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Am Samstag feiert das Musical „Lilienthal“ seine Uraufführung

„Irish Dance“ im Kloster Falkenhagen

FALKENHAGEN. „Das Publikum muss hinschmelzen bei diesem Lied“. Kantor Christoph Burkardt erklärt den Sängerinnen des Chors „Open my LIPs“, worauf es ankommt. Gesanglich passt alles. Jetzt gilt es an den letzten Feinheiten zu feilen für die Premiere am kommenden Samstag. „Lilienthal“ heißt das Musical, für das sich alle so ins Zeug legen.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 14:28 Uhr
aktualisiert am 11.10.2017 um 15:00 Uhr

Tanzende Benediktinerinnen: Die Mitglieder des Gospelchors „Open my LIPs“ haben sichtlich Spaß bei den Proben für das Musical. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Kantor Christoph Burkardt hat das Stück selbst geschrieben und vertont: „Es handelt um das Kloster Lilienthal, das es im 13. und 14. Jahrhundert tatsächlich in Falkenhagen gegeben hat.“ Lilienthal war eines der Frauenklöster, die im 13. Jahrhundert wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden geschossen sind.

Die Geschichte, die das Musical erzählt, spielt im Jahr 1350. Sie handelt von Problemen, die der dem konservativen Katholizismus verhafteten Bischof von Paderborn mit dem pragmatischen und modernen Stil des Konvents und seiner Äbtissin hat. „Die Geschichte ist zwar erfunden“, erklärt Christoph Burkhardt, „hätte sich aber im Prinzip so oder so ähnlich durchaus abspielen können.“ Die Mitglieder des Gospelchors „Open my LIPs“, haben durchaus Spaß daran, die den Benediktinern entlehnte Ordensregel „ora et labora“ (bete und arbeite) auch um das den Iren abgeschaute „salta“ (tanze) zu erweitern. „Irish Dance“ im Kloster Falkenhagen zu liturgischer Musik.

In der Geschichte gibt es viele historische Bezüge und Themen, die auch heute noch aktuell sind.

Christoph Burkardt, Verfasser von „Lilienthal“

Vielleicht mag die Skepsis, die der Klerus dem Tanz gegenüber an den Tag legte, auch der Tatsache geschuldet sein, dass auch der mittelalterliche Mann sich in dieser Kunstform bestenfalls unbeholfen auszudrücken vermag. Der vom Bischof nach Falkenhagen geschickte Legat wäre auf alle Fälle von der Anmut der Chortänzerin ebenso angetan gewesen, wie der bischöfliche Würdenträger im Musical, der sich über die Zustände im Konvent ein Urteil bilden sollte.

Christoph Burkardt bei den Proben für das Musical. An den letzten Feinheiten wird gefeilt, damit die Premiere am Samstag perfekt über die Bühne geht. Foto: yt
  • Christoph Burkardt bei den Proben für das Musical. An den letzten Feinheiten wird gefeilt, damit die Premiere am Samstag perfekt über die Bühne geht. Foto: yt

„In der Geschichte gibt es viele historische Bezüge und Themen, die auch heute noch aktuell sind“, erläutert der Burkhardt. So hat er eine jüdische Frau eingebaut, die eine Kippa trägt. Ein persischer Arzt überzeugt den Legaten von seinen medizinischen Fähigkeiten mit einer Heilsalbe. Immer wieder gab es auch in der Geschichte Phasen, in denen die Religionen friedlich neben- und miteinander leben konnten, in der sich Menschen verschiedener Kulturkreise gegenseitig respektierten und im vertrauensvollen Austausch viel Gutes bewirken konnten.

Burkhardt bedauert, dass diese fruchtbaren Phasen immer wieder von kleingeistigen Ideologen beendet werden, die alles Andersartige rigoros bekämpfen und vernichten wollen. Nicht nur Religionen bekämpfen dann einander heftig. Auch christliche Orden führen einen Dialog mit Feuer und Schwert. Es geht nicht nur Weiß gegen Schwarz, auch Blond gegen Rot oder Mann gegen Frau. „Dieses Musical soll daran erinnern, dass das friedliche Miteinander für uns alle zum Besten ist“, betont Burkhardt, der übrigens das Musical seiner Frau, der Pastorin Bettina Burkhardt, gewidmet hat.
Es wird zwei Aufführungen in der Klosterkirche Falkenhagen geben: am Samstag, 14., und am Sonntag, 15. Oktober, jeweils um 18 Uhr. Eintrittskarten zu 10 Euro gibt es im Gemeindebüro (Reservierung: 05283/948080). Karten an der Abendkasse kosten 15 Euro.

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