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Kosten sprengen städtisches Budget

In Rischenaus Grundschule leuchtet es weiter ohne Dioden

LÜGDE. In der Kernstadt-Grundschule leuchten sie schon – die energiesparenden LEDs. Kollegium und Grundschüler in Rischenau müssen in diesem Jahr noch mit den alten Lampen leben. Denn die Kosten der Umrüstung passen nicht unter den Deckel auf dem städtischen Bauunterhaltungs-Budget.

veröffentlicht am 06.02.2018 um 22:39 Uhr

Die Umrüstung der Lügder Grundschule auf LED-Leuchten ist derzeit im Endspurt. Rischenaus Grundschule dagegen behält – entgegen dem ursprünglichen Plan – 2018 noch die alten Lampen. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Wenn es gelingt, Fördergeld vom Land, dem Bund oder der EU mitzunehmen, dann sagen Deutschlands Kommunen selten Nein zu Projekten. Auch, wenn sie sich den aus dem Stadtsäckel zu zahlenden Eigenanteil gar nicht leisten können und dafür Miese machen müssen.

Ein bisschen anders sieht das aktuell in Lügde aus. Hier haben die Baupolitiker in ihrer Sitzung am Montagabend einmütig beschlossen, dass die Lampen in der Grundschule Rischenau in diesem Jahr doch noch nicht auf LED-Technik umgerüstet werden sollen. Das wäre zwar „aus wirtschaftlichen Gründen eine gute Maßnahme, die sich nach sieben, acht Jahren rechnet“, räumt Bauamtsleiter Gregor Günnewich ein. Aber der Umrüstungsaufwand erfordere – abseits der Kosten – auch einen hohen Personalbedarf.

Der Hauptgrund fürs Aufschieben: Das für die Unterhaltung bestehender städtischer Immobilien bestimmte Hochbau-Budget im Haushalt 2018 ist – wie schon in den vergangenen Jahren – gedeckelt. Aktuell auf 348 000 Euro. Inklusive LED-Umrüstung kämen aber 425 000 Euro zusammen. „Da müssen wir uns über eine Priorisierung Gedanken machen“, empfahl Bauamtsleiter Gregor Günnewich den Politikern. Und sie folgten seinem Vorschlag ohne Diskussion.

So wird die Differenz – die Verwaltung bevorzugt das offenbar moderner klingende Wort „Delta“ – zwischen Gewünschtem und Machbaren nun durch das Aufschieben der Rischenauer Umrüstung überbrückt. Denn die würde die Stadt voraussichtlich rund 75 000 Euro kosten. Bleiben noch 2000 Euro, die unterm Deckel hervorquellen.

Auch hier folgten die Politiker Günnewichs Vorschlag: Er regt an, nach der Sommerpause zu sehen, welche Kosten sich bei den dann angelaufenen Projekten ergeben und gegebenenfalls erneut Prioritäten zu setzen.

Mit Blick auf die vielerorts und auch in Lügde als Umrüstungsgrund geltende Energieeinsparung wollte Thorsten Klinge (CDU) allerdings wissen, ob die Nutzer nicht mehr Lampen länger anlassen würden, weil der Verbrauch so gering sei. Das habe er jedenfalls aus Berichten über die Erfahrungen andernorts mitgenommen. Zudem wollte er wissen, ob das im Lügder Rathaus geschätzte Einsparpotenzial solche Erkenntnisse enthalte oder ob noch mit den ursprünglich angesetzten Zahlen gearbeitet werde – was Günnewich bestätigte. Denn für aktuelle eigene Erfahrungen sei es noch zu früh. Die Umrüstung in der Lügder Grundschule sei noch im Gang.

Der Ausschussvorsitzende Thomas Blum (CDU) findet das Aufschieben in Rischenau ohnehin nicht dramatisch. Er gibt zu bedenken: „Das heißt ja nicht, dass man in der Schule kein Licht hat.“

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