eros

Kabarettist Jürgen Becker am 28. April im Klostersaal

LÜGDE. In der Reihe „Kultur im Kloster“, eine Zusammenarbeit von KulturBüro-OWL und Kolpingsfamilie Lügde, wirft Jürgen Becker, Kabarettist und TV-Gastgeber, mit seinem Programm „Volksbegehren“ am Samstag, 28. April, um 20 Uhr, im Klostersaal Lügde einen Blick auf die Kulturgeschichte der Fortpflanzung.

veröffentlicht am 04.04.2018 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 04.04.2018 um 18:40 Uhr

Jürgen Becker Foto: Simin Kianmehr
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Blattläuse haben es leicht. Wenn ihnen nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Lausmädels ohne Zutun eines Lausbuben bis zu zehn Töchter am Tag. Sie müssen nicht fragen: „Zu mir oder zu dir? Sie fragen: „Zu mir oder zu mir?“ So einfach kann das Leben sein. Doch etwas muss ja dran sein am Sex. Jedenfalls hat sich der Austausch von Körperflüssigkeiten zwecks Fortpflanzung bei 99% der Tierarten durchgesetzt. Geschlechtliche Fortpflanzung findet man gar bei Obstbäumen, Topfpflanzen, Ziersträuchern und in Blumenrabatten, wenn darin Herren- und Damen-Kegelclubs des Nachts bei ihren feucht-lustvollen Ausflügen übereinander herfallen. Wir sind Tiere und werden es immer bleiben. Daran erinnert uns der Sex, weshalb er so beunruhigend, aufwühlend, elektrisierend, schockierend, bedrohlich und so angenehm ist. So wundern wir uns über das Tierhafte unserer Körper und empfinden sie gelegentlich als peinlich, abstoßend und vulgär. Wir schämen uns ihrer, es sei denn, wir sind im Internet.

Liebesspiel
mit Worten


Kann die Religion diese Scham erklären oder erklärt die Scham gar die Religion? Denn in der bunten Götterwelt finden wir bereits alle Spielarten der Sexualität wieder, auch die Homoerotische. Und schon immer hat die Religion das versucht, was wir heute endlich geschafft haben: Wir können Kinder zeugen ohne Zeugungsakt und Sex genießen, ohne Kinder zu zeugen. Früher musste man dafür beten: „Heilige Maria, die du empfangen hast, ohne zu sündigen, lass mich sündigen, ohne zu empfangen!“ Aber was macht sexy? Was lehrt uns die Erotik über uns selbst? Und welche Lebensweisheiten können wir aus Ihr gewinnen?

„Mitternachtsspitzen“ sind im gleichnamigen Film mit Doris Day und John Garvin Dessous, und so wagt der Moderator derselben einen kabarettistischen Beischlaf mit dem Eros, dem wohl mächtigsten aller Götter. Jürgen Becker bittet zum Blick durchs Schlüsselloch.

Das Publikum darf sich beim Liebesspiel mit Worten aufs angenehmste gekitzelt fühlen und beim Anblick von hundert erotischen Meisterwerken in Deckung bleiben – und spürt dabei geflissentlich, dass schöne Schenkel nicht nur im Bett betören. Gelegentlich darf man sich auch darauf klopfen.


Karten gibt es im Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.kulturimkloster.de.



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