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Was tun, wenn pubertäre Risikofreude gefährlich wird?

Jugendzentrum Lok@lmotion: Klare Kante gegen Drogen

veröffentlicht am 09.09.2016 um 23:05 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Gegen die Ordnung der Erwachsenenwelt aufmucken, Mist bauen, Verbote missachten – all das gehört zur Pubertät. Dass wissen Erwachsene aus Erfahrung. Entweder aus der eigenen Jugend oder aus der ihrer Kinder. Wissenschaftler können das bestätigen – auch durch vergleichende Pubertätsstudien von Mensch und Tier. Ob nun bei Hunden, Meerkatzen oder Gazellen – die Hormonumstellung macht insbesondere männliche Heranwachsende in ihrer Neugierde ebenso draufgängerisch, unvorsichtig – und manchmal auch unerträglich – wie manche Menschenkinder. Hier wie dort hilft meist nur eins: klare Kante. Wer an der Schwelle zum Erwachsenwerden Grenzen auslotet, muss auch welche gesetzt bekommen. Insbesondere, wenn es gefährlich werden kann. Stichwort: Drogen.

In Lügde ist das gerade geschehen: Zweimal in dieser Woche soll die Polizei in der Emmerstadt eingeschritten sein. Anlass waren Augenzeugenberichten zufolge die Versuche zweier älterer Jugendlicher – einer davon ein Lügder der andere wohl ein Pyrmonter –, jüngeren Heranwachsenden Drogen zu verkaufen.

Justo Uceda, Sozialarbeiter an der Johannes-Gigas-Schule und Leiter des Jugendzentrums „Lok@lmotion“, will und kann dazu mit Rücksicht auf laufende Ermittlungen, aber auch auf den Kerngedanken „Erziehung vor Strafe“ des Jugendgerichtsgesetzes nichts sagen. Aber er betont: „Wenn es solche Probleme gibt, gehen wir die offensiv an. Da sind wir knallhart.“

Konkret kann das bedeuten: Wer sich im Jugendzentrum danebenbenimmt, kriegt Hausverbot. Wird das missachtet, folgt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Weichen die Betreffenden dann zum Abhängen etwa auf den Wall an der Kleinen Emmer aus und müllen ihre Lagerplätze dort auch noch zu, dann wird die Polizei auf den Plan gerufen.

Erst dieser Tage sollen zwei Jugendliche – beide keine Schüler hiesiger Schulen – auf diese Weise mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein. Zudem steht der Verdacht im Raum, dass die Teenager Drogen an Jüngere verkaufen wollten.

Zwei andere Lügder Jugendliche schritten hier allerdings dem Vernehmen nach sehr couragiert ein: Als die mutmaßlichen Kleindealer das Weite suchen wollten, hielten die Teenager die Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Ein derartiges Verhalten lobt Justo Uceda als absolut vorbildlich. Zeigten Jugendliche so viel Zivilcourage, dann könnten deren Eltern stolz auf sie sein.

Aufklärungsarbeit werde an der Johannes-Gigas-Schule zwar schon regulär betrieben, sagt Uceda. Soziale Gruppentrainings ständen dort schon für Fünftklässler an. „Aber in der 7. Klasse verstärken wir das nochmal.“ Ganz praktisch gelte es, den Jugendlichen klarzumachen: „Finger weg von Drogen!“ Deren Konsum sei ein großer Schritt auf dem Weg zur gescheiterten Existenz. „Ihr wisst nicht, was für ein Zeug Euch da verkauft werden soll“, mache er den Jugendlichen klar.

Generell gelte natürlich: Wer selbstbewusst sei, sei weniger gefährdet. Das förderten etwa Nachmittagsangebote wie „Starke Mädchen“ oder „Starke Jungen“. Uceda sieht die Gigas-Schule in dieser Hinsicht „richtig gut aufgestellt. Besser als manche Schule in anderen Orten“.



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