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Hochbeet für die Kita

Hoffnung auf Gärtnern ohne Schnecken

Falkenhagen. Im städtischen Kindergarten von Falkenhagen kann jetzt total trendy gegärtnert werden: Gleich am Garteneingang hinterm Zaun steht ein Hochbeet. Warum solche Pflanzbehälter so beliebt sind, ist klar: Zur Kräuter- oder Salaternte oder zum Unkraut zupfen muss sich keiner bücken – der demografische Wandel lässt grüßen.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 21:52 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Zugegeben, die 65 Kinder in Falkenhagen haben’s noch nicht mit dem Rücken. Zudem ist ihr Kindergarten – vielleicht bis auf die dauerprovisorische Gruppe im Keller – der allemal am schönsten gelegene in ganz Lügde, mit seinem riesigen Parkgelände und den alten Bäumen darauf. Überdies werden dort auch schon länger Pflanzen gezogen. Aber bisher nicht immer mit dem erhofften Erfolg: „Wir haben hier viel Schneckenbesuch“, erklärt Martina Deppenmeier die Kehrseite der Naturnähe.

Deshalb musste die Kita-Leiterin nicht lange überlegen, als Georg Jeskow von Puttkamer von der Schwering & Hasse-Stiftung sie im Frühjahr fragte, welchen Wunsch sie für ihre Kita hätte. Denn der Lügder Kupferlackdraht-Hersteller hat ein spezielles Azubi-Projekt für den Nachwuchs im Unternehmen installiert. Das kombiniert handwerkliche Herausforderungen mit nützlichen Ergebnissen und sozialem Engagement, wie Technik-Ausbilder Wolfgang Kowalsky erklärt.

Sein Seniorchef Ernst-Michael Hasse, zugleich Präsident der Industrie- und Handelskammer Lippe, hat das Projekt in der IHK-Standortkampagne „Industrie – Zukunft in Lippe“ verankert, „um die Verbindung der Industrie mit der Heimat und ihren jungen Menschen zeigen“, wie er schon bei der Einweihung eines hölzernen Schuhregals in der Lügder AWO-Kita erklärt hatte (wir berichteten).

In Falkenhagen entschied man sich nun für Aluminium, „denn das hält ewig“. Installiert haben die coole Wanne Markus Leingang und Peter Quiring. Die beiden SH-Ausbildenden schraubten den Behälter zusammen und befüllten ihn. Und mehr noch: Damit auch die Kita-Kinder etwas von dem Beet haben und in einem der nächsten Sommer die ersten Erdbeeren daraus ernten können, bauten der angehende Mechatroniker und der Maschinen- und Anlagenführer-Azubi gleich noch eine Fußbank für die Junggärtner dazu. So konnten sich die jungen Männer gleich noch im „Schweißen, Entgraten und Blechschneiden üben“, wie der kaufmännische Ausbilder Björn Hartmann erklärt.

Obendrein halfen die Kinder bei der Beet-Einrichtung. „Für den Unterbau haben sie Reisig gesammelt und ins Beet geworfen“, sagt Peter Quiring, in dessen Azubi-Alltag das Projekt auch Abwechslung gebracht hat.

Doch, warum hat S & H das Hochbeet mit dem Image-fördernden Stifter-Schild daran nicht aus Kupfer bauen lassen? Obwohl zuvor selber Hochbeet-Neuling, kennt Ausbilder Kowalski doch den Haupt-Werkstoff bei Schwering / Hasse bestens – und damit auch die Antwort: „Das Metall ist antiseptisch. Darin würde keine Pflanze gedeihen.“

Aktuell bildet der Lügder Kuperlackdraht-Hersteller derzeit übrigens insgesamt 15 Lehrlinge aus. jl

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