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Ratsherr sieht Anliegen abgewürgt

Ist seltener mähen kompliziert?

LÜGDE. Dass Lokalpolitiker am Ende ihrer Sitzungen Fragen stellen oder Hinweise und Bitten von Einwohnern in die Runde geben, kommt gelegentlich vor. Am Mittwoch nutzte Hubert Klenner (FWG) die Gelegenheit im Rat. Er erinnerte die Verwaltung an eine Bitte, die er vor drei Monaten im Umweltausschuss angebracht hatte.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 19:55 Uhr

Noch ist es zu früh für sprießende Wildpflanzen an den Wegen rund um Lügde. Wenn es soweit ist, können sich Spaziergänger mit Sinn für die Natur aber an Kornblume, Mohn, Malve, Lichtnelke, Schafgarbe & Co. freuen – sofern die Pflanzen nicht mitten in
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Dieser Ausschuss ist das Gremium, dem Klenner bis 2014 vorgestanden hatte und das er für Thema Naturschutz als zuständig betrachtete: Mit Blick auf jüngste Forschungsergebnisse über den deutschlandweit massiven Insektenrückgang bat Klenner nach einem Gespräch mit einer ebenfalls naturinteressierten Anwohnerin, begrünte Randstreifen an Spazierwegen wie zum Beispiel der Verbindung zwischen Oelwiese und Osterberg künftig nicht mehr mitten in der Blütezeit zu mähen. „Wir haben hier Natur pur“, sagt er mit Blick auf Kornblumen, Mohn, Malven, Lichtnelken, Schafgarbe & Co.. Mit seinem Wunsch weiß er sich in bester Gesellschaft: Andernorts werden eigens Blühstreifen eingesät, um die zurückgehende Artenvielfalt wieder zu fördern. Denn Bienen, Wespen, Käfer Schmetterlinge und Motten sind bekanntlich das Fundament eines gesunden Ökosystems. Wer sonst sollte Blüten bestäuben und den Vögeln als Nahrung dienen?! Gemäht werden sollen solche Natur-Nischen höchstens einmal im Jahr außerhalb der Brutzeit, also zwischen August und Februar.

Doch zurück nach Lügde: Hier wundert sich Hubert Klenner über die bisherigen Reaktionen auf sein Anliegen: „Im Umweltausschuss wurde ich abgebügelt“, erinnert er sich. „Da hieß es, das sei ein Thema für den Bauausschuss.“ In dessen letzter Sitzung am 5. Februar stand das Thema Mäharbeiten tatsächlich auf der Tagesordnung. Dort ging es allerdings nur um die Auftragsvergabe an ein Unternehmen, im nichtöffentlichen Teil. Und im Rat bestätigte der Ausschussvorsitzende Thomas Blum (CDU) nun am Mittwoch: „Über die Mähzeiten haben wir nicht beraten.“

Klenners Anliegen kommentierte dann auch Torben Blome (SPD). Allerdings nicht inhaltlich, sondern rein formell. Mit Blick auf die Geschäftsordnung es Rates wollte er wissen: „Ist das ‘ne Einzelgeschichte von Herrn Klenner oder ein offizieller Antrag der FWG?“

Hubert Klenner gesteht: „Da war ich erstmal perplex. Dass das so kompliziert würde, hätte ich nicht gedacht.“

Einen formellen Antrag wird er sich aber wohl sparen können. „Das zu klären, gehört zum Geschäft der allgemeinen Verwaltung“, sagte Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) gestern auf Anfrage. Denn auch ihm sind die seit Oktober bekannten alarmierenden Nachrichten über das Verschwinden der Insekten nicht neu. Er stellte in Aussicht: „Ich kümmere mich darum.“

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